| Niger. Der N., der drittgrößte Strom Afrikas, fließt zwar
nicht auf deutschem Kolonialgebiet, ist aber mit dem Benue
(s.d.), seinem linken Nebenfluß, die wichtigste Zufahrtsstraße ins Hinterland von Kamerun. Er entspringt unweit der Westküste von
Guinea,
in den Gebirgen von Sierra Leone und durchfließt in großem nach Süden
offenen Bogen den westlichen Sudan, um mit einem vorgeschobenen Delta in den Golf
von Guinea zu münden. In seinem Unterlauf gräbt sich der N. ein tiefes
cañonartiges Bett in das Sandsteinplateau, ganz im Gegensatz zum flachen
Muldental des Benue. Dieser mündet bei Lokoja, einer der ältesten und
bedeutendsten Niederlassungen der britischen N.-Kompagnie. In engem,
tiefem
Bett, mit starkem Gefälle fließt der N. südwärts, öfters durch
Gneisklippen
die Schiffahrt gefährdend. Unterhalb
Onitscha verläßt der N. das Bergland und tritt in das urwaldbestandene,
sumpfige Delta. Ein 2 Stunden breiter Kranz von Mangrovedickicht
schließt
ihn vom Meere ab. Akassa am Hauptmündungsarm des N. ist der größte
Seehafen
und Hauptdepot für die gesamten N.territorien. Forkados, an einem
westlich
abzweigenden breiten Creek, ist wichtig als Umladeplatz für die stürmische
Reede von Lagos. Bonny an der Mündung des "New Calabar River" hat seine frühere Bedeutung etwas
verloren, ist aber als Handelsplatz und Kabelstation immer noch von
großer
Wichtigkeit.
Passarge-Rathjens. |