Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 631

Neuhannover. N., zum Bismarckarchipel (Deutsch-Neuguinea) gehörig, wurde 1616 von Le Maire (s.d.) und Schouten (s.d.) entdeckt, aber erst 1767 durch Carteret (s.d.) als besondere Insel erkannt und mit seinem jetzigen Namen belegt. Es erstreckt sich zwischen 149° 57 1/2'-150° 29' ö. L. und 2° 21'-41' s. Br. und wird im Nordwesten, Nordosten und Osten von einer Reihe von (großenteils bewohnten) Koralleninseln begleitet, die mit den Hauptinseln einige gute Häfen bilden - Ungalabúhafen, Dreiinselhafen. Eine Reihe weiterer Häfen findet sich an der Südküste der Insel. (Deutsche Seekarten 412 und 413.) An den Rändern der Insel, insbesondere auf der nach Westen vorspringenden Halbinsel (West- oder Königin-Charlotte-Kap), sind gehobene Korallenkalke stellenweise von großer Bedeutung; am Nordrand dehnen sich auch ansehnliche Alluvialgebilde aus; im Nordwesten spielen gehobene, jungtertiäre Mergel und Tone (Tiefseeabsätze) eine Rolle; in der Hauptsache ist aber die Insel aus jungen Eruptivgesteinen (Andesiten) zusammengesetzt, die ein ostwestlich streichendes Gebirgsmassiv (Tirpitzgebirge) mit einer Reihe steiler Bergkuppen und -grate bilden. Die höchste Erhebung erreicht nach den Messungen der deutschen Marine 875 m; höchst auffällig ist der weithin sichtbare, ungemein steile Suilik oder Bati Suilaua (Stoschberg der älteren Seekarten), 566 m. Im Südosten, zwischen den Tälern des Tsaula und des Anas, ist auch älteres Eruptivgestein (Diorit und Syenit) nachgewiesen. Die Bewässerung der Insel ist reichlich; die größeren Flüsse sind im Unterlauf für flachgehende Boote fahrbar, so besonders der Budega, Kulimeua, Matanalaua, Min und Anas. Die Küsten sind vielfach von Mangrove bestanden, das Innere meist mit Urwald bedeckt; nur im Süden finden sich auch jetzt noch in geringer Ausdehnung Grasfluren, während dieselben früher (um 1875) eine große Ausdehnung besessen hatten. Aus den Eingeborenen von N. werden Arbeiter für die Plantagen im Bismarckarchipel angeworben; auch wird von vereinzelten Handelsstationen aus auf N. Handel getrieben. Die Insel gehört zum Verwaltungsbereich des Bezirksamts in Käwieng (s.d.) auf Nord-Neumecklenburg. Klima, Tierwelt und Literatur s. Bismarckarchipel, Bevölkerung s. Neumecklenburg.

Sapper.