Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 660

Nossob (s. Tafel 153), Name der nächst dem Großen Fischflusse (s.d.) bedeutendstenWasserader des Groß-Namalandes in Deutsch-Südwestafrika. Der N. verdankt seine Bedeutung der Lage seines Ursprungsgebiets innerhalb des zentralen Hochlandes. Er empfängt daselbst ziemlich beträchtliche Wassermengen, die in drei Rivieren, dem nördlichsten, dem Schwarzen Nossob, der mittleren, als Weißer Nossob bezeichneten Rinne sowie in dem östlich von Windhuk entspringenden Elefantenflusse das Hochgebiet entwässern. Während sich aber Schwarzer und Weißer Nossob bereits unter 23° s. Br. zu einer Rinne vereinigen, um sich in südöstlicher Richtung der Kalahari zuzuwenden, zieht der Elefantenfluß ebenso wie der südlichere Auob (s.d.) in einer der seinen parallelen Richtung der Grenze jener Steppenmulde zu, um in gemeinsamem Bette erst unter 26 1/2° s. Br. mit dem eigentlichen N. zusammenzutreffen. - Da der N. sich schließlich mit dem von Osten kommenden Molopo, einem auf britischem Gebiet dahinziehenden Kalaharirivier, vereinigt, bildet er einen Teil des Entwässerungssystems des großen Südkalaharibeckens. Das gesamte System des N.- Molopo erstreckt sich auf diese Weise von 17° bis 26° ö. L., d. h. von dem Windhuker Gebirgsgebiet bis hinüber zu den Ausläufern des Witwaterrandes im Transvaal.

Dove.