| Pelele (vom Jao-Wort lupelele,
die Oberlippenzier schlechthin), Literaturbezeichnung für die mehr oder
minder großen Pflöcke oder Scheiben, die die Völker des südlichen Deutsch-Ostafrika und des Njassagebietes,
die Jao, Makua, Makonde,
Matambwe, Wangindo (s.d. betr. Art.) usw., in ihre
durchbohrte
Oberlippe einfügen (s. Tafel 117). Bei den Makonde, die
der Sitte am allgemeinsten
huldigen, tragen die Zierate je nach Durchmesser und Höhe verschiedene
Namen. So heißt der Pflock bis 3 cm Durchmesser und 2,5 cm Höhe
ndedewére;
die Scheibe von 4 cm Durchmesser und 2 cm Höhe kajopotóbwe; Scheiben von
4-5 cm Durchmesser bei 3-4 ein Höhe lidundúle (plur. ma-); solche von
gleichem Durchmesser, aber nur 2 cm Höhe ndonja (pl. dindonja). Die
größten
Scheiben endlich, solche von 6-7,5 cm Durchmesser und 2-3 cm Höhe, die
von den ältesten Frauen getragen werden, heißen litenge (pl. matenge).
Bei den Makua, die auch einen Unterlippenstift kennen, heißt
dieser nigulila. Die zierlichen Oberlippenpflöcke dieses Volkes heißen
mtati (pl. mi-).
Literatur: Weule, Wissenschaftl. Ergebn.
m. ethnogr. Forschungsreise in den Süden Deutsch - Ostafrikas. Mitt. a.
d. d. Schutzgeb., Erg. -Heft. I. Berl. 1908.
Weule. |