Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 32

Pennisetumhirse (Negerhirse, Duchn; Kisuaheli: Uwele, pl. mawele), Pennisetum americanum (L.) K. Sch. (s. Tafel 161), im tropischen Afrika, weitverbreitete Getreideart; auch in Nordafrika, Arabien und Britisch - Indien kultiviert. Tritt an Bedeutung als Volksnahrungsmittel weit hinter die Sorghumhirse (s.d.) zurück. Die Pflanze bildet einen drehrunden, oftmals bis auf die verjüngten Enden zylindrischen oder kolbenförmigen Blüten- und Fruchtstand (daher auch der Name "Kolbenhirse"). Die kleinen, sitzenden, verkehrt eiförmigen Früchte sind höchstens 3-4 mm lang, auf dem Querschnitt kreisförmig und am Rücken etwas zusammengedrückt. Ihre Farbe ist weiß, gelblich, braun, blaugrau oder hellgrau. Die Pflanze zeigt starke Abweichungen in Form, Aussehen und Behaarung der Fruchtstände, in Form und Größe der Spelzen und der Hüllborsten. Danach werden über 30 Kulturformen unterschieden (bei Leeke).

Literatur: K. Schumann in Englers Pflanzenwelt 0statrikas (1895), Tl. B, 51 ff. Tl. C, Taf. IV. - Leeke, Untersuchungen über Abstammung u. Heimat d. Negerhirse. Zeitschr. f. Naturwissenschaften 79 (1907), mit zahlreichen Abb. - Stuhlmann, Beitr. Kulturgesch. Deutsch - Ostafrikais (1909), 194 ff.

Busse.