Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 185

Rotlehm (Roterde), Bezeichnung für die mehr oder minder rot gefärbten, tropischen Verwitterungsböden, die sich durch plastische Beschaffenheit, wasserhaltende Kraft und Nährstoffreichtum von dem unfruchtbaren Laterit unterscheiden, und mehr oder minder günstige Kulturböden darstellen. Die R. sind durch reichliche Eisenhydroxydbildungen rot gefärbte, wasserhaltende, plastische Tonerdehydrosilikate, die durch die normale (tonige) Verwitterung aus den Silikatgesteinen entstehen und noch einen erheblichen Teil der in den ursprünglichen Silikaten enthalten gewesenen Alkalien, alkalischen Erden und der Phosphorsäure bewahrt haben. Als Endprodukt der spec. tropischen, säkularen Verwitterung entstehen auch aus dem R. (wie die Studien Koerts gezeigt haben) allmählich unfruchtbare Laterite (s.d.).

Gagel.