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Orchideen, eine Familie der Monokotylen oder einkeimblättrigen Pflanzen,
gewiß an 10 000 Arten umfassend,
charakterisiert durch zygomorphe, in der Hülle nach der 3-Zahl gebaute Blüten
mit gewöhnlich einem fruchtbaren Staubblatt, das mit dem Griffel zu einer Säule
(Columna) verwächst, einem unterständigen, sich zu einer 3-klappigen Kapsel
entwickelnden Fruchtknoten und zahlreichen kleinen eiweißlosen Samen, deren
Embryo ungegliedert erscheint. Die Pollenkörner sind mit einander verklebt
(Pollinien), eins der drei inneren, Blütenhüllblätter, das mit dem Aufblühen
nach unten zu liegen kommt, ist zu einer häufig gespornten Honiglippe, einem
Labellum, umgestaltet. Die O. sind ausdauernde Kräuter, bald Bodenpflanzen, bald
mit Luftwurzeln versehene Epiphyten, bald
Saprophyten oder Parasiten. Knollenbildung, die der Wasserspeicherung dient,
zeigt sich sowohl an den Wurzeln wie an den Basalteilen der Blätter. Eine
besondere Stellung und Wertschätzung unter den übrigen Pflanzen haben sich die
O. durch die Eigenart, Farbenpracht, oft auch den Duft ihrer Blüten erworben.
Ihre Kultur ist zu einer kostspieligen Liebhaberei wohlhabender Kreise geworden,
und zahllos sind die meist durch Kreuzung gewonnenen künstlichen Züchtungen, die
alljährlich auf den Markt kommen. Große Firmen
und reiche Liebhaber, namentlich Englands, wetteifern darin, durch eigne, die
verborgensten Winkel aller Weltteile absammelnde Reisende zu neuen Formen und
Arten zu gelangen. Von den deutschen Kolonien
hat Neuguinea zweifellos den größten Reichtum
an den besonders begehrten epiphytischen O., dann Kamerun. In Ost- und Südwestafrika wiegen die weniger gesuchten
Erdorchideen vor. Als Gewürzpflanze ist die Vanille (s.d.) bemerkenswert.
Literatur: Lindley, The genera and species of orchidaceous plants.
London
1830-40. - Pfitzer u. F. Kränzlin in A. Engler,
Das Pflanzenreich. Lpz.
Volkens. |