Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 621

Naukluft (s. Tafel 148). Die N. ist nicht eine Kluft, sondern ein ungemein wilder Gebirgsstock, der als letzter Ausläufer der zentralen Erhebungsmassen des Schutzgebietes Deutsch- Südwestafrika südlich von 24° s. Br. in die niedrigeren, bis zur Namib (s.d.) hinüberstreichenden Hochflächen hinauszieht. Von wasser- und weide- und infolgedessen ehemals auch wildreichen Flächen umgeben, war das von wilden, schwer zugänglichen Tälern durchzogene Berggebiet den Europäern bis zum Witboikriege so gut wie unbekannt, bildete aber wegen seiner Lage und wegen der erwähnten Umstände einen vorzüglichen Schlupfwinkel für die von den deutschen Truppen mehr und mehr bedrängten Hottentotten. Schon 1894 hatte sich Hendrik (s. Witboi) in das unzugängliche Innere der N. zurückgezogen. Hier spielten sich in der Folgezeit die schweren Kämpfe ab, deren schließliches Ergebnis die Unterwerfung des gefährlichen Häuptlings war und die den Namen der N. zu einem der in der Geschichte des Schutzgebietes am meisten genannten gemacht haben.

Literatur: K. Schwabe, Mit Schwert und Pflug in Deutsch-Südwestafrika. 2. Aufl., Berl. 1904.

Dove.