Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 625

Ndsimu, Dzimu oder besser Ndsem (Ndzem), Bantuvolk nördlich des Dscha auf dem Hochlande von Südkamerun. Sie sollen mit den Njem (s. d.) verwandt sein, die sich mit den Maka vermischt haben sollen. Die Annahme, daß die N. zu den Fang (s.d.) gehören, ist wohl unrichtig und erklärt sich daraus, daß die N. Sitten und Gebräuche der Fang in gewissem Maße angenommen haben. Sie werden unter den Nachbarvölkern als "Fangaffen" bezeichnet. - Das Land der N. gehört dem Urwaldgebiet an, und sie sind sehr spärlich darin verteilt. Man kann tagelang durch den Urwald marschieren, um von einem Dorf zum anderen zu gelangen. Dazu machen die versumpften und zur Regenzeit schwer zu passierenden Flüsse das Gebiet noch unwegsamer. Äußerlich gilt von den N. das, was von den Njem gesagt ist (s.d.). Im Norden ihres Gebiets liegt der Ort Lomie, der Sitz eines mächtigen Häuptlings. Im übrigen hat jedes Dorf seinen eigenen Häuptling, die sich sogar des öfteren untereinander befehdeten.

Literatur: Scheunemann, KolBl. 1904, 765 ff. v. Stein, Die Ndsimu- Landschaften. KolBl. 1901, 358.

Passarge-Rathjens.,