Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 144

Referenten sind diejenigen Beamten der Zentralverwaltung der Gouvernements, welche dem Gouverneur bei der Bearbeitung verschiedener Hauptdienstzweige zur Seite stehen. Etatsmäßige R. gibt es zurzeit in Deutsch - Ostafrika und Deutsch -Südwestafrika je 9, in Kamerun 6, in Togo 3, in Deutsch-Neuguinea 1. Außer ihnen finden wir in allen Schutzgebieten je einen "Ersten Referenten". In Samoa ist der Oberrichter zugleich Erster Referent, in Kiautschou führt der Erste Referent den Titel Zivilkommissar. Die Ersten R. stehen in Klasse 2 der Besoldungsordnungen (Gesamteinkommen 12 300 -17 100 M, wozu in Deutsch-Ostafrika, Deutsch -Südwestafrika und Kamerun noch eine nichtpensionsfähige Stellenzulage von 1500 M tritt), die R. beziehen in Klasse 3 ein Gesamteinkommen von 9 600 - 14 100 M, in Schutzgebieten, in denen sich kein Erster Referent befindet, ferner eine pensionsfähige Zulage von 600 M; im übrigen, soweit mehrere in einem Schutzgebiet vorhanden sind, bis zu der Zahl der etatsmäßigen Stellen je 600 M pensionsfähige Zulage.

v. König.