Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 179

Rivier (s. Tafel 108, 169), holländische, aus dem Lateinischen stammende Bezeichnung für "Fluß" in Deutsch - Südwestafrika. Sie wird ursprünglich für alle Wasserläufe ohne Unterschied ihres Charakters gebraucht. So u. a. Groote Rivier für den Oranjefluß, daneben aber auch für das kleinste, andauernd trockenliegende Bachbett. In wissenschaftlichenWerken hat sich mehr und mehr der Gebrauch eingebürgert, das Wort nur noch auf die periodische Wasserläufe anzuwenden. Das ist in der Tat zu billigen; da wir kein kürzeres Wort aus einer europäischen Sprache für diese eigentümlichen Rinnsale besitzen, ist seine Beibehaltung erwünscht. Dem Sinne nach besagt es genau dasselbe wie das arabische, von den Franzosen ebenfalls beibehaltene Wort ,,Wadi" oder "Wad" in Nordafrika. Hinsichtlich der Rolle, die die R. im Haushalte der Natur spielen, s. Deutsch-Südwestafrika, 4. Gewässer.

Dove.