Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 8

Palime, auch Kpalime gesprochen, ein vielfach Agome-Palime genannter bedeutender Handelsort in der Landschaft Agome (s. d.) in Togo am Endpunkt der Inlandbahn Lome-P. bei km 119 gelegen. Sitz eines Regierungsarztes, dem zugleich die Verwaltung der dortigen Regierungsapotheke obliegt, und eines dem Bezirksamt Misahöhe unterstehenden europäischen Polizeibeamten, der zugleich mit der Leitung der dortigen Zollhebestelle betraut ist. Die in P. eingerichtete meteorologische Beobachtungsstation höherer Ordnung steht unter Leitung des dortigen Regierungsarztes. In P. unterhält die katholische Steyler Mission eine von Europäern besetzte Hauptstation und eine Schwesternniederlassung. Dieselbe Mission hat in P. auch eine Kirche errichtet. Die Norddeutsche Missionsgesellschaft unterhält in P. gleichfalls eine Europäerstation und eine Kirche. Zahlreiche europäische Handelshäuser unterhalten in P. meist von Weißen verwaltete Faktoreien. Die Deutsche Togo-Gesellschaft (s. d.) betreibt in P. eine Baumwollentkernerei. Als Endpunkt der Inlandbahn Lome-P. und als Ausgangspunkt der über das Togogebirge nach Kpandu führenden Fahrstraße (s. Tafel 194) hat P. eine große Bedeutung für den Handel Togos erlangt. Von P. aus gelangen hauptsächlich Palmkerne, Palmöl, Kautschuk und Baumwolle zur Ausfuhr. Seehöhe 250 m. Jährliche Regenmenge 1500 mm (Mittel aus 5 Jahressummen). v. Zech.