Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 51

Pferde (s. Tafel 164). Die in den Kolonien einheimischen P. sind sämtlich orientalischen Ursprungs. Das nach Deutsch-Südwestafrika aus der Kapkolonie als "Afrikaner" eingeführte P. ist wahrscheinlich aus einer Kreuzung zwischen dem Berber- und dem Perser- oder Araberpferd hervorgegangen und hat auch durch zahlreiche zu Anfang des vorigen Jahrhunderts nach Südafrika erfolgte Importe englisches Vollblut in sich. Das mittelgroße P. mit kräftigem Knochenbau, kleinen und sehr harten Hufen hat oft wenig ansprechende Körperformen, ist aber den natürlichen Verhältnissen dieses Schutzgebiets gut angepaßt. Zu seinen besonderen Vorzügen gehört seine große Ausdauer und Widerstandsfähigkeit. In Kamerun ist das in Adamaua einheimische, kleine, wetterharte und anspruchslose P. und das von den Fulbe (s.d.) gezüchtete mittelgroße P. von kräftigem Körperbau und wenig ansprechenden Körperformen zu erwähnen. Das Fullahpferd ist aus dem von Nordafrika eingeführten Berberpferd entstanden, auch das Adamauapferd enthält Berberblut. In Togo kommt das Tschaudjopferd vor, das aus Mossi im östlichen Teil des Westsudan stammen soll und arabischen Ursprungs ist. Es hat die Größe eines Doppelponys mit guten, gedrungenen Körperformen und zeichnet sich durch Genügsamkeit und Widerstandsfähigkeit aus. Im westlichen Teil von Nordtogo ist das Mandingopferd heimisch, von mittlerer Größe, wenig ansprechenden Körperformen. Seine Abstammung wird auf das Berberpferd zurückgeführt. Über die in die Kolonien eingeführten Pferderassen s. Pferdezucht.

Neumann.