Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 123

Rabeh (Rabbeh) war einer der Unterführer des Sklavenjägers Zuber in Oberägypten, der vor der Vernichtung des Zuberschen Heeres unter Soliman im Jahre 1880 durch Gessi Pascha nach Westen sich wandte und in Dar Fertit und in Kuti ein Reich gründete, von wo aus er Sklavenjagden besonders in die südwestlichen Negerländer unternahm. Ein Angriff auf Wadai, den er im Jahre 1887 unternahm, mißlang. Dagegen gelang ihm im Jahre 1892 die Eroberung Bagirmis mit der Hauptstadt Massenja, und bereits 1894 überrannte er Bornu mit der Hauptstadt Kuka. Er verlegte nun seine Residenz nach Dikoa. Damit war aber der Höhepunkt der Macht R.s erreicht. Die Fulbestaaten schlossen sich zu einem Bund zusammen, und ein Zug gegen Süden schlug fehl. Im Jahre 1898 begannen dann die Konflikte mit Frankreich, die sein Ende herbeiführten. Nachdem verschiedene kleinere Kämpfe mit den Franzosen stattgefunden hatten, faßte Frankreich den Plan, durch 3 verschiedene Expeditionen von verschiedenen Seiten R. anzugreifen. Gentil fuhr den Schari abwärts, Lamy und Foureau kamen von Norden durch die Sahara, und Voulet und Chanoine rückten von Westen an. Gentil schlug R. im Jahre 1899 bei Kuno, und nach Vereinigung mit den zwei anderen Expeditionen wurde R. 1900 bei Kusseri vernichtet und fand selbst den Tod. S.a. Kamerun, 18. Geschichte. Literatur: Max v. Oppenheim, Rabeh und das Tsadseegebiet. Ber1.1902.

Passarge-Rathjens.