Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 626

Nebel, die auf der Erde liegende Wolke, die die Sonnenstrahlung wie die nächtliche Ausstrahlung hemmt, also die Temperaturschwankung verringert. Sehr wichtig ist der N. als Quelle atmosphärischer Feuchtigkeit namentlich für niederschlagsarme Gebiete, wie die Namib (s.d.) ,wo er zusammen mit dem Tau eine kümmerliche Vegetation, die sog. Nebelvegetation, ermöglicht, wenn er auch meist keine meßbaren Niederschläge liefert. Unter Bäumen kann starker N. wie leichter Regen den Boden netzen. Zu den charakteristischen Erscheinungen gehört er zusammen mit dem ebenfalls sehr starken Tau auf dem Südkameruner Hochland, wo morgens die ganze Erde von Feuchtigkeit trieft, und die Vegetation so gut die Trockenzeit überstehen kann. Häufiger als in der Ebene tritt N. meist bei größeren Erhebungen auf, was durch das Aufsteigen der Luft an den Abhängen veranlaßt wird. Eine besondere Form bildet der Boden-N., der in nur geringer Höhe den Erdboden bedeckt und sich besonders über nassen Niederungen bei ruhiger Luft und starker Abkühlung bildet.

Heidke.