Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 92 ff.

Postverbindungen (Postdampferverbindungen), Dampfersubventionen.1. Postverbindungen mit Europa. 2. Dampfersubventionen.

Karten

1. Postverbindungen mit Europa. Deutsch-Ostafrika: a) Reichspostdampfer der Deutschen Ostafrika-Linie (s.d.) neuerdings zweimal monatlich an festen Abgangstagen in etwa 14tägigen Zwischenräumen, b) französische Postdampfer der Messageries Maritimes (s.d.) vierwöchentlich einmal (Anschluss in Sansibar). Beförderungsdauer für Briefsendungen von Berlin nach Daressalam 20-25 Tage. Deutsch-Südwestafrika a) Reichspostdampfer der Deutschen Ostafrika-Linie (westliche Rund fahrt), neuerdings zweimal monatlich an festen Abgangstagen in etwa -14tägigen Zwischenräumen, b) Dampfer der Woermann- (s.d.), der Hamburg-Bremer Afrika- (s.d.) und der Hamburg Amerika-Linie (s.d.) auf der Lüderitzbucht und Swakopmund-Linie je zweimal monatlich von Hamburg abgehend und c) wöchentlich einmal mit Dampfern der Union-Castle Mail Steamship Company (s.d.), Linie Southampton - Kapstadt, von Kapstadt weiter mit Küstendampfern der Woermann- und Deutschen Ostafrika-Linie. Beförderungsdauer für Briefsendungen von Berlin nach Swakopmund 23 bis 24 Tage nach Lüderitzbucht 20-22 Tage, Kamerun: a) Dampfer der Vereinigten Deutschen Westafrika-Linien (Woermann-Linie, Hamburg-Amerika-Linie und Hamburg- Bremer Afrika-Linie) (s.d.) monatlich zweimal und b) Schiffe der African Steamship Company (s.d.) und der British and African Steam Navigation Company (s.d.) alle 4 Wochen zwischen Liverpool und Duala, Kribi verkehrend. Beförderungsdauer für Briefsendungen von Berlin nach Duala 20 Tage und mehr. - Togo: a) Dampfer der Vereinigten Deutschen Westafrika- Linien fünfmal monatlich, b) französische Postdampfer der Fraissinet - Linie (s.d.) und der Chargeurs- Réunies (s.d.) zwischen Marseille bzw. Bordeaux und Cotonou (Dahomé) je monatlich einmal verkehrend (Anschluss über Land in Cotonou) und c) Schiffe der African Steamship Company sowie der British and African Steam Navigation Company zwischen Akkra und Liverpool wöchentlich einmal verkehrend bis Akkra (Goldküste), von da auf dem Landwege. Beförderungsdauer für Briefsendungen von Berlin nach Lome 17 Tage und mehr. Deutsch-Neuguinea: a) Allee 4 Wochen zweimal. über Sydney und Hongkong durch die Reichspostdampfer der Austral-Japan-Linie, b) alle 8 Wochen einmal über Singapore durch den Reichspostdampfer ,Manila" des Norddeutschen Lloyd (s.d.) und c) alle 16 Wochen über Sydney durch den Dampfer "Germania', der deutschen Jaluit-Linie. Beförderungsdauer für Briefsendungen von Berlin nach Rabaul 142-49 Tage MarshallinseIn: Sechsmal jährlich durch den alle 16 Wochen von Sydney über Rabaul-Nauru-Jaluit-Kusaie-Ponape-Truk-Saipan- Jap-Palau nach Hongkong laufenden und ebenso oft über diese Plätze zurückfahrenden Dampfer ,Germania" der Jaluit-Linie. Beförderungsdauer für Briefsendungen von Berlin nach Jaluit 52-62 Tage. - Karolinen, Marianen, Palauinseln: Wie bei den Marshallinseln. Beförderungsdauer für Briefsendungen von Berlin nach Ponape bzw. Saipan, 49-66 Tage nach Jap 38-51 Tage. Jap wird außerdem alle 4 Wochen zweimal von der Austral - Japan - Linie auf der Strecke Sydney- Hongkong und zurück angelaufen Die Postverbindung für Angaur vermittelt ebenfalls die Austral-Japan-Linie, die Angaur alle 8 Wochen zweimal anläuft. Samoa: Die Beförderung der Post aus Europa nach dem Schutzgebiet hat mehrfache Wandlungen durchgemacht. Die Beförderung der Briefpost von Europa nach Samoa erfolgt seit 1912 über Newyork-San Francisco, von da weiter mit den alle vier Wochen nach Sydney fahrenden Dampfern der Oceanic Steamship Company bis Pago-Pago, von da mit besonderen Fahrzeugen nach Apia Beförderungsdauer Berlin-Apia. 25-27 Tage. In. umgekehrter Richtung wird die Briefpost über Pago-Pago, von da weiter mit den Dampfern der Oceanic Steamship Company, und zwar alle 14 Tage einmal über San Francisco- Newyork, das andere mal über Sydney befördert. Die Beförderungsdauer für Briefsendungen nach Berlin beträgt auf dem Wege über San Francisco 26-28, auf dem Wege über Sydney 42 Tage - Kiautschou : Die Postverbindungen zwischen dem Schutzgebiet und dem Mutterland sind verschieden, je nachdem es sich um Briefe und Postkarten oder um Drucksachen, Zeitungen und Warenproben usw. handelt. Erstere werden 1-2 mal wöchentlich über Sibirien befördert (Beförderungszeit 14 - 17 Tage gegenwärtig) Drucksachen und Zeitungen gehen auf dem Seewege über Suez (Beförderungszeit 35-37 Tage). Der Anschluß an die großen Dampfschiffverbindungen des Weltverkehrs in Schanghai (Dampfer des Norddeutschen Lloyd, der Messageries Maritimes und der P & 0. Line) wird durch Postdampfer der Hamburg-Amerika-Linie hergestellt. Neuerdings laufen die Reichspostdampfer der ostasiatischen Hauptlinie nach Yokohama vierwöchentlich auch Tsingtau an. Pakete werden sowohl auf dem Eisenbahnwege über Sibirien als auch auf dem Dampferwege über Suez befördert. Über Postverbindungen zur See innerhalb der Schutzgebiete s. Küstenfahrt.

2. Dampersubventionen. Die seefahrenden Nationen unterstützen die eigene Schiffahrt auf zweierlei Art, entweder allgemein in Form von Prämien (Bau-, Fahrt- und Betriebsprämien), die an alle beteiligten Reedereien gezahlt werden, oder durch besondere Subventionierung einzelner Schiffahrtslinien. Das letztere System, das in der Regel dort Platz greift, wo sich das Bedürfnis eigener regelmäßiger Dampferverbindungen zugunsten des überseeischen Handels und des Postverkehrs sowie der Kolonien geltend macht, ist von Deutschland angenommen und erstreckt sich auf die staatliche Unterstützung der Reichspost-Dampferlinien nach Ostasien, Australien, Ost- und Südafrika. Es bestehen zurzeit auf Grund der Reichsgesetze vom 6. April 1885 und vom 25. Mai 1900, betr. die Post-Dampfschiffverbindungen mit überseeischen Ländern und mit Ostafrika, Verträge vom 30. Okt./ 12. Sept. 1898 mit dem Norddeutschen Lloyd in Bremen über die Unterhaltung deutscher Post- Dampfschiffverbindungen mit Ostasien, Australien und den deutschen Schutzgebieten in der Südsee (jährliche Vergütung 5 590 000 M) und vom 21./9. Juli 1900 mit der Deutschen Ostafrika-Linie in Hamburg über die Einrichtung und Unterhaltung von Postdampferverbindungen mit Afrika (jährliche Vergütung 1 350 000 M) Vom 1. Oktober 1914 ab regelt sich der vom Norddeutschen Lloyd betriebene Reichspostdampferdienst nach dem Gesetz betreffend die Postdampfschiffsverbindungen mit überseeischen Ländern vom 10.Juni 1914 (RGBl S. 217). Abgesehen von diesen durch Gesetz bewilligten Dampfersubventionen zahlt die Reichspostverwaltung besondere Entschädigungen an Dampfschiffgesellschaften für die Herstellung regelmäßiger Postverbindungen mit und zwischen Schutzgebieten. In Betracht kommen die Vergiftungen an die Hamburg-Amerika-Linie für Herstellung regelmäßiger zweimal wöchentlicher Postverbindungen zwischen dem Schutzgebiet Kiautschou und Schanghai bzw. Tschifu, Tientsin und Dairen (Dalny), an die Deutsche Jaluit-Linie für Herstellung der Postverbindungen zwischen den Karolinen, Marianen, Palau- und Marshallinseln untereinander sowie mit Rabaul (Deutsch-Neuguinea), Hongkong und Sydney, die Vergütung an die Woermann- Linie in Hamburg für Herstellung der Postverbindung zwischen Swakopmund, Lüderitzbucht, Port-Nolloth und Kapstadt und endlich die Vergütung für die Beförderung der Post zwischen Samoa und Pago- Pago. - Die Dampfer der subventionierten und der übrigen vorher genannten Postdampferlinien führen die Reichspostflagge nach Maßgabe der über die Führung derselben durch derartige Schiffe bestehenden Allerhöchsten Bestimmungen. S.a. Dampfschiffahrt, Schiffahrtsverträge und Schiffahrtsgesellschaften.

Literatur: Bericht über die Ergebnisse der Reichspost- und Telegraphenverwaltung während der Rechnungsiahre 1906110, 97 11, 29 11. Archiv für Post und Telegraphie Jahrgang 1910 389 11, 510 11. und Jahrgang 1911, 40111.

Puche.