Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 209

Sambesi. Der S., einer der größten Ströme des Weltteils Afrika, entsteht aus verschiedenen, vom Hochland des innersten Angola erabkommenden Flüssen, die sich oberhalb des 14. Grades s. Br. zu einem starken Strom vereinigen. Unter 17 1/2° s. Br. trifft die Nord grenze des Caprivizipfels (s.d.) den Strom, der an dieser Stelle seine erste große Biegung nach Osten vollführt, um ihm bis zur Einmündung des Linjanti zu folgen. Hier, unter 24 1/2 ° ö. L., liegt zugleich der östlichste Punkt des Schutzgebiets, der sich indessen immer noch rund 100 km oberhalb des bei den berühmten Victoriafällen beginnenden Mittellaufes des Stromes befindet. Da diese das Schutzgebiet berührende Flußstrecke keinen Verkehr mit dem unteren Abschnitt des Sambesi gestattet, so kann sie hier nicht weiter berücksichtigt werden. Sein Lauf an der deutschen Grenze zeichnet sich durch ein mäßigeres Gefälle aus als im Oberlaufe oberhalb des Linjantibeckens, auf der er im Mittel ein solches von 1 : 3000 besitzt, während er innerhalb des von Katongo bis Kasungula reichenden Abschnittei nur um rund 1 : 4500 sinkt. Seine Breite beträgt im ersten Teile dieser Strecke 2 - 400 m, im untern wächst sie auf große Entfernung bis auf 800 m. Auch hier bildet er indessen einige Schnellen, auch wird der Strom verschiedentlich stark eingeengt. Obwohl er auch zur Zeit des Niedrigwassers ziemlich wasserreich ist, kann er ebenso wie die andern ständig wasserführenden Flüsse dieses Gebiets, der Okawango (s.d.) und der Moschi - Linjanti (s. Moschi), nur für einen in kleinem Maßstabe betriebenen Lokalverkehr in Betracht kommen.

Literatur: F. Seiner, Ergebnisse einer Bereisung des Gebiets zwischen Okawango und Sambesi, Mitt. a. d. d. Schutzgeb. Berl. 1909.

Dove.