Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 658

Nola, Ort im neuerworbenen Gebiet von Kamerun, am Ssanga, beim Einfluß des Kadei gelegen. Er liegt noch im Urwaldgebiet, die Umgebung ist hügelig, besonders fällt ein markanter Berg, der Affenberg, über dem Orte auf. Unter französischer Herrschaft saß in N. ein agent spécial. Es war mit Bania (s.d.) zusammen zu einer Subdivision zusammengefaßt. Die Wichtigkeit von N. liegt darin, daß es den Endpunkt der Schiffahrt des Ssanga darstellt, wenigstens im größten Teil des Jahres. Zur Regenzeit soll allerdings der Ssanga 4 Monate lang noch weiter aufwärts, bis Bania, befahrbar sein. Bis N. ist 8 Monate lang die Schiffahrt möglich, und zwar mit Dampfern von 80 cm Tiefgang. Ferner trägt zur Bedeutung des Ortes bei, daß der obere Kadei eine große Strecke weit schiffbar ist, also auch der Umladeverkehr auf N. fällt. - Die Bewohner von N. und seiner Umgebung sind Gundi, wohl ein Bantustamm. Wenigstens sind ihre Dörfer wie die der Waldlandstämme in zwei Reihen, mit dem Versammlungshaus quer dazu angelegt und ihre Hütten rechteckig. Die Gundi sind schmutzig, bauen Maniok und Bananen und leben von Fischfang und Jagd. Von N. geht eine Straße nach Norden, nach Bania, eine nach Osten zum Lobai und die dritte nach Westen, zum Endpunkt der Dumeschiffahrt nach Ndele. Nola ist Sitz eines Postens der Schutztruppe, sowie einer Postagentur und einer deutschen Faktorei.

Passarge- Rathjens.