Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 125 f.

Rang. Der R. der Reichsbeamten wird ebenso wie Titel und Uniform durch Ksl. V. bestimmt (§ 17 ReichsBG.). Eine generelle Ksl. V. ist darüber nicht ergangen, dagegen regeln verschiedene Ksl. V. die Rangverhältnisse einzelner Beamtenkategorien (Perels und Spilling zu § 17 RBG.). Soweit eine solche Regelung nicht getroffen ist, wird im allgemeinen die preußische V. über die den Zivilbeamten beizulegenden Amtstitel und ihre Rangordnung vom 7. Febr. 1817 (PrGS. S. 61) zugrunde gelegt. Nach dieser und ihren Ergänzungen rangieren die Staatsminister und Wirklichen Geheimen Räte, denen das Prädikat Exzellenz gebührt, vor allen anderen Zivilbeamten. Für letztere bestehen 5 Rangklassen. In der ersten stehen u.a. die Unterstaatssekretäre, Ministerialdirektoren, die Wirklichen, Geheimen Legationsräte und die Wirklichen Geheimen Oberregierungsräte, in der zweiten die Geheimen Legationsräte und die Geheimen Oberregierungsräte, in der dritten die Wirklichen Legationsräte, die Geheimen Regierungsräte, in der vierten die Regierungsräte, in der fünften die Regierungsassessoren usw. Die R. verhältnisse der Ksl. Beamten in Deutsch-Ostafrika waren durch eine Ksl. Order vom 3. Juni 1891 (KolBl. S. 270) geregelt worden, auch sind mehrfach Allerh. Bestimmungen über den R. der Gouverneure bzw. Kommissare ergangen; von diesen ist gegenwärtig in Geltung die Allerh. Order über den R. der Gouverneure (s. Gouverneur). Im allgemeinen werden die Besoldungsordnungen (s. Diensteinkommen) für die Rangierung der Beamten Anhaltspunkte bieten. - Die Flaggen-, Salut- und Besuchsordnung für die Ksl. Marine (Allerh. genehmigt am 28. Sept. 1908) enthält in Anh. E eine Zusammenstellung der R.verhältnisse der Marineoffiziere, der Beamten des diplomatischen und konsularischen Dienstes und einzelner Kolonialbeamtenklassen.

v. König.