Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 619

Naras (Narras), Acanthosicyos horrida (a.d. Fam. der Kürbisgewächse, Cucurbitaceae), eine der merkwürdigsten Pflanzen der Dünenregion Südwestafrikas. Sie bildet 1-11/2 m hohe, mehr oder weniger kugelförmige, dicht verzweigte und reich mit Dornen besetzte Büsche. Blätter klein, schuppenartig, meist früh abfallend. Die grüne, außen meist höckerige Frucht mißt im Durchmesser 10-15 cm, hat eine harte Schale und enthält in dem saftigen Fruchtfleisch zahlreiche Samen, die in Form und Größe an Kürbissamen erinnern. Das Fruchtfleisch, in reifem Zustande süßlich und aromatisch schmeckend, wird von den Eingeborenen Südwestafrikas genossen; es enthält einen Stoff, der die Milch gerinnen macht. Die Samen ("Naraskerne", engl. "Butterpits") sind reich an Öl und schmecken den Haselnüssen ähnlich. Sie werden von den Eingeborenen geschätzt und gelegentlich auch in das britische Nachbargebiet ausgeführt.

Literatur: Marloth in Englers Botan. Jahrb. 1888. - Sadebeck, Die Kulturgewächse, der deutschen Kolonien. Jena 1899.

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