Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 184

Roteisenerz (Eisenglanz, Hämatit), wichtiges, hochprozentiges, oxydisches Eisenerz, das weit verbreitet ist. Das bedeutendste Lager von Roteisenstein ist das von Banjeli (s.d.) in Togo am Djoleberge, das am Ostgipfel 12 m, am Westgipfel 30 - 35 m mächtig ist (davon etwa 25 m ziemlich reines Erz) und etwa 20 Mill. Tonnen Erz enthält. Die liegenden Schichten enthalten etwa 47 - 60 % Eisen. Die hangenden 35 - 58%, dazu 0,01 bis 0,06 % Phosphorsäure, 0,01 % Schwefel und etwa 1 % Mangan. Das Vorkommen liegt in 490 m Meereshöhe und 375 km von der Küste entfernt, eingeschaltet in die Schichten der Buemformation (Quarzite, Konglomerate, Hornsteine, Eisenkiesel und verhärtete Grundmoränen). Ausgebeutet wird diese Lagerstätte bisher nur in sehr geringem Maße von den Eingeborenen (etwa 400 Tonnen im Jahr). Das in der früheren Literatur mehrfach erwähnte R.vorkommen vom Kabuberge scheint keinen wesentlichen Wert zu haben - jedenfalls wird jetzt nichts mehr darüber berichtet. Sehr mächtige (50 m starke), hochprozentige (bis 66 %) und stark mit Magneteisenerz gemischte Lager von Roteisenstein kommen im Kaokofeld in Deutsch-Südwestafrika in den Sandsteinen der Otaviformation vor, nähere Angaben darüber fehlen noch. Von Bali in Kamerun wird über das Vorkommen eines größeren Roteisensteinlagers berichtet, das im Zusammenhang, mit dem Auftreten von Basalten stehen soll, aber wegen zu hohen Kieselsäuregehaltes unverwertbar ist. - Kleine, gangförmige Vorkommen von Roteisenstein sind sowohl aus Togo wie aus Kamerun wie aus Deutsch - Südwestafrika (Kaoko) angegeben, haben, aber keinerlei Exportwert, sondern höchstens für die Eisengewinnung der Neger Bedeutung. - R. ist auch oft zusammen mit Brauneisenerz der wesentlich färbende Bestandteil der echten Laterite, und ist ein wesentlicher Bestandteil der Eisenquarzitschiefer (Itabirite).

Gagel.