Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 619

Nashorn, Rhinoceros, Gattung der Huftiere. An jedem Hufe 3 mit hufartigen Nägeln bekleidete Zehen, auf der Nase bei den afrikanischen Arten 2 dicke Hörner, die keine Knochenzapfen enthalten. Die Haut ist zum größten Teile nackt, nur an den Ohren und dem Schwanze behaart. Diese riesigen Tiere waren früher in Deutsch-Südwestafrika zahlreich, sind aber dort fast ausgerottet und nur noch im äußersten Norden und Osten vorhanden, in vielen Gegenden Deutsch-Ostafrikas auch schon fast vernichtet. Sie fehlen in Togo und dem größten Teile von Kamerun abgesehen von Tibati und den Tsadseeländern. Die Hörner wurden schon früher als Handelsware sehr gesucht und zu Waffengriffen, die Haut zu Peitschen verarbeitet; in neuerer Zeit wird das Horn, namentlich in Indien, teuer bezahlt und zu Schmuckgegenständen benutzt; infolgedessen ist der Bestand sehr gefährdet. Ohne genügende Schutzmaßregeln werden diese Tiere, die einen großen Handelswert haben, bald ausgerottet sein. Man unterscheidet in Afrika 2 Untergattungen, das sog. weiße oder besser Breitmaul-N., das vielleicht noch im Ovambolande im Deutsch-Südwestafrika lebt, im Matabelelande und Lado noch vorhanden ist, und das Greiflippen-N. mit einer fingerförmigen Verlängerung der Oberlippe, welches in vielen Rassen verbreitet war.

Matschie.