Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 662

Ntum (s. Tafel 83), Volksstamm der Fang (s.d.) am mittleren Kampo (s.d.), auf dem Hochland von Südkamerun. Ihr Gebiet ist durchweg Waldland und hat einen hügeligen bis gebirgigen Charakter. Die Bewohner haben den Wald aber fast überall schon ausgerottet gehabt, so daß primärer Hochwald nur an den unzugänglichen Stellen wächst, während sonst der Buschwald dominiert. Die N. sind in Sitten und Gebräuchen völlig den Mwei (s.d.) ähnlich, die nordöstlich von ihnen sitzen. In Tatauierung und Frisur sind sie ihnen gleich. Die Männer kleiden sich zum großen Teil schon in europäische Zeuge, die Frauen haben ihre ursprüngliche Tracht behalten. Ihre Frisur bringen sie wie alle Fang in eine Helmform, um den Hals tragen sie Ringe von 3-4 kg Gewicht. Die Nase der Frauen ist durchlöchert und mit Perlschnüren geschmückt. Die Männer tragen ihr Haar, das sie früher ebenfalls frisierten, jedoch sehr häufig schon kurz geschnitten. Die N. sind zur Hauptsache Ackerbauer, aber sie bauen nur so viel, als sie für sich brauchen, besonders Mais, Erdnüsse, Kokos, Yams, Kassada, Planten und Bananen. Ausgesprochene Handwerker gibt es nicht unter ihnen, höchstens Schmiede. Zum Gummischneiden gibt sich der N. ungern her, lieber verrichtet er Trägerdienste. Im übrigen überläßt er der Frau die Hauptarbeit.

Literatur: Zimmermann, Das Gebiet der Ntum und Mwei. KolBl. 1910, 459 ff.

Passarge-Rathjens.