Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 39

Petroleum ist in ganz minimalen Mengen im Küstengebiet von Kamerun in jungen, lockeren Sandablagerungen gefunden; Bohrungen bis zu 800 m Tiefe hatten keinen Erfolg; die geringen Ölspuren waren auf die obersten Schichten beschränkt. Ein dickes, schweres Erdöl läßt sich in ganz geringen Mengen aus den bituminösen Schiefern am Kreuzfluß in Kamerun abdestülieren; eine praktische Bedeutung hat das Vorkommen ebenfalls nicht. Nach Mitteilungen im Reichstag 1914 ist auch im Küstengebiet von Kaiser-Wilhelmsland, im NW, Petroleum gefunden worden, und zwar scheint es dort an die jungen Faltengebirge, an deren aufgebrochene Sattelkerne gebunden zu sein, ebenso wie in den sonstigen ergiebigen Petroleumgebieten. Nach allem, was bisher darüber in die Öffentlichkeit gekommen ist, scheinen diese in geringer Entfernung von der Küste liegenden Fundstellen zu den besten Hoffnungen zu berechtigen; die Mittel zur gründlichen Untersuchung der Fundstellen wurden dazu vom Reichstag bewilligt.

Gagel.