Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 9

Palmöl, das Fett aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme. Es hat etwa Butterkonsistenz, einen angenehmen, etwas süßlichen Geschmack, orangegelbe bis rote Farbe und einen leichten Geruch nach Veilchen. In frischem Zustande dient es den Eingeborenen des ganzen tropischen Westafrikas und vielfach auch dem Europäer als Speisefett. In größeren Mengen für den Export gesammelt, wird es leicht ranzig und verliert auf dem Transport nach Europa noch weiter an Qualität. Es wird in der Regel in großen, etwa 700 kg fassenden Fässern nach Europa gebracht und dient in erster Linie zur Herstellung von Seifen und Kerzen. Versuche, das Fett in der Speisefettfabrikation zu verwenden, sind zurzeit noch nicht abgeschlossen, vielleicht bringt die maschinelle Gewinnung des Fettes drüben immer mehr bessere Ware an den Markt und damit diese Bestrebungen zu einem günstigen Ergebnis. Nach Hamburg kamen 1912 etwa 21000 t für 13 Mill. M., davon etwa 3000 t aus Togo und Kamerun (s. Ölpalme).

Voigt.