Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 650

Ngorongoro, der gewaltigste Kraterberg des Hochlandes der Riesenkrater (s.d.) in Deutsch-Ostafrika. Er ist ganz aus Laven aufgebaut. Die ursprüngliche Hohlform ist dadurch erheblich vergrößert worden, daß allseitig Teile des Kraterwalles nach dem Innern des Kraters hin versanken. Die Rundung der Form blieb im wesentlichen erhalten. Der größte Durchmesser von Rand zu Rand beträgt 22, der kleinste 17 km, die Fläche des Kraterbodens ist 250 qkm groß, das weiteste derartige Gebilde, das man bisher kennt. Die Kraterwand erreicht 700 m rel., 2460 m Mh. Ein Bach führt der ziemlich ebenen Fläche des Kraterbodens dauernd Wasser zu; er und periodische Läufe Speisen die Sümpfe und den abflußlosen Salzsee in 1722 m Mh. Während die Außenhänge Baum-, Busch- und Grassteppe tragen, überwiegt die letztere durchaus an den Innenwänden und auf dem Boden. Dem entspricht eine reiche Menge von Wild aller Art; besonders Gnus sind sehr zahlreich. Seit etwa 10 Jahren besteht hier eine Farm, die sich mit Viehzucht erfolgreich befaßt. Außer einigen Europäern wohnen hier nur Massai, die im Dienst des Unternehmens stehen. Die Regenmenge beträgt hier 564 mm (vierjähr. Mittel).

Literatur: F. Jaeger, Das Hochland der Riesenkrater, I und II Erg. -Heft 4 und 8 der Mitt. a. d. Sch. 1911/13.

Uhlig.