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Niederschläge. Als N. kommen in unseren Kolonien fast ausschließlich
Regen in Betracht. Jedes Jahr tritt Schneefall nur im Kiautschougebiet
wie auf den Erhebungen über 3000 m in Deutsch-Ostafrika, Kamerun und
Kaiser-Wilhelmsland
auf. In Deutsch-
Südwestafrika
ist leichter Schneefall in den Gebieten des Innern, die über 1500 m hoch
liegen, zwar nicht jedes Jahr zu erwarten, er kommt aber doch alle 4-5
Jahre vor. Hagel und Graupeln
- meist in Verbindung mit Gewittern - kommen in den höheren Lagen
unserer
sämtlichen Kolonien mit Ausnahme von Samoa
vor, sie fehlen dagegen in den Küstengegenden wie auch auf den kleinen
meist nur niedrigen Inseln des Stillen Ozeans entweder völlig oder
dürften
doch äußerst selten sein. Eine wichtige Rolle für die Tier- und
Pflanzenwelt
können Nebel und Tau (s.d.) namentlich in regenarmen
Gebieten
wie während der Trockenzeit spielen. Im allgemeinen Fallen in unseren
Kolonien die N. als Platzregen in kurzen kräftigen Schauern, lang
anhaltende
Landregen sind äußerst selten. Meist ist eine ausgesprochene jährliche
Periode der N. vorhanden (s. Regenzeiten). Sehr verschieden ist die Höhe der
N. Während die Namib fast regenlos ist,
haben Debundscha und Bibundi etwa 10000
mm durchschnittliche jährliche Niederschlagshöhe , Werte, die nur von
Cherrapungi, in Ostindien am Südabhang des Khazigebirges in 1250 m
Seehöhe
liegend, mit gut 11500 mm jährlichem Niederschlag übertroffen werden.
Im allgemeinen nehmen die N. von der Küste nach dem Innern des Landes
zu ab, vorausgesetzt, daß Seewinde genügend häufig sind und von einem
wärmeren oder doch nicht wesentlich kühleren Meere kommen, Beispiel Kamerun;
kommen sie dagegen von einem verhältnismäßig kühlen Meer, so kann die
Küste fast regenlos sein (Namib [s. d.]); niederschlagserhöhend wirken
Erhebungen, wie das Usambarahochland, der Kilimandscharo,
Uluguruberge, das Kondehochland, Ruanda
in Deutsch-Ostafrika, die Insel Kusaie (besonders die Missionsstation) in den
östlichen
Karolinen, die Gebirge von Kaiser-Wilhelmsland usw. In Gegenden,
die ausgesprochene Regenwinde besitzen, wirken Gebirge verschieden, je
nachdem sie sich in deren Richtung oder quer dazu erstrecken. Im
ersteren
Fall sind beide Seiten gleich stark von N. benetzt, im letzteren Fall
ist die dem Winde zugekehrte (die Regenseite) die niederschlagsreichere,
die abgekehrte die niederschlagsärmere (die Regenschattenseite). Die
größere
Ergiebigkeit der N. bei Gebirgen entsteht dadurch, daß auf sie stoßende
Luft in die Höhe steigt, sich hierbei ausdehnt und abkühlt, und daher
ihre Fähigkeit, Wasserdampf bei sich zu behalten, abnimmt; schließlich
erreicht die Luft ihren Sättigungspunkt und muß Wasser als N.
ausscheiden.
Die Temperatur der Luft nimmt beim Aufsteigen stets
um annähernd denselben Betrag ab, auf 10 m um etwa 1,0° C. wenn kein
Wasserdampf
ausgeschieden wird; um 0,5° beim Ausscheiden von Wasserdampf; hingegen
ist die Fähigkeit der Luft, Wasserdampf bei der gleichen
Temperaturerniedrigung
auszuscheiden, um so größer, je höher die Temperatur ist. Daher treten
die stärksten N. in der Höhe ein, in welcher die aufsteigende Luft
zuerst
ihren Sättigungspunkt zu erreichen pflegt. Von allen meteorologischen
Elementen sind in unseren Kolonien -
auch in bezug auf die zeitliche Verteilung - die N. den größten
Schwankungen
unterworfen. Um brauchbare Karten der N. zu entwerfen, sind daher
erheblich
längere Reihen erforderlich als für die übrigen Elemente. Karten der N.
für unsere sämtlichen Kolonien nach möglichst einheitlichen
Gesichtspunkten
sind zuerst von H. Maurer (s.d.)
entworfen
und in H. Meyer (s.d.), Das deutsche Kolonialreich, veröffentlicht.
Heidke. |