Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 31

Pemba, eine der Ostküste von Deutsc -Ostafrika vorgelagerte Insel, die nördlichste der drei großen Inseln des Sansibararchipels (s.d.). Sie gehört zum Sultanat Sansibar (s.d.), damit zu Großbritannien. Auch P. hat gleich Sansibar und Mafia (s.d.) einen tertiären Kern, dem jüngere Bildungen über- und angelagert sind; ferner besitzt es, ebenfalls im O, eine Korallenkalkplatte. Die Größe von P. ist 964 qkm (nach englischer Quelle 984), die höchste .Erhebung beträgt 91 m. Eine Besonderheit von P. sind die tief verzweigten Buchten der Westseite, augenscheinlich ertränkte Täler (s. Creek). Die Entstehungsgeschichte von P. (s. Deutsch-Ostafrika 2) ist der der beiden anderen Inseln nicht völlig gleichartig. Der P.kanal, der die Insel vom Festland trennt, hat Tiefen bis zu 864 m. - Sehr günstig sind die Regenverhältnisse; die Jahresmenge von Banani in der Mitte der Westküste beträgt 2237 mm in neunjähr. Mittel. P. ist ungemein fruchtbar, sein wichtigstes Bodenerzeugnis die Gewürznelke. Der Jahresdurchschnitt der Ernte beträgt (1893- 1905) 4676 t im Werte von etwa 41/2 Mill. M. Die Zahl der Einwohner war 1911: 83 437, also die Dichte 87.

Literatur: S. Sansibar; ferner J. E. E. Craster, Pemba, London 1913 (nicht benutzt). Karten: South-west coast of Pemba, West coast of P. je 1 : 48 700, Admiralty Charts Nr. 1310, 1812, London 1903. - Pemba - Kanal 1: 150 000, Admiral. - Karte Nr. 122, 1905.

Uhlig.