Raubtiere, Carnivora, Ordnung der Säugetiere. Sie haben Krallen an den Zehen,
im Ober- und Unterkiefer je 6 Schneidezähne und dahinter jederseits einen
großen Eckzahn, außer bei der Zibethyäne, Proteles. Man unterscheidet 8
Familien: Katzen, Felidae; zibetkatzenartige Tiere, Viverridae;
Zibethyänen,
Proteleidae; Hyänen, Hyaenidae; Hunde,
Canidae; Bären, Ursidae; Waschbären, Procyonidae; Marder,
Mustelidae. In den afrikanischen Schutzgebieten sind Bären und Waschbären
nicht vertreten, von marderartigen Tieren nur der Bandiltis, Kappeniltis und Fischotter. In Kiautschou fehlen
zibetkatzenartige
Tiere, Zibethyänen, Hyänen, Bären, in Neuguinea und in den Schutzgebieten der
Südsee alle Familien. - 4 Zehen an den Vorderfüßen
haben die Hyänen, die Hyänenhunde, die Fuchsmangusten und die Iltisichneumons. Die
Hyänen haben einen abschüssigen Rücken, buschigen Schwanz und dunkle
Flecke
oder Streifen auf dem Rumpfe oder wenigstens auf den Schenkeln; die
Hyänenhunde
sind entweder schwarz, weiß und gelb gefleckt oder schwarz mit weißen
Flecken
und mit weißer Schwanzquaste. Die Ichneumons haben die Gestalt
hochbeiniger
Marder und sind dunkel oder braun gefärbt; die Fuchsmangusten haben 5
Zehen
an den Hinterfüßen. Alle übrigen afrikanischen R. haben 5 Zehen an den
Vorderfüßen;
4 Zehen an den Hinterfüßen besitzen die Zibethyänen, Hunde, Katzen und
Scharrtiere.
Der Rumpf der Zibethyänen ist dunkel gestreift, die Hunde haben eine
längliche
Schnauze, buschigen Schwanz und Krallen, die nicht zurückgezogen werden
können; die Katzen haben einen runden Kopf, anliegend behaarten Schwanz
und zurückziehbare Krallen. Nur bei den Geparden sind die Krallen nicht
ganz zurückziehbar; diese Tiere haben auf dem Nacken eine kurze Mähne,
sehr
lange Beine und schwarze, nicht in Gruppen angeordnete Flecke auf dem
Körper.
Die südwestafrikanischen Scharrtiere haben die Größe einer Manguste, helle
und dunkle Querbinden auf dem. Rücken und sehr lange Krallen an den
Vorderfüßen.
5 Zehen an allen Füßen haben die zibetkatzenartigen Tiere außer den
Scharrtieren,
Iltisichneumons und Fuchsmangusten und den marderartigen Tieren. Die
zibetkatzenartigen
Tiere sind entweder gestreift oder gefleckt, und ihre Unterseite ist nicht
dunkler als die Oberseite. Wenn diese schwarz oder dunkelbraun ist, sind
die Ohren deutlich entwickelt. Unter den marderartigen Tieren haben die
Fischotter Schwimmhäute, die Honigdachse sehr verkümmerte Ohren und Inge
Krallen an den Vorderfüßen, die Bandiltisse und Kappeniltisse helle
Längsbinden
auf dem Rücken. - Die in Kiautschou lebenden R. sind den deutschen Arten
etwas ähnlich, wie der Fuchs, Dachs, Nörz,
Iltis und die Wildkatze, nur der Viverrenhund oder Tanuki ist eigentümlich
(s. Obstfuchs). Viele R.arten werden als
Geflügel- und Haustierräuber lästig oder für die Jagd schädlich, sie
spielen
aber andererseits dadurch eine wichtige Rolle, daß sie viele kranke oder
schwächliche Tiere vernichten und so verhindern, daß diese ihre
minderwertigen
Eigenschaften vererben. Wo viel Wild ist, gibt es gemeiniglich auch viele
R. Man vertilge sie nur dort, wo sie wirklich beträchtlichen Schaden tun.
S.a. die einzelnen Raubtiere unter den sie betreffenden Artikeln.