Salz (Kochsalz NaCl) kommt sowohl in Form von Soolquellen in
Deutsch - Ostafrika am unteren Mlagarassi
(s.d.) am Tanganjikasee und in Kamerun im
Bezirk. Ossidinge (s.d.) am Kreuzfluß (s.d.) vor als auch (zusammen mit
anderen
Salzen) in einzelnen abflußlosen Seen im Gebiet der ostafrikanischen
Bruchstufe
sowie als Ausblühung in gewissen Steppengebieten. Das wichtigste Vorkommen
sind die von der SalineGottorp (Zentralafrikanische Seengesellschaft, s.d.
u. Bergbau) am unteren Mlagarassi und am
Rudschugi auf der Insel Ndole ausgebeuteten Solquellen (6 stärkere und 10 schwächere
Quellen).
Sie entspringen aus Klüften im Diabas -
also
in einem Eruptivgestein - unter den roten Sandsteinen, die in mächtigen
Schichten jenes Gebiet bedecken; ihre Herkunft ist völlig rätselhaft. Die
Quellen fließen spärlicher, sind aber konzentrierter (19%) in
Trockenzeiten,
reichlicher, aber mehr verdünnt (15%) in Regenzeiten. Sie enthalten 17,467
% NaCl, 0,498 % MgSO4, 0,544 % NaSO4, 0,032% MgH2(CO3)2, 0,450% MgCl2,
0,475%
KCl, haben einen schwachen Geruch nach. Schwefelwasserstoff und enthalten
keine Spur von Brom und Jod. Im Jahre 1910 wurden rund 2000t im Werte von
200000 M produziert; im Jahre 1911 betrug die Produktion nur wenig über
1800 t, 1912 etwa 1700
t; es werden pro Tag etwa 60 cbm Soole verarbeitet. Die Solquellen im
Ossidingebezirk
in Kamerun treten in Sandsteinen auf, da, wo diese von undurchlässigen
Schiefertonen
unterlagert und von Verwerfungen (und Basaltgängen) durchsetzt werden. Die
Sölquellen liegen in einem Kreise von etwa 10 km Radius um den Totensee
bei Nssakpé auf 3 SO/NW verlaufenden Störungslinien; sie treten in
Erosionstälern
zutage und sind deshalb bei Regenzeit überflutet; sie enthalten 2,4 - 4,6
ja bis 8% fast reines Salz, Spuren von Eisen,
Kalk, Magnesia, aber kein Brom und Jod; die
ergiebigste
Quelle liefert 2 1/2 Sekundenliter; die andern 50, 80, 90 Minutenliter.
Das Salz hat dort etwa einen Wert von 3 M pro Kilo. Am Balangidasee
(s.d.) in Deutsch-Ostafrika im
Bereich, der großen Bruchstufe sind
ziemlich mächtige Salzlager vorhanden, auch ist das Seewasser selbst
reichlich
salzig. Das Salz besteht aus 72,52% Kochsalz, 1,19% Soda,
14,89% doppelkohlensaurem Natron, 9,82% Glaubersalz und 2,81%
schwefelsaurem
Kali. Das Wasser des Balangidasees enthält 14,4% Kochsalz, 9,4% Soda, 4,1%
Glaubersalz und 0,35 % K2SO4. Die Asche der Steppenpflanzen in der Nähe
des Sees enthält bis 14% Kochsalz und wird von den Negern auf Kochsalz
verarbeitet.
Ebenso wird in dem südlich von Tabora gelegenen Steppengebiet Mongo gwa Muschu sowie östlich von Tabora in der Landschaft
Makena die Asche der ausgebrannten Steppenpflanzen auf S. verarbeitet,
wobei
allerdings ein sehr unreines und viel Chlorkalium enthaltendes Produkt
gewonnen
wird. Dieses "Salz" besteht aus 66,4% NaCl, 16,29% KCl, 8,71% MgCl2, 2,77%
K2SO4, 2,72% CaSO4 und 0,02% SiO2 und wird pro Zentner mit 2 Rupies (= 4
M) bezahlt. Dagegen bestehen die großen S.lager (Salzkrusten), die sich
am Nordende des Manjarasees (s. Lawa ja
Mweri) ausgeschieden haben, aus 59,5% Kochsalz, 22,7% Glaubersalz,
13,1%
Soda und Spuren von phosphorsaurem Natron, sind also wegen des hohen
Gehalts
an Glaubersalz unbenutzbar.