| Rowuma, auch Ruwuma, der
südliche
Grenzfluß von Deutsch - Ostafrika. Er entspringt in 1850 m Mh. südl. von
Ssongea (s.d.), fließt bald langsam auf einem hügeligen Land in 1000 m Mh.
in versumpften Tälern nach W, biegt dann nach S um. Ziemlich genau 200 km
von seiner Quelle, wo der ihm entgegenlaufende Mssindsche
sich mit ihm vereinigt, ändert er wieder plötzlich die Richtung - man
nennt
die Stelle "das Rowumaknie" - und fließt nun ostwärts. Von hier an bildet
er, mit kleiner Ausnahme (s. Deutsch -Ostafrika 1), die Grenze gegen
Portugiesisch
-Ostafrika. Bei seinem Knie verläßt der R. Ungoni
(s.d.); etwa da, wo von links der Lukimwa
samt dem längeren und wasserreicheren Likonde,
der nördl. der Luwegu - (s.d.) Quelle
entspringt,
in den R. mündet, tritt dieser allmählich in das hier sehr breite Vorland
von Deutsch-Ostafrika (s.d. 2
und 5) ein. Der von links kommende Nebenfluß Ssassawara
bildet die Grenze der Bezirke Ssongea (s.d.) und Lindi (s.d.). An seiner Mündung, 360 m ü. d. M.,
liegt
der gleichnamige Ort, zeitweise Posten der Verwaltung, dessen Regenmenge im dreijährigen
Mittel 863 mm betrug. Weiterhin mündet von links Mohesi und Limassule (s. Madjedje 1). Nach Überwindung verschiedener
Schnellen
(darunter die Sundaschnellen, eine
nur etwa 15 m breite Klamm) vereinigt er sich mit dem Ludjende (s.d.); 35 km unterhalb dieser Stelle
liegen
die Upindefälle, das letzte absolute
Hindernis für die Schiffahrt. 160 km
von der Mündung in 100 m Mh. tritt der R. in das 10 km breite, mit seinen
Alluvien gefüllte Tal, das er sich in die küstennahen Plateaulandschaften
(s. Deutsch-Ostafrika 2), Makonde (s.d.)
von Mavia (im Süden) trennend, eingegraben hat. Hier ist sein Bett
durchschnittlich
über 1/2 km breit, oft durch Inseln mehrfach zerteilt und zur Trockenzeit
an vielen Stellen so seicht, daß die Kähne
der Eingeborenen kaum durchkommen. Das dem Hauptmündungsarm südlich
angegliederte
Delta hat große Mangrovenwaldungen. Die Gesamtlänge des R. ist rund 920
km. - Seit die Wangoni - (s.d.)Gefahr
vorüber
und der Jao (s.d.) - Häuptling Matschemba gestorben ist, bevölkert sich das
R.tal
wieder mehr und mehr; die deutsche Seite wird der größeren Sicherheit
wegen
bevorzugt. Die Bewohner sind hauptsächlich Wajao, Wamakua und
Wandonde (s.d.). (S. a. Tafel 38, 183.)
Literatur: F. Fülleborn, Das deutsche
Njassa- und Ruwumagebiet, Berl. 1906. - M. v. Eckenbrecher, Im dichten Pori,
Bln. 1912. - Beck, Der Stand der Schlafkrankheit im Süden von Deutsch -
Ostafrika, KolBl. 1913. - Karten: Mnasi - Bucht
bis Kap Delgado, 1: 75 000 (mit R. - Mündung),
Admiral. - K. Nr. 192. 1905.
Uhlig.
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