Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 648

Ngambe, die befestigte Stad des Tikarstammes der Mandiongola auf dem Hochlande von Südadamaua in Kamerun, an einem Nebenflusse des Mbam, dem Kim. Die Tikar (s.d.) haben die Sonderheit, ganze Gaue zu befestigen, so daß ganze Stämme auf einem relativ kleinen Raum sitzen, während die Umgebung dieser Gemarkung unbewohnt ist. Von diesen befestigten Gauen im Tikarlande ist N. der größte. Sie war mit siebenfachem Wall und Graben umgeben, und innerhalb dieser konnten die Belagerten wie im Frieden ihre Felder bestellen. So belagerte der Lamido von Tibati elf Jahre lang ohne Erfolg die Stadt, da er auch nicht genug Truppen hatte, die ganze Stadt abzuschließen und die Mandiongolas besonders vom Lamido von Banjo ständige Zufuhr erhielten. Die Belagerer hatten ebenfalls angefangen, sich häuslich einzurichten, hatten ein befestigtes Lager errichtet und sogar Ackerbau getrieben. Erst durch den Anmarsch der Deutschen wurde die Belagerung aufgehoben. N. liegt im Grasland in 840 m Höhe und ist durch breite Straßen mit Banjo und mit dem Wutelande verbunden. Es ist der Sitz einer Baptistenmission (s. Baptisten) sowie einer Faktorei der Deutsch- Kamerun-Gesellschaft.

Passarge-Rathjens.