Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 649

Ngaunderehochland (Ngaumderehochland). Das N. ist der nördlichste Teil des Hochlandes von Südadamaua in Kamerun, und zwar bildet es mit dem Bali- und Kumbohochland die höchste Platte dieses Plateaus, die steil nach Norden zu 4-500 m hohen Ebenen, im Süden zu den etwa 1000 m hoch gelegenen Hochländern abfällt. Das N. hat eine Höhe von 1700-2000 m und wird von einzelnen Massiven noch beträchtlich überragt. Im Westen wird es durch den unter 1000 m hohen Paß Djauro Gotil vom Kumbohochland abgetrennt, im Osten geht es allmählich in das Kebbigneisland über. Im Südosten bildet das tiefeingeschnittene Tal des Wina (s.d.) die Grenze gegen das Baiahochland (s.d.). Im Süden soll eine Stufe gegen das Siebenstromland vorhanden sein. Im Norden fällt es steil zur Gaschakaplatte, zur Faro- und zur Benuebucht hin ab. Zum größten Teil besteht das N. wohl aus Granit und Gneis. Bei Ngaundere ist eine Basaltdecke in großer Ausdehnung entwickelt, die teilweise mit steilen Rändern von 600 m Höhe abbricht. Der Kessel von Gendenjato ist eine maarartige Bildung, während die Berge Labai und Bab el Gendero erloschene Vulkane sind. Die Quellflüsse des Faro, Benue, Sanaga und Wina reichen weit auf das Plateau hinauf und haben sich sehr tiefe Täler eingeschnitten. Das Djauro-Gotilgebirge, östlich des gleichgenannten Passes, soll bis 3000 m hoch sein, im Nordosten liegt das Genderogebirge und weiterhin das Gonkorragebirge. Östlich des Faro schickt das Hochland einen Ausläufer nach Norden, das Hossere-Karna. Östlich folgen dann noch eine Reihe von Bergländern, wie das Filinga-, das Pene- -und das Jangagebirge u. a. - Das N. ist zur Hauptsache mit der reinen Grassteppe bedeckt, während auf den umliegenden tieferen Hochflächen Buschsteppe vorherrscht. Die Bevölkerung (s. Tafel 81) des N. besteht aus den Fulbe, die sich um Ngaundere konzentrieren, und aus den unterworfenen Mbum. In Westen sitzen auf den höheren Massiven einige Heidenstämme (s.d.), von denen wir aber kaum mehr wissen als die Namen. Auf dem Karnagebirge sitzen bereits Durru (s.d.). An Siedelungen im N. sind zu erwähnen: Galim, ein Heidenort, Tinger (s.d.) und vor allem Ngaundere (s.d.). Eine wichtige Straße von Banjo nach Ngaundere und von dort über Djug nach Rei Buba führt auf dem Hochlande entlang. Sonst noch ist Ngaundere der Treffpunkt einer ganzen Anzahl von wichtigen Straßen, von Tibati, Kunde, Rei Buba, Garua und Banjo.

Passarge-Rathjens.