|
Njarasa, früher auch Ejassi genannt, ist ein See des Hochlands von
Deutsch-Ostafrika (s.d. 5). Mit seinem
Einzugsgebiet bildet er das größte der abflußlosen Gebiete des Nordens;
es ist 62800 qkm groß und umgibt rings die Wembäre
(s.d.) -Njarasa-Senke, deren tiefste Stelle der N. 1030 m ü. d. M.
einnimmt.
Die Hauptrichtung des 77 km langen, 1070 qkm großen Sees ist wie die der
begleitenden Bruchstufen SW-NO; der letzteren Höhe beträgt 3-900 m. Der
Njarasa-Graben zwischen diesen beiden
parallelen
Brüchen ist gut 25 km breit und erstreckt sich noch 20 km weiter nach
SW als der heutige Seespiegel. Weiterhin hört nordwärts der Steilanstieg
auf und mit ihm die Grabenform. Eine Fortsetzung der südlichen
Bruchstufe
bilden die Brüche, die Iramba (s.d.) und
Issansu (s.d.) nordwärts begrenzen. Nach NO wird
der Graben durch die gewaltigen jungvulkanischen Ergüsse des Hochlands
der Riesenkrater (s.d.) abgesperrt. Abgesehen von
dieser Gegend ist der Graben fast ganz in Urgesteinsland, hauptsächlich
in Granit eingesenkt, der auch auf der Sohle aus den
Alluvien da und dort hervorsieht. Das Wasser des Sees wird mindestens
im Verlauf jeder Trockenzeit ungenießbar salzig, während seine Fläche
mehr und mehr zusammenschrumpft. Nur im SO-Ufer bleibt schließlich ein
60 qkm großer Rest, der Mangora, übrig,
der sogar trinkbares Wasser enthält. Hier mündet nämlich der Matete
ein, wohl der einzige stets fließende Lauf des ganzen großen abflußlosen
Gebiets. Die Regenmenge der Grabensohle wird auf 1300 mm geschätzt.
Selbst
der nördliche, günstig exponierte Grabenrand hat äußerst xerophile oder
gar keine Vegetation. Vereinzelte Dornbüsche und
baumförmige
Euphorbien, dürftige Grasstreifen bedecken die Niederung sehr
unvollkommen.
Es ist eine großartige, menschenleere Wüstenei. Nur die Vögel, besonders
Flamingos, sind recht zahlreich
vertreten.
Rings um den See kommt Steppenwild vor, aber nicht besonders reichlich.
Literatur: F. Jaeger, Das Hochland der Riesenkrater usw.
I und II, Erg.-H. 4 u. 8 der M. a. d. Sch. 1911/13. - E. Obst, Von
Mkalama ins Land der Wakindiga, Mitt. Geogr. Ges. Hamb. XXVI, 1912.
Uhlig. |