Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 694

Oti, bedeutender Fluß in Togo, linker Nebenfluß des Volta (s.d.). Sein Quellfluß, der Pendschari, entspringt im sog. Atakoramassiv in Ober-Dahomé. In der äußersten Nordostecke des Schutzgebietes überschreitet er die deutsche Grenze in einer Seehöhe von etwa 150 m und durchfließt von da ab zum Teil in großen Windungen das Schutzgebiet bis zur Einmündung in den Volta bei Otisu (Seehöhe etwa 40 m) im wesentlichen in südlicher Richtung. In seinem untersten Teile schwankt seine Breite zwischen 120 und 210 m. Im übrigen gilt hinsichtlich des Hoch- und Niedrigwasserstandes, der Überschwemmungsgebiete und der Wassertiefe das beim Volta Gesagte. Die wichtigsten Nebenflüsse des Oti sind der Kumaga, in seinem oberen Teile Kerang genannt, der Kara (s.d.) und der Mo, Flüsse, welche sämtlich von links kommen und das Togogebirge durchbrechen. Verschiedene Untersuchungen haben ergeben, daß der Oti in seinem heutigen Zustande als Wasserstraße kaum benutzbar ist. Einzelne Strecken sind zwar bei Hochwasserzeit mit Kanus schon befahren worden, doch zeigte sich, daß die zur Hochwasserzeit herrschende starke Strömung dem Befahren flussaufwärts ein schweres Hindernis bietet. Auch verschiedene Stromschnellen, besonders jene unter- und oberhalb Otisu bilden schwere Verkehrshindernisse. Zur Niedrigwasserzeit ist der Wasserstand streckenweise so gering, daß die Fahrzeuge nur mit Schwierigkeiten über die vorhandenen Sandbänke hinweggeschoben werden können. Es ist aber wahrscheinlich, daß der O. besonders in seinem oberen und mittleren Teil durch geeignete Anlagen so reguliert werden kann, daß er als Wasserstraße verwendbar wird. Die Geländegestaltung an verschiedenen Stellen seiner Ufer ist derart, daß im Falle der Regulierung des Stromes beträchtliche Strecken künstlich bewässert werden könnten, was bei den im Gebiete des oberen und mittleren O. im allgemeinen stark hervortretenden Trockenperioden von wirtschaftlicher Bedeutung werden kann.

Literatur: F. Preil, Deutsch-französische Waffenbrüderschaft im Hinterlande von Togo und Dakomey. Lpz. 1910. v.

Zech.