Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 95 ff.

Presse, koloniale. I. K. P. in Deutschland; II. K. P. in den Schutzgebieten; III. Verzeichnis der kolonialen Zeitungen und Zeitschriften: A. In Deutschland erscheinende Zeitungen und Zeitschriften. B. In den Schutzgebieten erscheinende Zeitungen und Zeitschriften. I. K. P. in Deutschland. Bevor das Deutsche Reich nach seiner Wiedererstehung den Zeitpunkt für gekommen hielt, einen Teil von Südwestafrika unter seinen Schutz zu nehmen und dadurch die erste Kolonie unter deutscher Herrschaft zu errichten, hatte sich eine Vereinigung gebildet, die das Interesse des Volkes an kolonialen Bestrebungen wecken und fördern sollte, der Deutsche Kolonialverein (s.d.). Er war der Vorläufer der heutigen Deutschen Kolonialgesellschaft (s.d.) und zugleich der Gründer ihres Organs, der Deutschen Kolonialzeitung. Ende 1882 in Frankfurt a. M. ins Leben getreten, benutzte er als Vereinsorgan zunächst die vom Westdeutschen Verein herausgegebene Kolonialpolitische Korrespondenz. Mit Beginn des 2. Vereinsjahres 1884 wurde dann aber die "Deutsche Kolonialzeitung" begründet, deren erster Redakteur, Richard Lesser, bis dahin die gleiche Ziele verfolgende "Wirtschaftliche Weltpost" herausgegeben hatte. Aufgabe der Deutschen Kolonialzeitung sollte es nicht allein sein, über bestehende deutsche Ansiedlungen zu belehren und das Entstehen neuer zu fördern, sondern auch durch regelmäßige Beleuchtung der Kolonialversuche anderer Völker das Verständnis für Kolonisation überhaupt zu vertiefen. Um in diesen Bestrebungen noch weiter zu gehen und vor allem geeignetes Siedlungsland ausfindig zu machen und zu erwerben, gründeten ehemalige Mitglieder des Deutschen Kolonialvereins 1884 die Gesellschaft für deutsche Kolonisation (s.d.). Mehrere Versuche, beide Vereine zu einem miteinander zu verbinden, schlugen fehl, bis endlich im Dezember 1887 ihre Verschmelzung zu dem neuen Verein "Deutsche Kolonialgesellschaft" zustande kam. Das von letzterer übernommene Organ des Deutschen Kolonialvereins, der bereits im Februar 1885 seinen Sitz nach Berlin verlegt hatte behielt den Namen "Deutsche Kolonialzeitung". Sie erscheint jedoch seit 1888, dem ersten Lebensjahre der Deutschen Kolonialgesellschaft, in größerem Format. 1888 wurde sie als Neue Folge - 1. Jahrgang herausgegeben, 1898 ihr Beginn auf 1884 zurückdatiert. Die Deutsche Kolonialzeitung wird allwöchentlich sämtlichen Mitgliedern (1913 über 42000) der Deutschen Kolonialgesellschaft zugestellt. Die Gesellschaft gibt ferner seit Juli 1899 eine Monatsschrift heraus, die für größere Aufsätze über koloniale Fragen bestimmt ist. Dieses Blatt führte von 1899-1903 den Titel "Beiträge zur Kolonialpolitik und Kolonialwirtschaft", es ist mit dem Jahre 1904 in die auch das Kolonialrecht gebührend berücksichtigende "Zeitschrift für Kolonialpolitik, Kolonialrecht und Kolonialwirtschaft" und Anfang 1913 in "Koloniale Monatsblätter" umgewandelt worden. Die Aufsätze aus dem Kolonialrecht bringt ein selbständiger Teil unter dem Titel "Zeitschrift für Kolonialrecht". Mit der Einrichtung von Ksl. Gouvernements in den Schutzgebieten und einer Kolonialabteilung des Auswärtigen Amts in Berlin (aus der 1906 das Reichs- Kolonialamt hervorging) entstand das Bedürfnis nach einem amtlichen Organ für Bekanntmachung von Gesetzen, Verordnungen und Erlassen der Reichsbehörden und der Behörden der Schutzgebiete. Seit 1890 erscheint zu dem Zwecke ein "Deutsches Kolonialblatt", das als Amtsblatt für die Schutzgebiete in Afrika und in der Südsee halbmonatlich im Reichs- Kolonialamt herausgegeben wird. Es enthält gleichzeitig wissenschaftliche und wirtschaftliche Nachrichten aus den deutschen Kolonien und dem Auslande, Mitteilungen über Zolltarife, Schiffsverkehr, koloniale Literatur und Anzeigen. Größere Berichte über Forschungsreisen u. dgl. bringen mindestens einmal vierteljährlich die wissenschaftlichen Beihefte "Mitteilungen aus den Deutschen Schutzgebieten", mit Benutzung amtlicher Quellen herausgegeben von Dr. H. Marquardsen (seit 1912, vorher von Dr. Freiherrn v. Danckelman). Für das Schutzgebiet Kiautschou gibt das Reichsmarineamt seit 1903 eine Beilage zum Marineverordnungsblatt unter dem Titel "Verordnungsblatt für das Kiautschougebiet" heraus, das nur die auf Kiautschou bezüglichen Gesetze, Verordnungen und Bekanntmachungen enthält. Die amtlichen Jahresberichte über die Entwicklung der deutschen Schutzgebiete erschienen bis 1911 als Denkschrift für den Reichstag. Aus Sparsamkeitsrücksichten kommen sie jetzt als selbständiges Werk, "Die Deutschen Schutzgebiete in Afrika und der Südsee. Amtliche Jahresberichte, herausgegeben vom Reichs- Kolonialamt", in den Buchhandel. Vom Reichs-Marineamt wird über Kiautschou aus dem gleichen Grunde seit 1911 nur in knapper Form in der Presse berichtet. Als Organ des wirtschaftlichen Ausschusses der Deutschen Kolonialgesellschaft, des Kolonialwirtschaftlichen Komitees, erscheint seit 1897 monatlich die Zeitschrift für tropische Landwirtschaft "Der Tropenpflanzer" nebst den jährlich 6 Nummern umfassenden wissenschaftlichen und praktischen Abhandlungen "Beihefte zum Tropenpflanzer" (Herausgeber 0. Warburg, Berlin, und F. Wohltmann, Halle). Der im Jahre 1904 gegründete Deutschnationale Kolonialverein läßt die bereits seit 1902 bestehende Monatsschrift "Die deutschen Kolonien" erscheinen. Seit dem 1. Jan. 1913 ist zugleich auch die wöchentlich erscheinende "Koloniale Zeitschrift" Organ dieses Vereins. Ferner wird in Berlin seit 1908 das unabhängige, reichillustrierte Blatt "Kolonie und Heimat" (ist zugleich das Organ des Frauenbundes der D. Kol.- Ges.) herausgegeben. Außer den vorgenannten Zeitschriften entstanden mit der Zeit noch eine Reihe privater Natur. Endlich geben die in den Kolonien tätigen Missionsgesellschaften zur Unterstützung ihrer Bestrebungen noch eine Anzahl Schriften heraus. II. K. P. in den Schutzgebieten. Deutsche Zeitungen in den Schutzgebieten konnten erst allmählich mit der fortschreitenden Besiedlung und Entwicklung der Kolonien entstehen. So vergingen fast 1 1/2 Jahrzehnte, bis als erste deutsche Schutzgebietszeitung der "Windhuker-Anzeiger" in Deutsch - Südwestafrika erschien (1898 von Rechtsanwalt Wasserfall gegründet). Um sie als Organ der ganzen Kolonie zu kennzeichnen, erhielt sie 1901, nachdem ihr Sitz nach Swakopmund verlegt war, den Titel "Deutsch- Südwestafrikanische Zeitung", den sie noch heute führt, jedoch seit 1. Okt. 1912 mit dem Zusatz "vereinigt mit Swakopmunder Zeitung". Andere politische Zeitungen sind ihr später zur Seite getreten: 1903 die ."Nachrichten des Bezirksvereins Windhuk", deren Name 1904 in "Windhuker Nachrichten" und 1911 in "Der Südwestbote" geändert wurde; 1909 die "Lüderitzbuchter Zeitung" zur Wahrnehmung der Interessen der Diamantengesellschaften und Schürfer; Ende 1910 der "Südwest" und seit Januar 1912 die "Swakopmunder Zeitung". Letztere hat sich am 1. Okt. 1912 mit der "Deutsch- Südwestafrikanischen Zeitung" verschmolzen. Ferner erscheint seit April 1913 auch in Keetmanshoop noch ein gedrucktes Blatt, die "Keetmanshooper Zeitung"; sie wurde bisher etwa zwei Jahre lang in Schreibmaschinenschrift hektographisch vervielfältigt. Von diesen Zeitungen erscheinen 2 in Windhuk, 1 in Swakopmund, 1 in Lüderitzbucht und 1 in Keetmanshoop, davon werden 1 dreimal, 2 zweimal und 2 einmal wöchentlich herausgegeben. Ein "Amtsblatt für das Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika" erscheint erst seit 1910, vorher benutzte das Gouvernement im wesentlichen die Deutsch- Südwestafrikanische Zeitung als Publikationsorgan. In Deutsch-Ostafrika gelang es erst 1899 eine politische Zeitung, nämlich die noch heute bestehende "Deutsch- Ostafrikanische Zeitung" zu gründen (die Redaktion übernahm v. Roy). Bis dahin mußten die amtlichen Bekanntmachungen zinkographiert werden oder mit vielen Druckfehlern in der "Gazette for Zanzibar and East Africa" erscheinen. Ende 1904 trat die aus den 1902 entstandenen "Anzeigen für Tanga" hervorgegangene "Usambara-Post" hinzu, deren Herausgabe im ursächlichen Zusammenhang mit der steigenden Entwicklung des Hinterlandes von Tanga stand. Sie wurde jahrelang in der Handwerkerschule in Tanga gedruckt und sollte als amtliches Organ für Bekanntmachungen der Bezirksämter Tanga, Pangani, Wilhelmsthal und des ksl. Bezirksgerichts Tanga dienen. 1908 wurde noch die "Deutsch-Ostafrikanische Rundschau" ins Leben gerufen, diese ist aber Ende 1912 von der "Deutsch- Ostafrikan. Zeitung" aufgekauft worden. Deutsch-Ostafrika hat also zurzeit nur 2 politische Zeitungen. Davon wird 1 zweimal wöchentlich in Daressalam und 1 einmal jede Woche in Tanga gedruckt. Ein Amtsblatt unter der Bezeichnung "Amtlicher Anzeiger für Deutsch- Ostafrika" erscheint seit 1900. - Von den übrigen deutsch-afrikanischen Schutzgebieten Kainerun und Togo, die von Deutschen infolge des Klimas bis jetzt wenig besiedelt sind, besitzt seit Okt. 1912 auch Kamerun eine eigene Zeitung, die "Kamerun-Post". Beide waren bisher auf ihr Amtsblatt, das in Kamerun seit 1908 und in Togo seit 1906 erscheint, angewiesen, welche nicht nur amtliche Nachrichten enthalten, sondern in einem nichtamtlichen Teil auch allgemeinen kolonialen Fragen sowie Anzeigen Platz gewähren. - In der Südsee erscheint als einziges deutsches politisches Organ die "Samoanische Zeitung", die 1901 in 14tägigen Zeiträumen zuerst ausgegeben wurde, seit mehreren Jahren aber jede Woche herauskommt. Sie erscheint in deutscher und englischer Sprache. Vorher war man längere Zeit hindurch auf den englisch geschriebenen "Samoa Weekly Herald" angewiesen, der jedoch infolge des Überganges der Inseln in rein deutschen Besitz einging. Die seit 1892 erschienene Samoa Royal Gazette wurde 1900 durch das "Samoanische Gouvernements-Blatt" abgelöst. Das seit 1909 bestehende "Amtsblatt für das Schutzgebiet Neuguinea" nimmt außer amtlichen Bekanntmachungen auch private Mitteilungen auf. Das Schutzgebiet Kiautschou erhielt bereits 1902 seine eigene Zeitung in der "Deutsch-Asiatischen Warte", die einmal jede Woche in Tsingtau erschien, aber später wieder einging. Schon 1898 ließ der Ostasiatische Lloyd in Schanghai ein Beiblatt "Nachrichten aus Kiautschou" erscheinen. Ende 1904 traten die "Tsingtauer Neuesten Nachrichten" als Tageszeitung (die einzige in den deutschen Schutzgebieten) ins Leben. 1908 kam noch das Wochenblatt "Kiautschou-Post" hinzu, das aber seit Ende 1912 nicht mehr erscheint. Ein "Amtsblatt für das Schutzgebiet Kiautschou" gibt das Gouvernement seit 1900 heraus. (S.a. Amtsblätter.) - Zeitungen in Eingeborenensprachen erscheinen in sämtlichen deutschen Schutzgebieten und zwar, soweit bekannt geworden ist, in Deutsch-Ostafrika 5, Kamerun 2, Togo 2, Deutsch- Südwestafrika 2, Deutsch-Neuguinea 2, Samoa 6 und Kiautschou 7. Sie werden zum größten Teile von Missionsgesellschaften herausgegeben. III. Verzeichnis der kolonialen Zeitungen und Zeitschriften. Die nachfolgende Liste enthält nähere Angaben, soweit feststellbar, über Gründungsjahr, Erscheinungsort, Verlag und Tendenz der kolonialen Presse in Deutschland und von sämtlichen in den deutschen Schutzgebieten erscheinenden Zeitungen und Zeitschriften mit Ausnahme der von den Missionen herausgegebenen. Wegen der letzteren s. "Missionszeitschriften". A. In Deutschland erscheinende Koloniale Zeitungen und Zeitschriften. Afrika-Post, Zeitschrift für deutsche Interessen in Afrika, erscheint seit 1888 in Hamburg zweimal monatlich, dient als offizielles Organ des Afrikadienstes der Woermann- Linie A.- G., Deutschen Ostafrika-Linie, der Hamburg-Amerika-Linie (Afrika-Dienst) sowie der Hamburg-Bremer-Afrika-Linie A.-G. "Arbeits-Markt", Monatsschrift für die Deutsch-Afrikanischen Kolonien, erscheint seit 1911, bis Ende 1912 am 1. u. 15., seit 1913 am 20. jeden Monats im Verlage von Hans Winterfeld, Schöneberg. - Berlin-Hamburger Kolonial-Kursbericht, Herausgeber: Deutsches Kolonialkontor G.m.b.H., Hamburg, erscheint seit 1910 jeden Sonnabend. "Der Tropenpflanzer", Zeitschrift für tropische Landwirtschaft, erscheint seit 1897 monatlich in Berlin als Organ und im Verlage des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees (Wirtschaftl. Ausschusses der Deutschen Kolonialgesellschaft). - Beihefte zum Tropenpflanzer, Wissenschaftliche und praktische Abhandlungen über Tropische Landwirtschaft. Herausgeber: 0. Warburg, Berlin und F. Wohltmann, Halle. Erscheinen jährlich in mindestens 6 Nummern, seit 1900. Verlag: Kolonial-Wirtschaftl. Komitee, Berlin. - Das Größere Deutschland, Wochenschrift für deutsche Welt- und Kolonialpolitik, Herausgeber: Dr. Paul Rohrbach und Dr. Ernst Jäckh. Schriftleiter: Oberleutnant a. D. Franz Kolbe. Erscheint seit April 1914 im Gordon-Verlag, Dresden. - Deutsche Kolonialpost, erscheint seit 1906 in der 1. Hälfte jeden Monats im Verlage von E. Wetzel, Linsenhofen-Stuttgart. Deutsche Kolonialwerte, Zeitschrift für Finanz-, Industrie- und Handelssachen in den deutschen Kolonien, erscheint seit 1908 am 1. und 15. jeden Monats im Verlage von Albert Schindler Berlin. - Deutsche Kolonialzeitung, gegründet 1884 vom Deutschen Kolonialverein, ist seit 1888 Organ der Deutschen Kolonialgesellschaft, die aus der Verschmelzung des Kolonialvereins mit der Gesellschaft für deutsche Kolonisation hervorging. Erscheint in Berlin jeden Sonnabend im Kommissionsverlag von Rudolf Mosse. - Deutsches Kolonialblatt, Amtsblatt für die Schutzgebiete in Afrika und in der Südsee, herausgegeben im RKA, erscheint seit 1890 halbmonatlich in der Regel am 1. und 15. jeden Monats im Verlag von E. S. Mittler & Sohn, Berlin mit den vierteljährl. Beiheften: Mitteilungen aus den deutschen Schutzgebieten, herausgegeben von Dr. Marquardsen. -Die deutschen Schutzgebiete in Afrika und der Südsee, amtliche Jahresberichte, herausgegeben vom RKA., erscheinen seit 1911 im Verlage von E. S. Mittler & Sohn, Berlin. - Die deutschen Kolonien, Monatsschrift des Deutsch-nationalen Kolonialvereins, erschien 1902 (1905 mit der Schrift "Aus fernen Landen" verschmolzen), wird, seitdem die Kolon. Zeitschr. Vereinsorgan ist, für die Mitglieder als Nachrichtenblatt im Verlage von Wilh. Süsserott, Berlin, herausgegeben. - Koloniale Rundschau, erscheint seit 1910 in Berlin Im Verlag von Dietrich Reimer (Ernst Vohsen als Monatsschrift für die Interessen unserer Schutzgebiete und ihrer Bewohner, seit 1914 zugleich Organ der Deutschen- Gesellschaft für Eingeborenenschutz. - Koloniale Zeitschrift, erscheint seit 1900, wurde bis Ende 1912 von Oberleutnant a. D. Fr. Kolbe, Berlin-Schöneberg, als unabhängiges Organ für die wirtschaftlichen und politischen Interessen der deutschen Kolonien und Export-Organ für das überseeische Deutschland herausgegeben, ist seit Januar 1913 Zeitschrift des Deutschnationalen Kolonialvereins, erscheint einmal wöchentlich nebst einer landwirtschaftlichen Beilage "Der Tropenlandwirt" im Deutschen Kolonialverlag (G.Meineche), Berlin. - Kolonial-Post, Organ der Vereinigung der Kriegervereine ehemaliger, China- und Afrikakämpfer Deutschlands und des Kolonial-Kriegerdank E. V., erscheint seit 1906 am 1. jeden Monats, seit Januar 1913 im Verlage von Hauptmann z. D. Kuhn, Berlin. Kolonie und Heimat, Organ des Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellschaft, erscheint seit Oktober 1907 in Berlin als unabhängige koloniale Zeitschrift, bis Sept. 1910 14tägig, jetzt wöchentlich. Verlag: "Kolonie und Heimat" Verlagsges. b. H. -Mitteilungen aus den deutschen Schutzgebieten, wissenschaftliche Beihefte zum Deutschen Kolonialblatte. Mit Benutzung amtlicher Quellen herausgegeben von Dr. H. Marquardsen (früher Dr. Freiherr von Danckelman). Erscheinen seit 1888, mindestens einmal vierteljährlich im Verlage von E. S. Mittler & Sohn, Berlin. - Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Eingeborenenschutz, erscheinen monatlich seit 1914 als Sonderabdrücke aus der Kolonialen Rundschau, Berlin. - Verordnungsblatt für das Kiautschougebiet, Beilage zum Marineverordnungsblatt, wird seit 1903 vom RMA. -in Berlin herausgegeben. Druck und Vertrieb: E. S. Mittler & Sohn, kgl. Hofbuchhandlung, Berlin. - Zeitschrift für Kolonial- Maschinenbau, Technik und Volkswirtschaft, erscheint seit Dez. 1910 monatlich, seit Januar 1913 als "Zeitschrift für Kolonial-Wirtschaft, Maschinenbau und Technik". Verlag: W. Süsserott, Berlin. - Koloniale Monatsblätter (Titel bis Ende 1912: Zeitschrift für Kolonialpolitik, Kolonialrecht und Kolonialwirtschaft) werden seit 1899 von der Deutschen Kolonialgesellschaft in Berlin herausgegeben, erscheinen monatlich, seit Januar 1913 in eigenem Verlage der D.K.G.- Zeitschrift für Kolonialrecht. Herausgeber und Verlag: Deutsche Kolonialgesellschaft, Berlin. Erscheint seit Januar 1913 als selbständiger Teil der "Kolon. Monatsblätter". B. In den Schutzgebieten erscheinende Zeitungen und Zeitschriften.
1. Deutsch-Ostafrika. Amtlicher Anzeiger für den Bezirk Aruscha, erscheint monatlich seit 1. März 1914. Herausgeber. Ksl. Bezirksamt in Aruscha. Amtlicher Anzeiger für den Bezirk Moschi, wird seit 1908 vom Ksl. Bezirksamt in Moschi herausgegeben, erscheint in zwangloser Folge. - Amtlicher Anzeiger für Deutsch-Ostafrika. Herausgegeben vom Ksl. Gouvernement von Deutsch-Ostafrika, erscheint seit 1900 in Daressalam. Verlag seit Januar 1913: Deutsch-Ostafrikanische Zeitung, G.m.b.H., Daressalam. - Berichte über Land- und Forstwirtschaft in Deutsch-Ostafrika. Herausgeg. vom Ksl. Gouvernement von Deutsch-Ostafrika (Biolog.- Landwirtschaftl. Institut in Amani), erscheinen in zwangloser Folge seit dem Jahre 1902 im Verlage von Carl Winters Universitätsbuchhandlung in Heidelberg.- Der Ostafrikanische Pflanzer, Zeitschrift für tropische Agrikultur und koloniale Volkswirtschaft, erschien von 1909 bis Ende 1912 in Daressalam im Verlage der Deutsch- Ostafrikanischen Zeitung, G.m.b.H. Der Pflanzer, Zeitschrift für Land- und Forstwirtschaft in Deutsch-Ostafrika, herausgegeben vom Ksl. Gouvernement von Deutsch- Ostafrika. Erscheint seit 1905 monatlich in Daressalam. Verlag seit Januar 1913: Deutsch- Ostafrikanische Zeitung, G.m.b.H. - Deutsch-Ostafrikanische Rundschau, gegründet 1903, erschien bis Ende 1912 zweimal wöchentlich in Daressalam im Verlage der Deutsch-Ostafrikanischen Rundschau nebst der Beilage: Amtlicher Anzeiger für Deutsch-Ostafrika. - Deutsch-Ostafrikanische Zeitung. Älteste Zeitung des Schutzgebiets, gegründet 1899, erscheint zweimal wöchentlich in Daressalam im Verlage der Deutsch-Ostafrikanischen Zeitung, G.m.b.H., Publikationsorgan der Wirtschaftlichen Vereinigung von Daressalam und Hinterland des Landwirtschaftlichen Vereins, des Wirtschaftlichen Vereins Lindi und des Wirtschaftlichen Verbandes Rufiji. Beilagen seit Jan. 1913: "Amtlicher Anzeiger für Deutsch-Ostafrika" u. "lllustr. Unterhaltungsbeilage". Gesetz und Recht für DeutschOstafrika, Sammlung der Gesetze und Verordnungen, erschien im Jahre 1912 in Daressalam im Verlage der Deutsch-Ostafrikan. Zeitung, G.m.b.H. - Korrespondenzblatt für die evang. Missionen in Deutsch-Ostafrika, wird im Auftrage der Deutsch-Ostafrikanischen Missionskonferenz von Missionssuperintendent Klamroth in Daressalam herausgegeben (als Handschrift gedruckt). - 0stafrikanisches Weidwerk, Mitteilungen des Wildschutzvereins, herausgegeben im Verlage der Deutsch- Ostafrikanischen Zeitung, G.m.b.H., Daressalam. Neu erschienen Mitte 1912. - Schulfragen, Blätter zur Förderung des deutsch- ostafrikanischen Schulwesens, 1908 in Tanga erschienen, werden seit April 1913 im Verlage des Kommunalverbandes Daressalam herausgegeben. Jährlich 12 Nummern. - Tabora-Post, Wöchentliche Nachrichten und Amtsblatt für Stadt und Bezirk Tabora. Herausgeber: Wirtschaftliche Vereinigung von Tabora. Erscheint seit dem 24. Jan. 1914 jeden Sonnabend, zunächst in hektographischer Form.-Usambara-Post, gegründet 1902, erscheint jeden Sonnabend in Tanga im Verlage der Usambara-Buchhandlung und -Druckerei als unabhängiges Organ für die wirtschaftlichen Interessen von Deutsch-Ostafrika, seit Jan. 1913 mit den 14tägigen Beilagen: "Illustr. Beilage zur Usambara-Post" und "Kilimandjaro- und Meru-Zeitung". - Zeitungen in Eingeborenensprachen: Mbuya ya vandu veu (Der Freund der schwarzen Leute). Herausgeber: Evangelisch-lutherische Mission, erscheint seit 1904 zwanglos in Moschi im Dschagga-, Mapave- und Wamerudialekt (Kimadschame, Kimoschi, Kimamba, Chasu usw.). - Mkoma Mbuli (Der Erzähler). Herausgeber: Evangelische Missionsgesellschaft für Deutsch-Ostafrika, erscheint seit 1906 monatlich in Tanga in Schambalasprache (einzelne Stücke in Suaheli). - Kiongozi (Der Führer), Schriftleitung: Regierungslehrer Jünemann, Daressalam, erscheint seit Juni 1905 monatlich in Kisuahelisprache. Verlag: Kommunalverband Daressalam. - Rafiki yangu (Mein Freund), Herausgeber: Bischof Thomas Spreiter (Sanct- Benedictus- Missions- Genossenschaft), erscheint seit 1910 monatlich in Daressalam in Kisuaheli. - Pwani na Bara (Küste und Inland). Herausgeber: Missionar Krelle (Berliner Missionsgesellschaft), erscheint seit 1910 monatlich in Daressalam in Kisuaheli.
- 2. Kamerun. Amtsblatt für das Schutzgebiet Kamerun, wird seit 1908 vom Ksl. Gouvernement in Buea herausgegeben. Ausgabe in der Regel am 1. und 15. jeden Monats. - Kamerun-Post, erscheint seit 8. Okt. 1912 zweimal wöchentlich in Duala als "unabhängiges und einziges Organ für die wirtschaftl. Interessen der deutschen Schutzgebiete Kamerun und Togo" im Verlage der Kameruner Druckerei-Gesellschaft Otto Franz & Co. In Eingeborenensprachen: Mulee-Ngea (Wegweiser). Herausgeber: Missionar Gutbrod, Buea (Evangelische Missionsgesellschaft in Basel), erscheint seit August 1903 monatlich in Dualasprache im Verlage Chr. Scheufele, Stuttgart. - Muendi ma mu sango (Bote des Friedens). Herausgeber: Missionar C. J. Bender, Duala, erscheint seit 1906 monatlich im Verlage der Missions-Gesellschaft der deutschen Baptisten, Steglitz, in Dualasprache. Druck in Cassel bei J. G. Oncken Nachf.
- 3. Togo. Amtsblatt für das Schutzgebiet Togo, wird seit 1906 vom Ksl. Gouvernement in Lome herausgegeben, erscheint jeden Sonnabend. - In Eingeborenensprache: Mia Holo (Unser Freund). Herausgeber: Katholische Steyler Mission in Lome, erscheint seit 1911 monatlich in Ewe und Deutsch. - Nutifafa na mi! (Friedensbote). Herausgeber: D. I. Spieth in Hamburg (Nordd. Missionsges. in Bremen), erscheint seit 1903 vierteljährlich in Lome.
- 4. Deutsch-Südwestafrika. Amtsblatt für das Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika, wird seit 1910 vom Ksl. Gouvernement in Windhuk herausgegeben. Ausgabe in der Regel am 1. und 15. jeden Monats. Druck und Expedition: Windhuker Druckerei-Ges.m.b.H. (vom 1. April 1912 ab). -Christliches Familienblatt, Monatsschrift für das katholische Volk, wird seit Jan. 1913 von der Katholischen Mission in Windhuk herausgegeben. -Der Farmer, Mitteilungen über Farm-, Garten-, Forstwirtschaft und Bergbau. Erschien von 1908-10 in Windhuk als Gratisbeilage der "Windhuker Nachrichten" in zwanglosen Nummern durchschnittlich einmal im Monat. Seit Anfang 1911 mit dem Hauptblatt des Südwestboten vereinigt. - Der Südwestbote, bis Ende 1910 "Windhuker Nachrichten", gegründet 1904, erscheint dreimal wöchentlich in Windhuk im Verlage der Windhuker Nachrichten, G.m.b.H., mit einer Unterhaltungsbeilage. Organ des Farmerbundes. -Deutsch- Südwestafrikanische Zeitung vereinigt mit Swakopmunder Zeitung, früher Windhuker Anzeiger, gegründet 1898 durch Rechtsanwalt Wasserfall, älteste Zeitung Deutsch- Südwestafrikas und der deutschen Schutzgebiete überhaupt. Erscheint zweimal wöchentlich in Swakopmund im Zeitungs-Verlag, Ges. m.b.H. Evangelisches Gemeindeblatt für Deutsch- Südwestafrika, wird seit 1911 in Swakopmund von der Konferenz der evangelischen Pfarrer Deutsch-Südwestafrikas herausgegeben, erscheint monatlich bei der Swakopmunder Buchhandlung Ges.m.b.H., Swakopmund. - Keetmanshooper Zeitung, erschien zwei Jahre lang in hektographierter Schreibmaschinenschrift, wird seit dem 24. April 1913 wöchentlich einmal im Verlage der Swakopmunder Buchhandlung G.m.b.H., Zweigniederlassung Keetmanshoop herausgegeben. - Lüderitzbuchter Zeitung, erscheint seit 1909 jeden Freitag in Lüderitzbucht im Verlage der Lüderitzbuchter Zeitung, G.m.b.H. - Südwest, gegründet 1910, erscheint zweimal wöchentlich in Windhuk bei der Swakopmunder Buchhandlung, G.m.b.H., Zweigmederlassung Windhuk, als unabhängige Zeitung für die Interessen des gesamten Schutzgebietes. - Swakopmunder Zeitung, erschien seit Januar 1912 zweimal wöchentlich in Swakopmund im Verlage der Druckereigesellschaft Peter & Stolze als parteilose Nachrichten aus und für Deutsch-Südwestafrika, ist seit 1. Okt. 1912 mit der Deutsch- Südwestafrikan. Zeitung vereinigt. -In Eingeborenensprachen: 11 Gau-Sari Aob (Der Säemann). Herausgeber. Missionar Olopp, Karibib (Rheinische Missionsgesellschaft, Barmen), erscheint seit 1909 wöchentlich in Tsumeb in Namasprache. - Omahungi (Erzählungen, Berichte). Herausgeber: Missionar F. Lang, Tsumeb (Rheinische Missionsgesellschaft Barmen), erscheint seit 1908 wöchentlich in Hererosprache.
- 5. Deutsch-Neuguinea. Amtsblatt für das Schutzgebiet Neuguinea, wird seit 1909 vom Kaiserl. Gouvernement in Rabaul herausgegeben. Ausgabe in der Regel am 1. und 15. jeden Monats. - In Eingeborenensprachen: Nilai ra Dowot (?). Herausgeber: Rev. W. H. Cox, Bismarckarchipel (The Methodist Missionary Society of Australasia), erscheint monatlich. - Totol Kristen nadin, Monatsblatt für unsere Christen auf Neuguinea. Herausgeber: Missionar Helmich, Ragetta (Rheinische Missionsgesellschaft, Barmen), erscheint seit Ende 1908 monatlich in Ragetta, Friedrich-Wilhelm-Hafen, in Papuasprache (wird seit kurzem nicht mehr herausgegeben). - Yain nayan (Gute Botschaft). Herausgeber: Vorstand der Gehilfenstation Logaueng bei Finschhafen (Neudettelsauer Missionsgesellschaft), erscheint seit 1. Sept. 1909 monatlich in Logaùeng im Jabimdialekt.
- 6. Samoa. Samoanische Zeitung, gegründet 1901, erscheint jeden Sonnabend in Apia im Verlage des Herausgebers Emil Luebke in deutscher und englischer Sprache. - Samoanisches Gouvernements-Blatt, wird vom Ksl. Gouvernement in Apia herausgegeben, erscheint seit 1892, ehemals unter dem Titel Samoa Royal Gazette. -In Eingeborenensprachen: Ole 'Au' auna (Der Dienst), wird monatlich von der katholischen Maristen- Mission in Apia herausgegeben. - Ole Faaaliga , (Die Offenbarung), Organ der Mormonen-Sekte (Latter-Days-Saints-Mission, Apia), erscheint monatlich, seit Juni 1913, Druck in Salt Lake City, Utah, U.S.A. - 0 le Fetu Ao (Der Morgenstern), Organ der Austral Wesleyan Mission, erscheint monatlich in Apia. - Ole Savali (Der Bote, Amtsbote), wird seit 1905 monatlich vom Ksl. Gouvernement in Apia herausgegeben. - Ole Sulu Samoa (Die Fackel, das Licht Samoas), erscheint seit 1839, wird monatlich von der London Missionary Society in Malua herausgegeben. - Tala Moni (Das wahre Wort), erscheint monatlich, Druck: Avondale School Press, Cooranbong, Neu-Süd-Wales.
- 7. Kiautschou. Amtsblatt für das Schutzgebiet Kiautschou, wird seit 1900 in Tsingtau vom Ksl. Gouvernement Kiautschou in deutscher und chinesischer Sprache herausgegeben. - Berichte aus der land- und forstwirtschaftlichen Abteilung der Deutsch- Chinesischen Hochschule. Für die Deutsch-Chinesische Hochschule herausgegeben von Dozent Dr. phil. W. Wagner. Erscheinen seit 1902 in Tsingtau in zwanglosen Heften in deutscher und chinesischer Sprache. - Der West - östliche Bote , Monatsschrift zur Vermittlung deutscher Sprache und Kultur im fernen Osten, wird seit 1913 von der Deutsch- Chines. Hochschule in Tsingtau herausgegeben. - Deutsch-Chinesische Rechtzeitung, wird seit Nov. 1911 in Tsingtau von der Abteilung für Rechts- und Staatswissenschaften der Deutsch-Chinesischen Hochschule Tsingtau in deutscher und chinesischer Sprache herausgegeben. Erscheint vorläufig in zwanglosen Heften, 2-3 Nummern pro Semester. -Kiautschou-Post, gegründet 1908, erschien bis Ende 1912 in Tsingtau im Verlage der Tsingtauer Zeitungsgesellschaft m.b.H. als unparteiisches Wochenblatt für die deutschen Interessen im fernen Osten. - Kiautschou- Zollamt, wird vom Chines. Seezollamt in Tsingtau in deutscher u. chines. Sprache herausgegeben, erscheint dreimal wöchentlich u. enthält Nachrichten über Schiffs- und Dschunkenverkehr, Warenstatistik usw. - Tsingtauer Neueste Nachrichten, gegründet 1904, erscheinen täglich mit Ausnahme der auf die Sonn- und Feiertage folgenden Tage in Tsingtau im Verlage der Tsingtauer Zeitungsgesellschaft m.b.H. - Zeitungen in chinesischer Sprache: Bechoapau, erscheint dreimal wöchentlich in Tsingtau. Kiautschou Pau, erscheint zweimalwöchentlich in Tsingtau. Eigentümer: Kuo Hoh Tung. - Pehua Pau (Zeitung in der Umgangssprache), erscheint seit März 1912 zweimal wöchentlich in Tsingtau. -Schantung hui pau. Herausgeber: H. v. Kropff, Verlag von Ad. Haupt, Tsingtau. - She bau. Herausgeber: Steyler Mission. - Tsingtau Shi Pau. - Tung gwen bau. Herausgeber: Amerikanische Presbyterianer Mission. Erscheint in Shanghai. Zentralst. d. Hamb. Kolon.-Inst.