Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 10

Pandanus (s. Tafel 160), baumartige, getrenntgeschlechtliche Gewächse mit gabelig verästeltem, am Grunde gewöhnlich mit Stützwurzeln versehenem Stamm und am Ende der Zweige schopfig gehäuften, langen, schmalen, parallelnervigen, am Rande gezähnten Blättern, die drei Schraubenlinien bilden (Schraubenbäume). Die Blüten sind nackt, die männlichen nur aus zahlreichen, an verkürzter oder verlängerter Achse angeordneten Staubblättern bestehend, die weiblichen in einen endständigen Kolben vereint und mit diesem sich zu einem zapfenartigen, bald kugligen und bis kopfgroßen, bald walzenartigen und bis armlangen Fruchtstand entwickelnd. Die Einzelfrüchte sind beerenartig oder enthalten einen Steinkern mit eiweißreichem Samen. Am zahlreichsten sind die Arten der Gattung P. an den Küsten des Indischen, weniger an denen des Stillen Ozeans, in Amerika fehlen sie ganz. Von den Küsten ab dringen sie vielfach längs der Ufer von Flüssen und Bächen weit in das Innere vor. Allgemein verwandt werden ihre Blätter zu Flechtwerken (Matten, Körben, Hüten), besonders auf den Marshallinseln, den Karolinen und Samoa, wo auch die Früchte einzelner Arten, die einen süßen Saft enthalten, gegessen d. h. "ausgenutscht" oder zu einer Präserve verarbeitet werden. Die männlichen Blüten sind oft wohlriechend und werden darum von den Eingeborenen als Parfüm gebraucht. Auf den Karolinen ist der P. tectorius die Charakterpflanze aller grasigen Bergrücken.

Literatur: Warburg, Pandanaceae in A. Engler, Das Pflanzenreich. Lpz. 1900.

Volkens.