Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 32 f.

Penndé oder östlicher Logone, rechter Nebenfluß des Logone (Kamerun). Er entspringt auf dem Hochland von Jadé und überwindet mit so viel Schnellenstrecken den Abfall des Hochlandes, als Stufen vorhanden sind, in nordöstlicher Richtung fließend. Dieser wilde Lauf in gebirgigem Terrain reicht bis Bi Namkor. Dann beginnt der zweite Abschnitt bis Dokula, wo der P. in einem breiten Tal, aber in einem welligen bis hügeligen Gelände dahinfließt. Dann hört die Erosion auf, die Ufer werden sumpfig, sind mit Weiden und Wiesen bestanden, und viele Kanäle werden gebildet. Eine Reihe von kleinen Teichen begleitet hier das Ufer in einigem Abstand. Die letzte Schnelle des P. ist bei Dimbaia, er müßte also eigentlich bis dorthin schiffbar sein. Es fehlen aber alle Angaben hierüber. Während der P. zuerst nach Nordosten strömt, biegt er später um und fließt dem Logone, in den er bei Bakassi mündet, in nordwestlicher Richtung zu. Die Nebenflüsse des P. sind von links der Ssipuoi oder Leke, der am Rande des Hochlandes entspringt, ferner der Njeme oder Nja und einige kleine andere. Seine Nebenflüsse rechts sind geringfügig; zu erwähnen ist nur der Nga Luma, der ihm in der Nähe des Njeme zuströmt. Der P. bildet in seinem Unterlaufe von dem Orte Gore ab die deutsch - französische Grenze. Die Vegetation wandelt sich in seinem Oberlaufe. von der Buschsteppe zur Savanne und. zur reinen Steppe mit Uferwald an den Flußläufen im Unterlaufe. Der P. fließt durch die Gebiete zweier,großer Volksstämme, die in großem Gegensatze zueinander stehen. Am Oberlaufe sitzen Baia (s.d.) und Jangere (s.d.), an seinem Unterlaufe Laka (s.d.) und Sara. Beides sind Sudanstämme, aber sie unterscheiden sich sehr. Die Baia essen zur Hauptsache Maniok, sitzen in Dörfern und besitzen wenig Vieh, sind darum Menschenfresser. Die Laka und Sara bauen Hirse und besitzen viel Vieh. Sie sind keine Menschenfresser und wohnen in weitläufigen Gehöftdörfern im oberen Gebiete des Nja sitzen außerdem noch Mbum. (s.d.). - Jadé, der Mittelpunkt des Hochlandes, liegt im Quellgebiet des P., Gore an der Mündung des Njeme. Die Dörfer dieses Gebietes sind weit ausgedehnt und mitunter mit einander verwachsen. Wie so häufig, ist es schwierig, hier Orte zu bestimmen, da die Dörfer oft verlegt werden.- S.a. Kamerun 3.

Passarge- Rathjens.