Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 621 ff.

Nauru. 1. Lage und Bodengestaltung. 2. Pflanzenwelt. 3. Eingeborenenbevölkerung. 4. Europäische Unternehmungen und Verwaltung.

1. Lage und Bodengestaltung. N. (oder Nawodo, Onawero, Shank- oder Pleasant-Island) ist die westlichste Insel der Gilbertgruppe, wird aber verwaltungstechnisch zu den zu Deutsch-Neuguinea gehörigen Marshallinseln gerechnet. N. ist ein rundliches, in der Hauptsache aus dolomitisiertem Korallenkalk bestehendes gehobenes Eiland mit großen Lagern von phosphorsaurem Kalk. Der Vorrat an Phosphat wurde auf 42 Millionen Tonnen geschätzt; neuere Untersuchungen zeigten aber, daß diese Schätzungen noch viel zu niedrig waren. In dem Phosphat von N. kommt das nach N. benannte eigentümliche Phosphatmineral Nauruit (s.d.) vor. Die Insel hat 20 qkm Flächeninhalt, besitzt Höhen bis 70 m, einen kleinen See, Arenibek, und zahlreiche Höhlen. Ein Riff von 150-300 m Breite umgibt die Insel, deren Europäeransiedlung in 166° 56' ö. L. und 0° 26' s. Br. liegt; ein Ankerplatz ist nicht vorhanden; zum Zweck der Verschiffungen ist eine Ladebrücke gebaut worden (s. Tafel 149). Klimatabelle und Tierwelt s. Deutsch- Neuguinea.

Sapper.

2. Pflanzenwelt. Das wichtigste Gewächs der Insel ist die Kokospalme, welche in einem äußeren und inneren Ring den Strand und Binnensee umsäumt. Sonst ist die Vegetation dürftig und besteht aus Pandanus, Papayas, Wassermelonen und den auf den Koralleninseln verbreiteten Sträuchern und Gräsern. - Tierwelt s. d. betr. Abschn. unter Marshallinseln und Deutsch-Neuguinea.

Lauterbach.

3. Eingeborenenbevölkerung (s. Tafel 28, 34). N. (Anáoero = ich gehe an den Strand) wird von zwei Bevölkerungselementen bewohnt, den bodenständigen Melanesiern (s.d.) und den seit langer Zeit eingewanderten Polynesiern (s.d.). Das erste wird durch einen groben, dunkelfarbigen, behaarteren Typ mit locker krausem, schwarzem Haar repräsentiert; das zweite ist feiner, hellbraun und hat schlichtes, schwarzes Haar. Zwischen diesen beiden Extremen bestehen die mannigfachsten Übergänge; außerdem machen sich in der 1400 Köpfe zählenden N.bevölkerung die Bluteinschläge von Weißen und Negern stark bemerkbar, die sich seit dem Jahre 1830 auf der Insel aufhielten. Die Eingeborenen sind sauber, halten auf Reinlichkeit und pflegen den Körper. Auffallend ist an beiden Geschlechtern der übermäßig große Fettansatz, der zum Teil durch eine Art Zwangsernährung gefördert wird und größere Körperkräfte vortäuscht, als die Leute wirklich besitzen. In den letzten Jahren hat die Influenza schwere Schädigungen am Volkskörper hervorgerufen. - Die Sprache ist eine melanesische (s.d.). Geistig sind die Leute ungemein rege; sie besitzen einen großen Schatz von Überlieferungen, Sagen, Märchen, Gesängen, Liedern, die zum Teil recht ansprechend sind. Ihre Auffassungsgabe ist vortrefflich. Seit dem 12jährigen Wirken der evangelischen Mission ist die Schulsprache deutsch geworden. - Nauru ist ein Sippenstaat, in dem die einzelnen Sippen heute gleiches Ansehen genießen. Ein gemeinsames Oberhaupt über alle Sippen gibt es nicht. Jede Sippe hat ihre eigene Herkunfts- und Abstammungsgeschichte. Totemismus ist nur noch in Spuren vorhanden. Nauru zählt 12 Sippen, deren eine sich aus den zugewanderten Gilbertinsulanern (verschiedener Sippen) zusammensetzt. Jede Sippe zerfällt noch in eine Reihe von Familien, von denen jede ein besonderes Wappen besitzt, das auf den Schwangerschaftsmatten der Frau geführt wird. Niemand darf es nachahmen. Diese Sippen verteilen sich auf vier rangverschiedene Klassen, welche die Landbesitzer bilden: Temonibä, Emo, Amänengamä, Engamä; daran schließen sich die zwei besitzlosen Klassen der Hörigen, die Idzio und die Itiora. Bestimmend für die Zugehörigkeit zu einer Klasse ist stets die Klasse der Mutter. Bis zur Geburt eines Sohnes, der die Rangklasse der Mutter besitzt, treten die etwa vorher geborenen Töchter in die gleiche Klasse ein, die nachfolgenden Kinder gehören den nächstfolgenden Klassen an. - Die Siedelungen liegen größtenteils an der Peripherie der Insel; nur wenige befinden sich im Innern en der Buadalagune. Die Eingeborenen wohnen in aus 2-3 Häusern bestehenden Gehöften; mehrere Gehöfte schließen sich zu Dörfern zusammen, die zum Teil unmerklich ineinander übergehen. Eine Anzahl Dörfer bilden einen Gau. Solcher Gaue zählt Nauru von altersher 14, die sich früher im Besitz der einzelnen Sippen befanden. Heute gehören sie den sechs größten Sippen. Von den 168 einst vorhandenen Dörfern sind heute noch 110 bewohnt. Breite, wohlgepflegte Wege, die von der Verwaltung angelegt wurden, verbinden die saubergehaltenen Siedelungen. - Süßwasser wird aus Brunnen gewonnen, die tief in den Boden. getrieben und ausgemauert werden. Das Haus ähnelt dem der Gilbert- und Marshallinseln; es ruht auf 4 Pfosten und besitzt in der alten Form einen Hängeboden mit Einsteigeloch. Heute sind es offene Hallen, die mit einer halboffenen, niedrigen Gitterwand verkleidet sind. Das Dach ist mit Pandanusblättern gedeckt. - Zu jedem Gehöfte gehört eine Reihe von Grundstücken und zum Teil Besitzanrechten an den Fischteichen der Buadalagune. Jedes Grundstück hat einen besonderen Namen und darf in Erbpacht gegeben werden. Dieser persönliche Besitz ist durch Grenzsteine und Erdwälle festgelegt. Ferner gehören zum persönlichen Besitz Geräte und Werkzeug, Schmucksachen, Fregattvögel, Möwen, Hunde, Schweine, Palmen, die äußerlich besondere Erkennungsmarken tragen. - Allgemeinbesitz des Gaues und der Sippen sind große Landkomplexe im Innern der Inseln, deren Bestände an Calophyllumbäumen, Pandanaceen, Melonen usw. der gemeinsamen Nutznießung der Gaugenossen unterliegen. - Auf der Fischerei ruhen besondere Gerechtsame. Das Riff und Teile des tiefen Wassers davor sind im Besitz einiger Temonibä, welche gegen Abgaben die Fischerei gestatten. - Gemeinsamer Besitz waren einst auch die großen Versammlungs- und Tanzhäuser, die heute nicht mehr vorhanden sind. Die Fregattvogelfangplätze sind dagegen heute noch Gemeindeeigentum, ebenso die Palmen, von denen der Palmwein gewonnen wird. Landbau fehlt in Nauru. Brotfrucht und Banane wurden erst vor 70 Jahren zusammen mit der Melone und Papaya eingeführt. Taro gedeiht nicht. Neben den Früchten der Morinda und Terminalia sind Kokosnuß und Pandanus die hauptsächlichsten Fruchtbäume. Aus der Pandanusfrucht wird wie in den Marshallinseln eine Dauerspeise hergestellt. Fische, Schweine und Hunde liefern die animalische Nahrung. - Die Eingeborenen gehören heute größtenteils dem Christentum an. Nur wenige sind noch Anhänger des alten Kults, der sich auf die Verehrung von Geistern beschränkte, die in Steinen, im Meere, im Busche hausten. Mit den Gilbertinern kamen auch die polynesischen Götter, denen jedoch eine geringere Bedeutung beigemessen wurde. Den Geistern wurden Speiseopfer dargebracht. Jedes Haus hatte seinen Schutzgeist, dem täglich Speise vorgesetzt wurde. Wichtig war der Fregattvogel für den Eingeborenen gewesen, der heute Haustier ist. Ehemals galt er als das körperliche Gefäß der Ahnengeister. Er war der Seelenvogel, der die Verbindung mit dem Totenreich vermittelte, zu dem in Anibari der Eingang hineinführte. Ein gewaltiger Bananenbaum kennzeichnet noch heute diesen Eingang. Unter besonderen Zeremonien wurde der Fregattvogel im Juli eingefangen und genoß in der Gefangenschaft die beste Behandlung. - Die Vornehmen wurden in oder vor dem Wohnhause bestattet, gelegentlich auch in Särgen beigesetzt oder durch geeignete Behandlung mumifiziert. Die Schädel wurden besonders aufbewahrt und in wichtigen Angelegenheiten befragt, ja selbst zur Versammlung mitgenommen. Knochen und Zähne fanden als Amulette gegen böse Einflüsse und Krankheiten Verwendung. Die Leichen der niederen Klassen wurden in den Riffhöhlen beigesetzt oder ins Meer versenkt. - Die Ehe wird heute nach christlichem Ritus geschlossen, Polygamie war früher gestattet. Das alte Zweisippensystem ist jetzt durchbrochen. - Bemerkenswert ist die Mädchenweihe, die mit dem Eintritt der Reife für die Töchter der Temonibä besonders pomphaft abgehalten wurde. Knabenweihen bestanden nicht, doch war es Sitte, die Kinder kurz nach der Geburt einander schon zu verloben. Heirat und Geburt des ersten Kindes wurden mit großen Festlichkeiten, Tänzen, Scheinkämpfen und Schmausereien begangen. - Alle diese Zeremonien sind fast verschwunden, nur die Tänze an Kaisers Geburtstag halten die Erinnerung an die alte Zeit noch wach. Als Musikinstrument wurde bei den Tänzen eine zylinderförmige, haihautbespannte Trommel geschlagen, dazu wurden Lieder gesungen, und zwar in einer den Eingeborenen unverständlichen, nur noch dem Sinn nach bekannten Fassung. - Bis 1886 befand sich die Insel im dauernden Kriegszustande. Die Blutrache war die Ursache eines erbitterten Streites zwischen dem Norden und Süden der Insel geworden. In diesen Zeiten zog man mit Feuerwaffen in den Kampf; die alten Waffen waren Schleudern, glatte Holzlanzen, die gleichzeitig als Hiebwaffe dienen konnten, haizahnbesetzte Dolche und Schwerter. Als Schutzwaffen bediente man sich des Panzers, der aus Kokos gestrickten Jacke und Hose, mit übergestülptem Küraß, Helm und Rochenhautgürtel besteht. Der Streit wurde in Einzelkämpfen ausgefochten, der Frieden durch Frauen gestiftet. - Die materielle Kultur ist einfach. Männer und Frauen tragen das gleiche Kleid, einen aus zerfaserten Palmblättern hergestellten Schurz, der bis auf die Knie herabreicht. Bei den Tanzfesten bindet man feingeflochtene Pandanusmatten darüber, die hübsch gemustert und oft mit Fregattvogelfedern, Kauri und Spondylus verziert werden. - Als Schmuck trägt man Kopfbänder, Arm- und Beinbänder, Hals- und Brustketten, Ohrnadeln. Arm- und Bein-, gelegentlich auch die Kopfbänder werden aus kunstvoll geflochtenen Gräsern und Blattstreifen hergestellt. Der übrige Schmuck wird aus Menschenhaaren, Fregattvogelfedern, Spondylus, Perlmutter, Kauri, Haizähnen hergestellt und in geschmackvoller Anordnung zu zierlichen Gegenständen verarbeitet. - Der Schmuck ist Familienbesitz; jede Sippe hat bestimmte Anordnungsformen, die von den anderen nicht nachgeahmt werden dürfen. - Der Hausrat besteht aus wenigen Geräten: dem brettartigen Kokosschaber mit Cardium-Muschel, dem ähnlich aussehenden Pandanusschaber, der statt der Muschel einen Schabering aus Kokosschale besitzt; hölzernen, rechteckigen und elliptischen Eßschalen, Kokosnußöffnern, Trinkschalen und Wassergefäßen aus Kokosschalen, Schlaf- und Speisematten aus Pandanusblättern, Besen, Harken aus Menschenrippen, großen Holzgabeln zum Reinigen der Palmen usw. Dazu kommt heute europäisches und chinesisches Steingut und europäisches Haushaltungsgerät aller Art. Europäisch ist auch das Werkzeug. Ehemals benutzte man Knochengeräte, Muscheldexel und Korallenfeilen. - Jagd wird nur auf den Fregattvogel und einige Möwen und Regenpfeiferarten gemacht. Man fängt sie mit Sch1eudern ein und hält die Tiere dann als Hausgenossen. Die Schleudern bestehen aus dünnen Kokosbindfäden, die mit einem Schleudergewicht aus Tridacna oder Knochen versehen sind. Das Gewicht wird über den fliegenden Vogel geworfen und reißt ihn mit der Schnur zu Boden. Mit den Händen wird er eingefangen. Die Schwungfedern erhalten ihre Kennmarken; die Vögel selbst werden zunächst in Käfigen, dann auf besonderen Gestellen mit Fußfesseln gehalten. - Die Fischerei wird im großen Stile betrieben. Man kennt etwa 60 Methoden, die mit Angel, Leine, Angelstock, Netzen, Hamen, Schlinge usw. ausgeführt werden. Besonders interessant ist die Züchtung einer Dulesart, die als stecknadelgroßer Fisch auf dem Riffe gefangen, im Hause zu einem fingergliedgroßen Individuum aufgezogen und dann in der Buadalagune ausgesetzt wird, um hier zu einem gelegentlich 11/2 m großen Fisch heranzuwachsen. Das Boot ist ein segelloses, aus einzelnen Brettern kunstvoll zusammengenähtes Auslegerfahrzeug. Es wird weiß bemalt und besitzt am Heck und Bug einen charakteristischen hornartigen Aufsatz. Es wird nur zu Fischfangfahrten in allernächster Nähe des Riffes benutzt und mit Paddeln fortbewegt.

Thilenius, Hambruch.

4. Europäische Unternehmungen und Verwaltung. N. wurde gegen Ende des 18. Jahrh. durch den englischen Seefahrer Fearn entdeckt, ist aber dann längere Zeit nicht wieder gesichtet worden. Gegen Mitte der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts kamen dann die ersten Walfischfänger nach der Insel, und von da an bahnte sich ein häufigerer Verkehr an. Die ersten Ansiedler, die sich dauernd niederließen, waren neukaledonische Sträflinge. Nach ihnen kamen dann auch Händler, nachdem der Wert des aus der Kokosnuß gewonnenen Öls bekannt geworden war, und trieben mit den Eingeborenen Tauschhandel. Tauschartikel waren vornehmlich Feuerwaffen und Munition, Tabak, Eisenwaren, Proviant und Gin. Auch Kriegsschiffe besuchten seit den 80er Jahren die Insel, die schließlich durch eine Vereinbarung mit England der deutschen Interessensphäre zugewiesen und seitdem statt "Pleasant-Island" "Nauru" genannt wird. Am 14. April 1888 erging die Proklamation, durch die N. unter deutschen Schutz gestellt wurde, und am 2. Okt. 1888 wurde feierlich die deutsche Flagge gehißt. Nach der Flaggenhissung war es die erste Aufgabe des nach N. entsandten Kommissars, die Eingeborenen zu entwaffnen, und die Herausgabe der Gewehre vollzog sich auch in kürzester Zeit auf friedlichem Wege. Seit der Flaggenhissung ist die Ruhe auf N. nicht mehr gestört worden; die Eingeborenen folgen im allgemeinen willig den Anordnungen der Verwaltungsbehörde. Seit einigen Jahren ist mit Rücksicht auf die wachsende Bedeutung von N. infolge der Ausbeute der großen Phosphatlager eine Regierungsstation errichtet, die dem Bezirksamt Ponape untersteht. Das Bezirksgericht für N. befindet sich in Ponape, das Obergericht in Rabaul. Die standesamtlichen Geschäfte nimmt der Stationsleiter wahr. - Zur Zeit der Flaggenhissung waren auf N. 8 Händler tätig. Der Hauptausfuhrartikel war damals fast ausschließlich Kopra, von der ca. 500 tons im Werte von 150000 M ausgeführt wurden. Der Einfuhrwert belief sich auf etwa 60000 M. Von den 1400 Eingeborenen sind etwa 1/3 Anhänger der seit 1902 auf der Insel tätigen katholischen Mission vom Heiligsten Herzen Jesu (s.d.) und etwa 2/3 Anhänger der evangelischen Boston Mission (s.d.), die schon 1887 einige Gilbertinsulaner auf die Insel entsandt hatte und seit 1899 durch einen weißen Missionar vertreten ist. Für die Abhaltung von Gottesdiensten bestehen 2 katholische Eingeborenenkirchen und eine evangelische. Ihre Hauptbedeutung hat jetzt die Insel durch die mächtigen Phosphatlager, die seit dem Jahre 1906 durch eine englische Gesellschaft, die Pacific Phosphate Co. (s.d.), die auch auf dem benachbarten "Ocean Island" die Phosphatlager abbaut, ausgebeutet werden. Phosphatverschiffungen fanden erstmals 1907 statt. Die Gesellschaft beschäftigt auf N. zurzeit ca. 60 Weiße, 650 Karoliner und 100 Chinesen. Sie hat außer den Anlagen für den Abbau des Phosphats auch die nötigen Vorkehrungen in hygienischer Hinsicht getroffen. Es ist eine Kanalisationsanlage geschaffen mit einer Salzwasserleitung. Eine Kondensationsanlage dient zur Gewinnung von frischem Wasser in regenarmen Zeiten, auch Eismaschinen, Sodawasserfabrik und Kühlräume sowie elektrisches Licht fehlen nicht. Für die Krankenpflege sind die nötigen Hospitalbauten vorhanden. - Europäische Unternehmungen außer der Pacific Phosphate Co. bestehen, abgesehen von einigen Handlungsstationen für den Ankauf von Kopra, auf der Insel nicht. Das Hauptprodukt, das von den Eingeborenen geliefert wird, ist die Kopra. Die übrigen Erzeugnisse werden meist für den eigenen Bedarf gebraucht. Den Verkehr mit der Insel vermittelt der Reichspostdampfer "Germania", der auf seinen Fahrten zwischen Sydney und Hongkong sechsmal im Jahre N. anläuft. Außerdem hat N. einen Regen Verkehr durch die zahlreichen Phosphatdampfer. 1913 wurden 46 Dampfer abgefertigt, die 138 725 t Phosphat mitnahmen. Die Insel hat eine Postanstalt und steht neuerdings durch eine große Funkenstation mit der Funkentelegraphenanlage in Jap (Westkarolinen) und dadurch auch mit der dort befindlichen Kabelstation in Verbindung.

Krauß.

Literatur: Zu 1: P. Hambruch, Entstehung, Bildung und Lagerung des Phosphats, auf N. Mitt. Ges. f. Erdk. Berl. 1912, 671-681. - C. Elschner, Korallogene Phosphatinseln Australozeaniem u. ihre Produkte. Lübeck 1913. - Zu 3: Hambruch, Nauru. Ergebnisse der Südsee-Expedition der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung. Hamb. 1914.