Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 101

Primärformation (südafrikanische), zusammenfassende Bezeichnung für eine außerordentlich mächtige Serie sehr stark gefalteter, hochkristalliner Gesteine, die den Sockel und die Hauptmasse des afrikanischen Festlandes aufbauen. Diese P. besteht aus Gneisen, Gneisschiefern, Glimmerschiefern, Phylliten, Quarziten, Eisenquarzitschiefern, Andalusith- und Ottrelithschiefern, Amphiboliten und andern kristallinen Schiefergesteinen sowie zum Teil aus mächtigen Marmorlagen und intrusiven Graniten. Auf den denudierten und eingeebneten Schichtköpfen der P. liegen alle anderen, meistens aus der Zerstörung und Umlagerung dieser Grundgesteine entstandenen Formationen wie Witwatersrandschichten, Transvaalformation (Lydenburgschichten), Kapformation, Namaformation usw., die selbst noch fast alle azoisch und von sehr hohem Alter sind. Ob man die Gneise als unterste Schicht der P. auffassen oder als gesonderte älteste Formation betrachten soll, ist eine noch viel umstrittene Frage.

Gagel.