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Palmen (s. farbige Tafeln u. Tafel 26, 44, 49, 155, 160,193),
von denen
es über 1000 verschiedene gibt, sind nur den wärmeren Erdstrichen eigen.
Meist Bäume von beträchtlicher Höhe, ohne Jahresringe, selten verzweigt,
gewöhnlich nur an der Spitze eine Krone aus schopfig gehäuften,
gefiederten
oder fächerförmigen, den Stamm scheidig umfassenden Blättern tragend.
Blätter in der Knospe einfach, zusammengefaltet, bei der Entfaltung ganz
(Fiederpalmen) oder teilweise (Fächerpalmen)
in Streifen zerreißend. Blüten in achsel- oder endständigen, anfangs in
Scheidenblättern eingeschlossenen, kolbenartigen Rispen oder Ähren,
zwittrig,
ein- oder zweihäusig. Blütenhüllblätter 6, Staubblätter meist 6,
Fruchtknoten
zu einer 3- bzw. einsamigen Beere oder Steinfrucht auswachsend. Samen
vielfach mit der Fruchthülle innig verwachsen, mit sehr reichlichem, oft
erst flüssigem, milchähnlichem, später festem knorpeligem Eiweiß, dem
der Embryo seitlich angelagert ist. Die P. sind mit wenigen Ausnahmen
tropische Gewächse und haben ihre größte Artenzahl in Südamerika und auf
den Sundainseln. In Amerika und Asien erreichen sie ihre nördliche
Grenze
bei 34°, die beiden in Europa vorkommenden (Chamaerops humilis und die
Dattel) bei 43°. In Afrika und Australien ist ihre Artenzahl beschränkt;
wenige (die Kokos- und Palmyrapalme) besitzen ein größeres
Verbreitungsareal,
die meisten nur ein sehr kleines. - Der gewöhnliche Sprachgebrauch teilt
sie nach der Ausgestaltung der Blätter in Fächer- und Fiederpalmen ein;
wissenschaftlich werden sie nach der Ausbildung der Blütenhüllblätter,
nach Form der Blütenstände, der Zahl und Verwachsungsart der Karpelle,
nach Fruchtmerkmalen usw. in zahlreiche Unterfamilien und Gattungen
gruppiert.
Die P. zählen durch die Mannigfaltigkeit ihrer teils der Ernährung teils
technischen Zwecken dienenden
Produkte zu den hervorragendsten Nutzgewächsen der Erde. Man verwendet
1. zur Ernährung den Sagogehalt der Stämme
(Metroxylon, Corypha), das Fruchtfleisch (Dattel, Borassus, Dumpalme),
das Öl bzw. Nährgewebe der Samen (Öl-
und Kokospalme), zuckerhaltige Säfte, die besonders
reichlich nach dem Abschneiden der Blütenstände aus dem Stamm fließen
(Borassus, Arenga, Cocos, Raphia), die jungen, noch in der Knospe
befindlichen
Blätter (Palmkohl); 2. für technische Zwecke die Fasern der
Blätter, der Blattscheiden und die Blätter selbst zur Herstellung von
Dachbedeckungen (Atap), Flechtwerken aller
Art, Bindebast, Piassave, Tauen, Stricken (Corypha, Caryota, Cocos,
Phoenix,
Attalea), die Stämme als wertvolles Holz (Borassus, Areca, Sabal) oder,
im Fall sie schlingen, zur Stuhlrohrfabrikation (s. Rotanpalmen), das
harte Nährgewebe der Samen (vegetabilisches Elfenbein)
für Drechslerarbeiten (Phytelephas, Dumpalme, Coelococcus, Attalea),
endlich
auch die Samen der Betelpalme als
Kau-
und Reizmittel. Allen tropischen Gärten, nicht weniger
unseren Warmhäusern, gereichen die P. als Ziergewächse zum besonderen
Schmuck. In den deutschen Kolonien verbreitet
sind: die Kokos- und Betelp. (Südsee,
Ost- und Westafrika,) die wilde Dattelp. (Phoenix reclinata), mehrere
Arten von Wein- oder Raphia- und Dumpalmen,
die Öl- und Borassusp. (Ost- und
Westafrika). In Neuguinea, das gewiß noch viele unbekannte P. birgt,
trifft man häufig die Zuckerp. (Arenga saccharifera), auf den Karolinen-
und Salomonsinseln zwei Elfenbeinp. (Coelococcus carolinensis und
salomonensis),
S. die einzelnen Palmen unter ihren Namen.
Literatur: Martius, Historia naturalis palmarum, 3 Bde. Münch. 1823-
40.
- Seemann, Die Palmen. Lpz. 1857. - F.Drude in Engler u. Prantls Natürl.
Pflanzenlamilien. Lpz.
Volkens. |