Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 688

Ostafrikanische Eisenbahn-Gesellschaft. Die O. E.-G. wurde als eine Kolonialgesellschaft mit dem Sitz in Berlin am 29. Juni 1904, mit einem Grundkapital von 21 Mill. M gegründet, mit dem Zwecke, in Deutsch- Ostafrika Bahnen (nebst Hafenanlagen) zu bauen, auszurüsten, zu betreiben, Ländereien, Bergwerksrechte u. dgl. zu erwerben und zu verwerten. Die Konzession ist auf 88 Jahre erteilt. Das Deutsche Reich hat durch G. vom 31. Juli 1904 eine Zinsbürgschaft von 3% auf das Stammkapital der Bahnstrecke Daressalam-Morogoro übernommen und sich verpflichtet, in 87 Jahren nach bestimmtem Tilgungsplane jeden verlosten Anteil mit 20% Zuschlag, also mit 120M zurückzuzahlen. Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Die Gesellschaft hat vom Schutzgebiet Ostafrika ein Darlehen zum Bau der Strecken Morogoro-Tabora-Kigoma erhalten (s. Ostafrikanische Mittellandbahn Daressalam-Kigoma i. Art. Eisenbahnen Ib), und ihm dagegen die Stammstrecke Daressalam-Morogoro und die jeweils vollendeten Neubaustrecken verpfändet.

Baltzer.