Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 214 ff.

Samoa (s. Tafeln 6 und 173 - 175). 1. Name. 2. Lage und Größe. 3. Bodengestaltung. 4. Klima. 5. Pflanzenwelt. 6. Tierwelt. 7. Eingeborenenbevölkerung. 8. Bevölkerungsstatistik. 9. Eingeborenenproduktion., 10. Europäische Unternehmungen. 11. Handel. 12. Verkehrswesen. 13. Geld- und Bankwesen. 14. Verwaltung und Rechtsprechung. 15. Kirchen- und Schulwesen. 16. Missionswesen. 17. Geschichte.

1. Name. Die Ableitung des Namens Samoa (spr. Samóa) ist unsicher, ebenso wie die Namen Savai'i, Upolu, Tutuila und Manu'a nur vermutungsweise gedeutet werden können. Daß das Wort Moa in der Bedeutung von "Erdkern, Huhn" usw. den Kern des Wortes bildet, ist zweifellos die verbreitetste Ansicht unter den Samoanern und in der Wissenschaft. Dieses Wort moa wurde von der Königsfamilie auf Tau in Manú'a als Familienname angenommen, und da dieses Königsgeschlecht im Beginn der samoanischen Geschichte (s. 7.) seine Herrschaft über die ganzen Inseln bis nach Savai'i hin ausbreitete, so erhielt die Inselgruppe den Namen Samoa, was am besten mit "Reich des Moa" übersetzt wird. Solch eine Wortbildung ist durchaus üblich, wie die Ortsnamen Safotulafai, Sapapali'i, Salelologa, Satupaitea, Safotu, Saleaula, Saleilua usw. dartun, bei denen zumeist als Grundlage der Name eines Häuptlings nachgewiesen werden kann. Andere mehr oder weniger vage Vermutungen müssen abgewiesen werden. Die Möglichkeit einer Zusammenfassung scheint nur noch das Wort sumúa oder sàmoa abzugeben, das im Malaiischen "alle" bedeutet. Wie dem auch sei, Samoa ist jedenfalls die einzige unter den polynesischen Inselgruppen, die einen sicher verbürgten Sammelnamen bei der Entdeckung besaß, wenn auch dieser erst spät erkannt wurde. Bougainville taufte sie im Jahre 1768 Isles des Navigateurs, d. h. "Schifferinseln", welche Bezeichnung heute nur noch historischen Wert hat.

2. Lage und Größe. S. liegt mitten im Pazifischen Ozean zwischen 13 1/2 und 14° s. Br. und zwischen 168 und 173° w. L. von Greenwich. Der Archipel gliedert sich in 4 Teile, nämlich Savai'i, Upolu, Tutuila und Manu'a. Da letztere beiden nach dem Berliner Vertrag vom 16. Febr. 1900 (s. Erwerbung der deutschen Kolonien) unter die Schutzherrschaft der Vereinigten Staaten von Amerika übergegangen sind, bedürfen sie keiner näheren Besprechung. Die genaue Position von Savai'i und Upolu ist nach den neuesten beiden Karten des Reichs - Marineamts (bei Dietrich Reimer, Berlin) die folgende:

Insel Savai'i.

Westkap (Falealupo) . . . . 172° 46' 15''

Nordkap (Puava) . . . . . . . . 13° 25' 45"

Südkap (Tofua) . . . . . . . . . 13° 48' -

Ostkap (Tuasivi) . . . . . . . 172° 6' 30"

Insel Apolima . . . . . . . . . . 172° 6' -

Insel Manono . . . . . . . . . . 172° 4' 30"

Insel Upolu:

Westkap (Fatuosofia) . 172° 2' 45"

Nordkap (Faleula) . . . . .13° 47' 15"

Südkap (Siumu) . . . . . . .14° l' 45"

Ostkap (Mutiatele) . . . . . 171° 22' -

Insel Fanuatapu . . . . . . . 171° 20' 15"

Savai'i ist ohne Nebeninseln, Upolu hat 6 kleine Nebeninseln, am Westkap Manono und Apolima (beide bewohnt), am Ostkap Fanuatápu, Namua, Nu'utele, Nu'ulua.

Flächeninhalt: Savai'i 1691 qkm, Upolu 868 qkm, Manono 8,5 qkm, Apolima 4,7 qkm, insgesamt 2572 qkm, so groß wie das Herzogtum Sachsen - Meiningen.

3. Bodengestaltung. Die Geologie der Inseln bietet nicht viel. Da alles vulkanisch ist, sind nur Eruptivgesteine vorhanden, und zwar kennt man bis jetzt nur solche jüngeren Alters und basischer Natur. In der Regel handelt es sich um meist sehr olivinreiche Plagioklasbasalte, also Gesteine mit viel Feldspat, die durch ihren Gehalt an Magneteisen den fruchtbaren, braunroten, tonigen Laterit bilden. Neben den Feldspatbasalten kommen seltener auch Tephrite vor, die neben Plagioklas auch viel Nephelin und Leucit führen. Alle diese Laven sind teils porphyrartig, teils anscheinend dicht und homogen, dunkelgrün bis schwarz; oft auch blasig und mandelsteinartig. Wie schon erwähnt, findet man fast immer in denselben die grünen Olivinkristafle, oft in großen Haufen. An vielen Plätzen, besonders z. B. auf den Inseln Manono und Fanuatapu, sind große Tufflager vorhanden. Orographie. Savai'i ist von Upolu unterschieden durch Form und Anordnung des Gebirges. Ersteres hat eine rhombische Gestalt und ein zentrales Massiv, das, aus der Ferne gesehen, von ca. 1600 m Höhe langsam nach allen Seiten hin abfällt. Ganz anders präsentiert sich das langgestreckte Upolu vom Meere aus, dessen Rückgrat (tuasivi der Eingeborenen) öfters sich hebt und senkt, von S und von N aus gesehen. Der Unterschied ist aber nur scheinbar. In Wirklichkeit streicht der Gebirgszug auf Savai'i vom Ost- bis zum Westkap in der Richtung von O z. N nach W z. S, und auf Upolu verhält es sich im großen Ganzen ebenso, wenigstens bis zur Mitte hin, bis zur Linie Apia - Safata, wo die größte Höhe von ca. 1000 m erreicht wird; ostwärts hat die nicht mehr so dachförmig, sondern zweigartig gestaltete Höhenmasse teilweise eine westöstliche, ja sogar leicht nördlich neigende Tendenz, indem der etwas gewundene Grat Strahlen vornehmlich nach der Nordküste absendet. Merkwürdigerweise sind in diesem Ostteile von Upolu weniger gut ausgebildete und kleinere, auch nicht so zahlreiche Kraterbildungen, wie westlich, namentlich auf Savai'i. Jedem Samoabesucher bleibt der eigenartige Eindruck, den die Kraterinsel Apolima macht, wo man durch den Einbruch mit dem Boot ins Innere fahren kann; keiner vergißt den fast isoliert aussehenden Kegel des Tofua im Westen von Upolu, und wie sich auf dem langsam wieder ostwärts ansteigenden Grat die Krater des Sigaele, Lanuto'o, Maugafiamoe und des Lepue hinter Apia markieren. Die sanfte nördliche Böschung dieses Teiles, wo die Landschaften Tuamasaga und Aana aneinander grenzen, ist der reich besiedeltste von ganz Samoa. War die Böschung hier rein, so schiebt sich schon bei Apia mitten an der Nordküste ein isolierter Berg an die Küste vor, und dies wiederholt sich weiter östlich mehrfach, so bei V ailele - Lauli'i, bei Luatuanu'u, bei Solosolo, bei Saluafata und bei Faleia. Immer aber bleiben zwischen den Nasen kleinere Niederungen, wo Siedelungen Platz finden, namentlich zwischen Saluafata und Falefà, wo die großen Dörfer Lufilufi, der Hauptort von Atua, und Faleapuna liegen. Weiter ostwärts aber beginnt die Steilküste, ausgezeichnet durch das Fehlen jeglicher Korallenriffanlage. Die Bergwände stürzen steil ins Meer ab. Das Vorhandensein einer solchen unnahbaren Küste, welche aber niedrig und im Vergleich mit den hohen herrlichen Atuafelssen nahezu unschön ist, kennzeichnet fast ganz Savai'i. Nur die Ostküste hat hier auf ca. 20 km Küstenlinie, nordwärts des Ostkaps, ein Strand-, südwärts ein Barrierenriff vorgelagert, und an den landwärts gelegenen Sandstrandbuchten liegen hier in langer Kette die Dorfschaften der Landschaft Fa'asaleleaga, welche die Führung auf Savai'i hat. Hier, vor Salelologa, liegt auch der einzige gute Hafen von Savai'i, den die Marine um 1900 vermessen hat. Die kleinen Korallenriffe aber, welche die Buchten von Palauli - Satupaitea im Süden, von Salailua im Westen, und von Asau - Vaisala nebst Safune -Matautu im Norden abschließen, verdienen kaum der Erwähnung. Sie sind winzig klein im Vergleich mit dem großartigen Riff, das fast ganz West - Upolu wie ein Hufeisen umschließt. Reicht es doch von Vailele an der Nordküste bis nach Falelatai an der Südseite in einer Länge von 60 km; denn der Einbruch bei Apia ist nur unvollkommen. Ostwärts ein Strandriff, vertieft sich die Lagune (das Binnenwasser) bei der Missionsstation Malua, und wird dann bis nach Manono hin, welches kleine Eiland völlig umschlossen wird, zum Barrierenriff. -Aber auch sonst noch hat Upolu einige recht ansehnliche Riffanlagen, so bei Saluafata an der Nordküste, am Ostkap in Aleipata, wo die 2 Felseninseln Fanuatapu und Namua noch mit dem Riff in Fühlung bleiben, während Nu'utele und Nu'ulua der freien See preisgegeben sind, ähnlich wie es sich mit Manono und Apolima im Westen verhält; das Aleipatariff reicht im Süden sogar noch bis Lepà, eine Strecke von 8 km. Endlich sind an der Südküste von Upolu noch zwei Riffstrecken von je ungefähr 20 km Länge, die von Lotofaga nach Falealili und die von Siumu bis zur Lefagàbucht, letztere durch die große Bucht von Safata teilweise unterbrochen. Die Bucht von Safata und von Apia nun sind ausgezeichnet durch die Bildung von Halbinseln, durch Sandaufschüttung im Gefolge der Riffbildung entstanden, die von Vaie'e und Mulinu'u. Beide, besonders die von Vaie'e, schließen rückständige Brackwasserlagunen ab. Kleinere solcher Art befinden sich bei Faleapuna, Falefà, Mutiatele, Falelatai usw. auf Upolu, auf Savai'i ist eine hervorstechende Bildung dieser Art in Safune an der Nordküste, kleinere in Matautu, Palauli usw. Da die Küste von Savai'i und Upolu nur wenig gegliedert ist und eigentlich nur Fagaloa, "die lange Bucht", in Atua eine fjordähnliche Bildung zeigt, so sind es die Korallenriffe allein, welche die Häfen für die Schiffe bilden. Freilich sind auch diese recht unvollkommen, wie der Taifun des Jahres 1889 an der Apiabucht gezeigt hat. Ähnliche Häfen sind eigentlich nur noch in Saluafata, und in Falealili und Safata an der Südküste von Upolu; Safune, Matautu und Satupaitea auf Savai'i; Manono, Mulifanua, Vaitele, Vailele, Falefà usw. sind nur offene Reeden zu nennen, und bei den sonst noch in Betracht kommenden Plätzen wie Asau, Sapapali'i, Malua usw. sind nur mehr oder weniger große Riffeinlässe für kleine Schiffe oder Boote vorhanden. - Der Schmalheit halber, welche bei Savai'i von N nach S 37 km, bei Upolu 24 km beträgt, kann von größeren Flüssen keine Rede sein. Auf Savai'i namentlich ist das jungvulkanische Gestein so porös, daß nur bei großen Regenfällen in den Flußbetten für einige Stunden oder Tage ein reißendes Wasser erscheint. Es ist dort eigentlich nur im Süden bei dem Dorfe Pulei'a ein nennenswert fließendes Flüßchen, dessen Wasser über die 4 m hohe Steilküste ins Meer fällt. Dagegen tritt an verschiedenen Stellen das unterirdische Wasser an der Küste in Quellen zutage oder in Form eines Siedetopfes wie in Safune. Auch in Aana, im Westen Upolus, herrscht Wassermangel, dagegen hat das östliche Atua einige ansehnliche Rinnsale, z. B. bei Falefà, wo ein schöner Wasserfall am Meere ist, und an der Südküste ein bei Salani mündender Bach, der 5 km inlands den hübschen Wasserfall Fuipisia bildet. Auch der in die Apiabucht mündende Vaisigano stürzt im Gebirge oben über einen steilen Hang, vom Meere aus sichtbar, und der "Rutschfels" Papase'ea, hinter Faleata, ist ja weltberühmt geworden. Inlandseen gibt es gleichfalls nur wenige. Der größte und schönste ist wohl der Lanuto'o, südwestlich von Apia, wie der Mataulanu auf Savai'i, einen ausgebrannten Krater auf den Bergen oben ausfüllend. - Daß die vulkanische Tätigkeit auf S. wieder neu beginnen könnte, daran dachte im Jahr 1900 nach der Besitzergreifung niemand ernsthaft. Und doch waren Vorboten nicht allzulange vorher vorhanden gewesen. Im September 1866 beobachtete nämlich der Missionar Turner zwischen den Manu'ainseln Taù und Olosega einen submarinen Vulkanausbruch. Die Lotungen mehrerer Kriegsschiffe stellten späterhin einen submarinen Krater daselbst fest. Alles blieb fürderhin ruhig, bis im Jahre 1902, am 30. Okt., ein vulkanischer Ausbruch auf Savai'i gemeldet wurde. Es wurde in ungefähr 1450 m Höhe ein tätiger Krater aufgefunden, der große Lavamassen nordostwärts zum Meere sandte, die Dorfschaft Lealatele zerstörend. Diese Tätigkeit ist zurzeit wieder zum Abschluß gekommen. Nicht viel weiter westwärts zieht bei dem Dorfe Aopo ein nahezu vegetationsloses Blocklavafeld zum Meere, ein Zeuge, daß vor nicht allzulanger Zeit ein ähnlicher Vorgang stattfand, und auch an anderen Plätzen von S. finden sich solche Spuren. Endlich sei noch erwähnt, daß Hebungen und Senkungen für S. in Anspruch genommen wurden. Dem wurde aber von Krämer in Petermanns geogr. Mitteil. 1900 widersprochen.

4. Klima. S. liegt im Gebiete des Südostpassats, der indessen häufig in jener Gegend fast aus Osten bläst, meist aus OSO. Seine Zeit dauert vom April bis November, ohne daß eine feste Grenze sich aufstellen ließe. Im Januar bis März treten häufig westliche und nördliche Winde mit viel Regen auf, zeitweise zu Orkanen ausartend. Von 1890 anhat der Arzt Dr. B. Funk lange Jahre Luftfeuchtigkeit, Barometer-, Temperatur- und Regenmessungen gemacht, welche die Deutsche Seewarte in den "Deutschen überseeischen meteorologischen Beobachtungen" veröffentlicht hat. - Nach der Besitzergreifung wurde dann das S. - Observatorium von der kgl. Gesellschaft der Wissenschaften in Göttingen gegründet, welches die Messungen fortsetzte. 1910 erschien das IV. Heft der "Ergebnisse der Arbeiten des Samoa -Observatoriums", welches "Das Klima von Samoa" von Otto Tetens und Franz Linke (Berlin) betitelt ist. Es werden dabei Funks 17jährige Beobachtungen von 1890 bis 1906 mit den 4jährigen der Station verwertet, alles in Apia beobachtet. Es wurden als Gesamtmittel von 1890 - 1906 berechnet:
  Funk Observ
Temperatur : 25,79 25,55
Relative Feuchtigkeit: 84,8 84,6
Luftdruck: 759,03 757,57

Die Ergebnisse stimmen also recht gut miteinander überein. - Die Mittel aus den gesamten Beobachtungen von Dr. B. Funk (Januar 1890 bis Dezember 1907 und Januar 1909 bis Oktober 1910) gibt die folgende Tabelle:

Interessant sind die Beobachtungen über Zunahme der Regenmenge mit der Erhebung des Landes. Es hat nähmlich auf S. eine Station von 550 m Meereshöhe die doppelte jährliche Regenmenge, eine solche von 1100 m die dreifache einer benachbarten Küstensta tion. - Endlich seien noch die Mittel der vorherrschenden Windrichtungen in Passat und Regenzeit hier wiedergegeben:

  Passatzeit Regenzeit
Passatwinde: 48 % 33%
Nordwinde: 19% 34 %
Süd- und Westwinde: 28% 29 %
Stillen: 3 % 5 %

Die Orkane, welche S. heimsuchen, fanden nach Krämer, Über den Bau der Korallenriffe usw., in folgenden Jahren statt: 29. Dez. 1839, 1840, 15. Dez. 1842, Weihnacht 1848, 4. bis 6. April 1850, Jan. 1865, Jan. 1870, März 1879, März 1883, dann am 15. bis 16. März 1889, wobei "Adler" und "Eber" verloren ging. Der Ablauf der Katastrophe findet sich genau im ebengenannten Buche angegeben, wie auch in den Annalen der Hydrographie 1889 nähere Angaben sich finden.

5. Pflanzenwelt. Alle Berge, Schluchten, Ebenen sind mit einem hochstämmigen Urwald bedeckt, soweit das Auge reicht, alles grüne Wipfel. Am Strande, teilweise auch im Innern, namentlich da, wo Siedelungen sind, heben sich die blaugrünen, schillernden Kokospalmen vom Laubwald ab. Einige wenige engbegenzter Flecken an den Berghängen haben nur niedrigen Farn- und Graswuchs; doch trifft man das Alang- Alang- Gras von Neuguinea hier nicht an. Dr. Reinecke (s.d.) weilte 1893/95 auf S. und schrieb eine Flora der Samoainseln, die im 23. und 25. Band von Englers botanischen Jabrbüchern erschien. Danach gibt es 567 Genera und 1224 Spezies, worunter 142 neu gefunden wurden. Reinecke hat in Peterm. Mitt. 1903 auch über die pflanzengeographische Beziehungen sich ausgelassen. Danach sind rund 150 Phanerogamen endemisch, 250 sind auch im malaiischen Gebiet heimisch, ca. 40 sind von Fidji bekannt, 13 von Tahiti, 12 von Tonga, 8 von Australien und Melanesien, 7 von Neuguinea, 6 von den Philippinen und Karolinen, 5 von Neukaledonien, 2 von Amerika und 1 von Hawaii. Von 200 Farnen etwa 60 endemisch, 130 malaiisch, 80 auf Fidji, 40 auf Tahiti, 20 auf Tonga, je 15 auf Hawaii und Australien. Die Schlußworte lauten: "Die Vegetation der polynesischen Inseln ist unabhängig von den nächsten kontinentalen Florengebieten Amerikas und Australiens, sowie Hawaiis, Neuseelands, Neukaledoniens und Neuguineas. - Sie ist relativ jung - weist auf einen westlichen bzw. nordwestlichen Ursprung und auf eine nach O vorschreitende Ausbreitung. - Diese Besiedelung ist in erster Linie durch die Luft (Winde), in zweiter Linie durch Vögel vermittelt worden. - Die Flora hat sich zum Teil durch Anpassung und Variation schnell erweitert und ausgebildet." Wie schon erwähnt ist der Laubwald herrschend, und besonders erwähnt zu werden verdient, daß das Unterholz fast allenthalben so licht ist, daß man unbehindert durch die unendlichen Bergwälder schweifen kann. Nur eine Bergpalme (Cyphokentia samoensis Warb.) unterbricht die Gleichartigkeit des Waldes, und besonders am hübschen See Lanuto'o macht sich dies angenehm bemerkbar. Blickt man von den Höhen über die Wälder hin, so heben sich an einzelnen Stellen die mächtigen Ficusriesen hervor. Unter den Bäumen namentlich der Strandregion sind zahlreiche Bekannte zu nennen: Hernandia, Erythrina, Tournefortia, Barringtonia, Callophyllum, Cerbera, die Leuchtnuß Aleurites, die Firnisfrucht Parinarium, der Firnisbaum Bischoffia, die Hibiscusarten, der Ylangylang Cananga, das Edelholz Afzelia. Orchideen gibt es nur in unscheinbaren Arten, Bambus kommt nur an wenig Stellen vor. Dagegen ist ein großer Reichtum an Farnen, Moosen, Flechten usw. Die Nahrungspflanzen sind vornehmlich die Kokospalme, der Taro (s.Tafel 25), im Sumpf und im Bergwald gepflanzt, die Yamswurzel, der Brotfruchtbaum, die Banane, Apfelsinen und Zitronen, Papaya, Mango, der Malayapfel, das Zuckerrohr, die Kawapflanze, die Eiche Inocarpus, der Mandelbaum Terminalia, die alle angepflanzt werden. Wild im Busch gedeihen eigentlich nur (wenn nicht Siedelungsreste) die Liebesäpfel des Spondiasbaums; die Curcumapflanze, die Stärkeknolle Tacca und die Cordilyne (Dracaena) - Arten, deren Wurzeln genießbar sind. Die Pandanusbohnen werden nicht gegessen, dagegen einzelne Arten von Seetang, der im übrigen nicht allzureichlich vorhanden ist. Die Eingeborenennamen der Pflanzen finden sich bei A. Krämer, Die Samoainseln, II. Bd., S. 366, zusammengestellt. Was die Zeit vor Reinecke betrifft, so haben sich die Expeditionen von d'Urville und Wilkes besonders um die Erforschung der Fauna und Flora verdient gemacht (s. 13. Entdeckungsgeschichte). Später waren es die Missionare, die sich um die weitere Erschließung bemühten, z.B. Pratt und Whitmee. Endlich haben in der Godeffroyschen Ära Gräffe, Kubary und Storck gesammelt und unsere Kenntnisse vermehrt.

6. Tierwelt. Betreffs der Nahrungsquelle nicht domestizierter Tiere an Land steht es günstiger als in der Pflanzenwelt. Denn außer dem Schwein kommt nur noch das Huhn in Betracht, dessen Eier aber verschmäht werden. Dagegen spendet der Busch eine Käferlarve, den fliegenden Hund (3 Arten) und die Tauben, von denen die Globicera pacifica Finsch- Hartl. (lupe) ehedem von den Häuptlingen mit Netzen, im Wettspiel gefangen wurde. Auch die Columba castaneiceps Peale (fiaui), und die eigenartige, berühmte Zahntaube Didunculus strigirostris Peale (manumea) wird gelegentlich verzehrt. Erwähnenswert sind noch wegen ihrer Schönheit mehrere Arten kleiner Ptilopus - Täubchen. Gegessen werden auch Seevögel, besonders der Seetölpel. Dysporus sula L. (f'ua'ó). Von Landvögeln sind 34 bekannt, wovon 16 eigentümlich. Der seltenste ist der Pareudiastes pacificus Hartl. (puna'e), der in Erdlöchern auf Savai'i lebte und ausgerottet zu sein scheint. Neben dem kleinen Sperlingspapagei (sega) Coriphilus fringillaceus Bon., welcher die roten Federn für den Kopfschmuck der Vornehmen beim Tanze liefert, soll noch ein großer vorkommen, wie Kotzebue berichtete. Wahrscheinlich ist er ein Phantasiegebilde. Von Vögeln seien noch genannt Kuckuck, Star, Eule, Honigsauger, Würger, Finken, Drossel, Eisvogel, Schwalbe, Wildente, Sultanshuhn, Wachtelkönig, Sumpfläufer, Reiher usw. Außer Hund, Katze, Ratte, Maus, Fledermaus, einigen Eidechsen und dem Gecko, gibt es an Wirbeltieren an Land noch Schlangen, die jedoch harmlos sind. Auch der Tausendfuß und Skorpion ist so selten sichtbar, daß er kaum Beachtung verdient. Dagegen können die Blutegel im Busch bei Regen zuweilen recht lästig werden. Endlich kommt das eingeführte Rindvieh und das seit alters auf den Inseln befindliche Schwein auch verwildert im Busch vor. Viel reicher als das Land ist das Meer. Die Riffe und ihre Umgebung sind reich an Fischen und niederen Tieren. Schildkröten sind selten geworden. Fast alles wird gegessen. Eine gewisse Ausnahme bilden nur die sog. giftigen Fische, als der (iliù) Schmetterlingsfisch Acanthurus xanthurus Blyth, der (unavau) Hering Clupea atricanda Bleck., die Equulaarten (mù), der Kofferfisch Ostracion punctatus Bl. Schn., der (gaito) Gelbstachelschwanz, die (maoa'e) Riesenmuräne (M. tesselata Rich.), der (sue) Vierzahn (Tetrodon sp. sp.) usw. Aber auch diese werden zeit- und teilweise verzehrt. Von niederen Tieren verdient noch der Palolo Erwähnung, ein Borstenwurm, Eunice viridis Gray, dessen hintere, dünne, lange Enden 8 Tage nach dem Vollmond im November aus dem Riffe zu Apia in den ersten Morgenstunden vor Sonnenaufgang in Massen an der Wasseroberfläche schwärmen, von den Samoanern geschöpft und gegessen werden. Das dicke vordere Ende fanden nach langem Suchen Friedländer 1897 und Krämer 1898 unabhängig von einander. - Über die ganze Tierwelt: Krämer, Die Samoainseln, II. Bd., wo alles Bekannte zusammengestellt ist. Ein neueres Werk, D. S. Jordan und A. Seale, The Fishes of Samoa, Washington 1906, ist leider unvollständig und durch seine Nomenklatur verwirrend.

Krämer.

7. Eingeborenenbevölkerung. (Hierzu die Tafeln 29, 173 - 175.)

a)Anthropologie. Die Samoaner sind Polynesier (s.d.), und zwar die edelste Form dieses Völkerbegriffes. Am nächsten verwandt sind sie mit den Bewohnern von Tonga, Rarotonga, Tahiti, Hawaii und Neuseeland. Nach Norden hin haben sie die Tokelau- und Guilbertinseln im mikronesischen Bereich stark beeinflußt, nach Südwesten hin den melanesischen Fidschiarchipel. Die Männer sind häufig von ansehnlicher Körpergröße. Maße von 190 - 200 cm kommen nicht allzu selten vor. Körper muskulös, mit gutem Fettpolster, Waden stark entwickelt. Farbe mittel- bis hellbraun, bei Häuptlingstöchtern dem Südeuropäer sich nähernd. Haare kurzwellig bis langwellig, niemals schlicht, in der Regel schwarz. Glatze selten. Bärte kommen vor. Backenknochen ein wenig hervortretend, Nase breit, im Sattel tiefliegend, Lippen rot, breit. Gesicht schönes Oval. Kopfform brachykephal nach Messungen an Lebenden. Geburtsflecken sind beobachtet. Die äußeren Leisten der Ohren sind häufig verstrichen, Läppchen oft geheftet (werden nicht durchbohrt).

b) Sprache. Die gleichmäßig über alle Inseln ohne Sonderdialekte verbreitete Hochsprache gehört als polynesisch zu den austronesischen Sprachen (s. Polynesische Sprachen). Am nächsten verwandt ist sie mit dem Malaiischen, während das Tonganische, Hawaiische, Tahitische und Maorische nur als dialektische Verschiedenheit angesprochen werden darf. Wie innerhalb der Samoagruppe der Gebrauch einzelner Worte im polynesischen Sprachschatz wechselt, so gleich im großen Sprachgebiet. So sagt man auf Manu'a im Osten von Upolu für "tanzen" sa'a, ein Wort, das im Westen ganz ungebräuchlich ist; aber auf Neuseeland ist das Wort haka herrschend. Ebenso sagt man auf Samoa für "fertig" 'uma; das Wort pau wird selten gebraucht, ist aber auf Hawaii im Schwange usw. Der Akzent ist zumeist auf der zweitletzten Silbe, so Apía, Samóa, Upólu usw., selten auf der drittletzten: tamàlo'a Knabe, áiga Familie, sóia laß es, oder auf der letzten: avà Frau, mamà rein, tina Mutter usw. Viele Worte haben einen Stimmbruch am Anfang oder in der Mitte, wo Tonga und Maori ein k hat: so 'ai "essen" hier, dort kai, hier i'a "Fisch", ika dort. - Noch deutlicher ins Ohr fallend ist die Verwandlung von l in r und f in h, wie beim Worte al of a "Liebe' , das die Maori scharf ar'oha sprechen. Wer sich für diese Wandlungen und Beziehungen interessiert, greife zu Edward Tregears Maori - Polynesian Comparative Dictionary (Wellington 1891), während das treffliche Prattsche Samoa - Diktionär bei der Missionsgeschichte (siehe Samoa 3) erwähnt ist. Diesem Werke ist auch eine Grammatik beigegeben, die aber für Anfänger nicht klar genug ist. So einfach nämlich diese in Übereinstimmung mit dem Malaiischen ist, so schwierig ist die volle Beherrschung der S.sprache wegen ihrer Unbeholfenheit. Schon der sog. Artikel im Nominativ und Genitiv als 'o le und o le ist kaum unterscheidbar. Nur ein wenig besser steht es mit dem Besitzwort Lo'u und Lou, das immer vor dem Hauptwort steht, wenn man nicht das artikulierte Personalpronomen hintansetzen will, wie z.B. 'o le tamà 'o a'u "mein Vater" für lo'u tamà, 'o le tam'à 'o 'oe "dein Vater" für lou tamà, 'o le tamà 'o ia "sein Vater" für lona tamà, wo der Melanesier einfach in größter Kürze sein Possessivsuffix setzt tamák, tamám, tamál "mein, dein, sein Vater". Plural, Deklination, Konjugation usw. alles hat keine hervorstechenden scharfen Regeln; die Haupt- sowohl als die Zeitwörter werden nicht verändert, nicht gebrochen, Hilfszeitwörter fehlen, kurzum es herrscht eine Armut an grammatikalischen Formen. Nur die Partizipbildung zeigt eine gewisse Mannigfaltigkeit, die sich auf malaiische Urformen zurückführen läßt, wie z. B. inu "trinken" nach dem malaiischen inum das Partizip inumia bildet, tagi "weinen" nach tangis die Form tagisia usw., was F. W. K . Müller in Berlin feststellte. Weiter hat das Samoanische aus dem Altmalaiischen das s bewahrt, und die Höflichkeitsrede, beides den übrigen polynesischen Dialekten nur bedingt eigen. - Es sei noch erwähnt, daß g nach der eingebürgerten Orthographie wie ng gesprochen wird. Wer samoanisch gut sprechen will, muß nicht allein über einen großen Wortschatz verfügen, sondern er muß auch die samoanische Geschichte kennen, die häufig in Schlag- oder Sprichwörtern gipfelt, deren Kenntnis durchaus erforderlich ist. Gouverneur Dr. E. Schultz (s.d.), der hervorragende Kenner der S.sprache und Sitten, hat 1906 im Verlag der "Samoanischen Zeitung" zu Apia ein Buch, Sprichwörtliche Redensarten der Samoaner, erscheinen lassen, dem zwei Nachträge gefolgt sind. Sie sind prächtige Studien für Vorgerückte, während für Anfänger die Anleitungen von Dr. Funk (Berlin 1893, Mittler), O. Sierich (Hamburg, A. Ebert), Valesca Schulze (Apia 1901), H. Neffgen (Leipzig, Hartleben) in Frage kommen.

c) Politische Einteilung der Eingeborenen. Es sind nur die Landschaften und die Dorfschaften, nicht die Dorfteile, Sprengel usw. aufgeführt; solche in Krämer, Die Samoainseln, Bd. I.

I. Upolu. Ostteil: Landschaft Atua, Nordseite (itu Anoama'a): Dorfschaften, Luatuanu'u (Grenzort), Solosolo, Saluafata, Lufilufi (Vorort), Faleapuna, Falefà, Fagaloa, Uafato; Ostseite (Aleipata): Ti'avea, Amaile, Samusu, Saleaaumua (Vorort), Mutiatele (Ostkap), Satitoa, Ulutogia, Vailoa, Lalomanu; Südseite (itu o Salefao): Lepà, Lotofaga, Falealili (Grenzort). - Mittelteil: Landschaft Le Tuamasaga: Nordseite: Vaimau (Grenzort im O), Faleata, Fale'ula, Malie, Afega (Vorort), Tuana'i, Sale'imoa; Südseite: Siumu (Ostgrenze), Safata (Alataua) - Westteil: Landschaft Aana. Nordseite (itu Alofi): Tufulele (Ostgrenze), Faleasiu, Fasito'outa, Nofoalili, Leulumoega (Vorort), Fasito'otai, Faleatiu, Satapuala, Sagafili, Mulifanua (Westkap); Südseite (itu Tuafanua): Samatau, Falelatai, Faleaselelä, Lefagà (Ostgrenze).

II. Insel Manono (zu Aana gehörig): Saleataua, Salua, Apolima (Dorf und Insel).

III. Savai'i. Ostdistrikt (Fa'aseleleaga): Amoa (Nordgrenze), Faga, Safotulafai (Vorort), Sapapali'i, Iva, Salelologa, Tafúa; Südseite (itu o Fa'otoafe): Palauli (Vorort), (Satupaitea s. 3), Papa, Pulei'a, Tufa Gautavai, Tufu Gataivai, Taga, Salailua (Westküste), Gaga'emalae (Westküste) (Nordgrenze); Westseite (itu o Salega): Satupáitea (Vorort) liegt an der Südseite zwischen Palauli und Papa; es ist also hier die Hauptstadt durch eine ansehnliche Gebietsstrecke von ihren Unterplätzen an der Westküste getrennt; Sagone (Südgrenze), Vaipu'a, Fai'a'ai, Samata (Nordgrenze); Nordwestseite (itu o Asau): Falelima (Westküste), Ne'iafu (Westküste), Tufutafo'e (Westküste) (diese 3 Dorfschaften zusammen haben als alataua "Kriegsberater" wie Satupaitea einen gewissen Vorrang), Falealupo (Nordwestkap), Sataua (Nordküste), Vaisala (Nordküste), Asau (Vorort) (Ostgrenze); Nordseite (Gagai'fomauga): Aopo Inlanddorf (Westgrenze), Sasina, Safune, Samauga, Safotu, (Vorort) (Ostgrenze); Nordostseite (Gaga'emauga): Matautu, Sato'alepai, Saleaula (Vorort), Lealatele.

Jeder Distrikt hat also einen Vorort, wo der Oberhäuptling residiert und die einflußreichsten Sprecher (Tulafale) wohnen, welche die Landschaft regieren. Da Aana auf Upolu immer sehr volkreich und mächtig war, so erlangte sein Vorort Leulumoega den Ruhm einer Hauptstadt von ganz Samoa. Sein nächster Rivale liegt in dem mit Aana verbündeten Atua, dessen Vorort Lufilufi immer von hoher Bedeutung war. Zwischen beiden liegt die Landschaft Le Tuamasaga, der seit alters Waffenbrüderschaft mit dem Ostdistrikt von Savai'i, Le Fa'asaleleaga, unterhielt, und auch mit Manono, obwohl dieses eigentlich zu Aana gehört. Afega ist der Vorort von Le Tuamasaga und Safotulafai von Le Fa'asaleleaga. Da nun dieser Distrikt der wichtigste von Savai'i ist, so herrschen die Sprecher, der Rat von Safotulafai, in gewissem Sinn über ganz Savai'i. - Die Gemeinschaft Aana - Atua, welche sich Tumua nennt, richtiger die der Sprechergemeinschaften von Leulumoega und Lufilufi, stand in fast allen Kriegen der alten Zeit im Gegensatz zu Safotulafai, das als Pule, "Herrscherin", zuerst auf Versammlungen, die ganz Samoa betreffen, begrüßt wird. Af ega, der Vorort von Le Tuamasaga mit dem Ehrennamen Tuisamáu (s. d.), hat im alten Samoa nie besondere Bedeutung gehabt, und wurde deshalb auch nie besonders begrüßt. Erst neuerdings, durch die Malietoawirren, hat man ihn als Laumua von den Tumua unterschieden. - Dagegen haben Safata und Faleata im Mitteldistrikt die Ehre, besonders begrüßt zu werden, ebenso Manono, und die beiden Ortschaften Faleapuna und Fagaloa in Atua. Das sind alte Vorrechte, die in der Geschichte begründet sind. - Diese Begrüßung ist im politischen Leben von hoher Wichtigkeit. Wenn nämlich ganz Samoa zu einer Beratung, einem Fono, auf dem Dorfplatz, dem malae, z.B. von Leulumoega versammelt ist, wird eine Begrüßung, eine sog. Fa'alupéga ausgerufen folgenden Wortlauts:

Tulouga 'oe Pule, Gegrüßt, du P.

Tulouga a Tumua, Gegrüßt T.

Tulouga àigailetái, Gegrüßt du Familie im Meere (Manono).

Tulouga alataua ma itu'au, Gegrüßt du Safata und Faleata.

Tulouga va'a o Fonoti, Gegrüßt du Schiff des Fonoti (Faleapuna und Fagaloa).

Das ist eine der merkwürdigsten Erseheinungen im Leben eines Naturvolks, daß die Sprecher von Samoa, die tulafale, die Macht der Regierung und Verwaltung an sich gerissen haben, wie die gesetzgebenden Körperschaften unserer modernen Kulturstaaten. Ja sie bestellen durch Titelverleihung das Oberhaupt eines Distrikts oder von ganz Samoa. Die Kenntnis dieser Organisationen ist notwendig, um den folgenden kurzen Abriß der samoanischen Geschichte zu verstehen.

d) Politische Geschichte. Über den Ursprung der samoanischen Verfassung ist wenig Zuverlässiges bekannt. Es sind in ältester Zeit schon 3 Großhäuptlinge vorhanden, die auf die Geschichte von Samoa eingewirkt haben. Diese älteste Zeit liegt 500 - 700 Jahre zurück. Es ist beispiellos auf dem Erdenrund, daß die mündliche Überlieferung bei gänzlichem Mangel einer Schrift über 500 Jahre weit mit Sicherheit einen Rückblick gestattet (Krämer, Die Samoainseln, Bd. I S. 17). Was das heißen will, wird erst dadurch klar, daß man sich vergegenwärtigt, daß die Melanesier kaum ihren Großvater, sehr selten noch ihren Urgroßvater anzugeben vermögen. In Polynesien, besonders auf S., werden die Genealogien der Häuptlingsfamilien bis zu 20 Ahnen aufwärts mit so hinreichender Sicherheit überliefert, daß namentlich durch die Zwischenheiraten ein genauer Zeitvergleich möglich ist. In der Zeit vor 20 Generationen gab es schon einen Tuiaána, einen Tuiatua und einen Tuimanu'a, die Beherrscher der Landschaften, die ihren Titel ausmachen. Vom Tuimanu'a i st beider Besprechung des Namen Samoa die Rede (s. 1. Name). Es ist in der Tat Grund vorhanden, zu glauben, daß das östliche kleine Manu'a, das die ältesten Sagen von den Göttern und der Schöpfung bewahrte, wenigstens eine gewisse kurze Zeit Tutuila, Upolu und Savai'i beherrschte, wenn vielleicht auch nur durch mana, durch königliches Ansehen. Bald aber schon erstarkte Upolu, namentlich das östliche Atua, das Tutuila sich unterwarf, welches immer ohne besondere Bedeutung geblieben ist. Es heißt, daß der Gottmensch, der aitutagata Pili von Manu'a, dem Westen den Taro brachte. Er heiratete die Tochter des Tuiaána Tava'etele, und seine Söhne Tua, Ana, Saga und Tolufale seien die Begründer des Machtbegriffs von Atua, Aana, Tuamasaga und Manono geworden. Dies ist nur Sage. Es ist gänzlich unsicher, wann das Haus der neun Sprecher von Leulumoega sich gebildet hat, das den Titel Tuiaana verleiht, und ebenso steht es mit dem Haus der Sechs in Lufilufi, das den Titel Tuiatua vergibt, sicher früher als im Jahre 1200. Übertrugen die beiden genannten Sprecherhäuser die beiden genannten großen Titel, die ao tetele, in der Zeit vor den Tongakriegen auf einen einzigen Häuptling, so war eser König von Samoa, denn Tuamasaga und Savai'i hörten nur auf Lufilufi und Leulumooga. Dies änderte sich durch die Tongakriege. Um das Jahr 1200, wahrscheinlich weit nach deinselben, hatte der Tuitonga mit seiner Flotte S. heimgesucht und unterjocht. Die Befreiung wurde durch die Söhne Tuna und Fata des Häuptlings Atiogie von Faleata in Tuamasaga eingeleitet, denen der scheidende vertriebene Tongakönig zurief: málie tau, málie tóa! "Herrlich gefochten, herrliche Krieger!'' Dadurch gewann die Familie" des Atiogie den Titel Malietoa und dadurch entstand ein neuer Machtfaktor zwischen Aana und Atua, in Tuamasaga, das der neuen Häuptlingsfamilie Heeresfolge leistete. Es heißt, daß der älteste Sohn des Atiogie mit Namen Savea den neuen Titel erhielt, daß Fata Sa - Fata gründete als, alataua, "Kriegsberaterin", und Tuna Faleata zur itu'au, zur "Kriegseite" d. h. Schutzgarde machte. Malie (s. Auimatagi) erhielt das. Recht, später mit Manono und Safotulafai zusammen, den Malietoa -Titel zu vergeben, und Afega wurde unter den Sprecherhäuptlingen Fata und Maulolo Regierungssitz (s. Tuisamáu), und als Laumua von den Tumna, Lufilufi und Leulumoega unterschieden. Wenige Generationen später war eine sehr ereignisvolle Zeit für die politische Organisation. Der Urenkel des ersten Malietoa, des Savea, mit Namen M. La'auli hatte zwei Töchter; Gatoaitele hieß, eine von beiden, deren Name wichtig ist. - Beide lebten mit einem Enkel des Tuitoga, Sanalala von Safata, und bekamen wiederum zwei Töchter, von denen der Name der einen Vae o Tamaso àli'i wiederum zu merken ist. Diese heiratete einen Sprossen der Tuiaána - Familie von Leulumoega und wurde Mutter des berühmten Tuiaana Tamálelagi. Ihre Schwester aber verband sich mit einem Mitglied der hohen Häuptlingsfamilie der Tonumaipe'a von Savai'i, deren Dämonin Nafanua, im Besitze besonderer Kriegszauber war. Die Regierungsplätze auf Upolu hatten sich entzweit, und eine der beiden Parteien rief an jedem Ort den Priester der Nafanua um Hilfe an. Nafanua verhalf allen Hilfesuchenden zum Sie genahm aber als Entgelt die Titel mit fort, namentlich die beiden neugeschaffenen Gatoaitele von Afega und Tamasòàli'i von Safata, deren Besitz fürderhin die Gefolgschaft von Tuamasaga bedeutete, während Malietoa nur ein Lokaltitel von Malie blieb, ebenso wie Mata'afa einer von Faleata, Tonumaipe'a von Satupaitea und Ne'iafu usw. - Alle die vier Titel, die großen, Tuiaana und Tuiatua, und die beiden kleinen, Gatoaitele und Tamasoàli'i, waren also bei Nafanua auf Savai'i vereint, was besagen will, daß niemand für würdig befunden worden war sie alle zu besitzen. Erst auf das "Kind vieler Familien", das gemäß seiner großen Beziehungen auch die zahlreichen feinen Matten als Bezahlung für die titelverleihenden Sprecherhäuptlinge aufbringen konnte, den Sproß aller Fürstengeschlechter, wurden die vier Titel insgesamt gelegt, auf die Frau Salamasina, welche als die erste vierbetitelte, tafa'ifà die erste volle Königin von S. war. Dies war ums Jahr 1500. Nun beginnt die glorreiche Zeit der Tuiaanalinie. Zwar erhielten die nächsten 3 Generationen, die Frauen Fofoaivao'ese und Taufau, sowie der Faumuinà die kleinen Titel von Tuamasaga nicht, aber die folgenden fünf waren alle tafa'ifà. - Ihre Namen sind berühmt in der Geschichte, denn sie warfen im Kampfe um den Thron alle ihre Gegner nieder, trafen wichtige Bestimmungen und gründeten oder festigten die großen Familien. Sie heißen Fonoti, Muagututi'a Tupúa, Galumalemána und J'amafána. - Fonoti kämpfte gegen seine Schwester Samalaulu, welche die Familie Tuimaleali'ifano von Falelatai gründete, und gegen seinen Bruder Vaafusuaga Toleafoa. Letzterer wurde trotz der Übermacht geschlagen und mit Alipia, dem ersten Sprecher von Leulumoega nach Tutuila verbannt. Der Krieg wurde durch die Tapferkeit der Kriegsboote von Faleapuna und Fagaloa in Atua gewonnen, die hierfür den Ehrentitel Va'a o Fonoti "Flotte des Fonoti" erhielten. Nach seiner Rückkehr erhielt Toleafoa den Titel der Tonumaipe'a - Familie auf Savai'i zur Besänftigung, während Fonoti die Königschaft für seine eigenen Nachkommen durch Vermächtnis (mavaega) festlegte. Sein Sohn Muagututi'a regierte in der Tat fast ohne Kämpfe. Er heiligte die großen Familien Salevalási (siehe oben die Gründerin Levalasi im Stammbaum) in Atua, und die Satuala in Aana von Tuala, dem Sohn des Tuiaana T amalelagl (im Stammbaum) stammend. Ebenso starb Tupua in Frieden, dessen Nachkommen Satupua sich nennen. Während seiner Regierungszeit fand wahrscheinlich die Entdeckung von S. statt (1722). Er hatte von drei Frauen drei Söhne: Afoafouvale, Galumalemana und Luafalemana, von welch letzterem Mata'afa, der Ali'i sili der deutschen Regierung, direkt abstammt, weshalb er sich auch Mata'afa Tupua nannte. Afoafouvale sollte König werden, aber Galumalemana hatte viel Anhang. Darüber wurde der erstere zornig; aber auch als sich sein Bruder völlig unterwarf, hörte er nicht auf böse zu sein. So kam es zum Krieg, worin Galumalemana als Sieger hervorging. Er erhielt alle Titel und regierte lange Zeit. Als er starb, machte er das berühmte Vermächtnis, nach dem das Kind im Leibe seiner letzten Frau ihn in den Titeln beerbte. - Seine übrigen Kinder sollten alle alo a ali'i "Kinder des Häuptlings" sein, wie in der Tat heute noch alle seine Nachkommen benannt werden. Da Galumalemana 5 Frauen aus den mächtigsten Familien gefreit hatte, und diese ihm viel Nachkommen gebaren, so gibt es zahlreiche aloàli'i, die zusammenhaltend einen großen Machtfaktor bilden. Daß die übrigen Kinder das Vermächtnis ihres Vaters nicht anerkennen wollten, ist in diesem Falle leicht zu begreifen. Besonders der älteste Sohn Nofoasaefà, der an Savai'i durch seine Mutter einen starken Rückhalt hatte, trachtete nach der Königschaft. Nachdem er den Tuiaanatitel erhalten hatte, zog er gegen den Mata'ala Fa'asuamaleaúi zu Felde, welcher seinen Onkel Paitomaleífi im Kampf um den Tuiatuatitel überwunden hatte. Denn diese beiden waren direkte Abkömmlinge (Sohn und Enkel) des Luafalemana, und Notoasaefà ihr Vetter, der nun hinwiederum den Mata'afa schlug und Tuiatua wurde. Als er aber auch den Tonumaipe'atitel bekommen wollte, wurde er auf Savai'i ermordet. Erst hiernach erfüllte sich das Vermächtnis des Galumalemana, indem der nun aufgewachsene J'amafana alle vier Titel bekam, freilich erst, nachdem er seinen Bruder Tupo niedergezwungen hatte. Dann regierte er lange in Frieden. Er starb um 1800. - Bis zu dieser Zeit hatte nie ein Malietoa einen großen Titel inne, es war also nie einer König geworden. Im 18. Jahrh. kam es aber mehrfach vor, daß Heiraten zwischen der Malietoaund Tuimalealilifanofamilie in Aana stattfanden. Besonders war es eine Malietoatochter Tuitofà, die zur Zeit des J'amafana den Tuimaleali'ifano Suatipatipa heiratete. Sie ist die Tante des Malietoa Vaiinupó, der hauptsächlich in Sapapali'i an der Ostküste von Savai'i wohnte. Als eines Tages seine Leute die Kawakauerschar des Königs J'amafana mißhandelten, fuhr Vaiinupò mit Macht dazwischen. Zum Dank bestimmte ihn J'amafana zu seinem Nachfolger. In erster Linie waren es sicher Verwandtschaftsgründe. Vaiinupò hatte es aber nicht leicht, die vier Titel zu bekommen. Es dauerte ein Menschenalter, bis es ihm geglückt war, nachdem er den christlichen Namen Tavita angenommen, hatte (s. 16. Missionswesen). 1839 hatte er noch nicht alle, 1842 starb er. Nach Vaiinupó glückte es nur einem Häuptling noch alle vier Titel auf sich zu vereinigen, unserem Mata'afa. Da er aus der Tuiatuafamilie stammt, so ist also auch die Ehre dieser Familie in der Geschichte gerettet; denn es ist anzunehmen, daß die neue Zeit mit dem feudalen Titelwesen endgültig gebrochen hat. Die neuere Zeit beginnt mit dem Jahre 1830, dem Einzug der Mission (s. 16. Missionswesen). Eingehend geschildert findet sie sich vornehmlich bei Pritchard, Churchward, B. v. Werner, R. L. Stevenson, Reinecke (Samoa), Moritz Schanz und in Krämers Monographie. Nur die wichtigsten Ereignisse und Daten seien hier hervorgehoben. Der Hafen von Pagopago wurde um 1830 schon von zahlreichen Walfängern aufgesucht, und als J. Williams (s.d.) 1882 den Hafen von Apia gefunden hatte, ging es auf Upolu mit Riesenschritten vorwärts. - 1836 erlaubte der Kapitän Drinkwater -Bethune dem Häuptling von Apia, einen Hafenzoll von 2 Doll. zu erheben, den freilich Kapitän Dumont d'Urville kurze Zeit nachher bestimmt ablehnte. - Als Kommodore Wilkes 1839 die Inseln besucht und fliegend vermessen hatte, gab es in Apia schon einen englischen und amerikanischen Konsul. - Dazu kam ein deutscher ungefähr 20 Jahre später, wenigstens ein solcher von Hamburg nach der Gründung des Godeffroyschen Handelsunternehmens. In der Zwischenzeit hatten nach dem Tode des Malietoa Vaiinupo im Jahre 1842, der in den letzten Jahren alle 4 Königstitel auf sich vereint hatte, die Kämpfe um die Oberherrschaft wieder begonnen. - Im Jahre 1847 begann ein neunjähriger Krieg, der viel Blut kostete, und in welchem Manono um die Vorherrschaft kämpfte. Dank seinen, den Europäerbooten nachgeformten Kriegsfahrzeugen brachte es die kleine Insel tatsächlich dahin, daß die großen fono von S. eine Zeitlang von Leulumoega nach ihrem Platz verlegt wurden. In diesem Kriege kämpfte auch der Großvater des jetzigen Tamasese, Moegagogo, dessen Grab in Faleata sich befindet. Von den Malietoa war es insbesondere Pe'a, auch Talavou genannt, der hervortrat, während dessen Stiefbruder Moli, der Vater Laupepas, nicht einmal den Malietoatitel besaß. Als im Jahre 1856 zuerst Manono, dann Atua und Aana Frieden geschlossen hatten, trat kurz danach (1857) ein neues Ereignis ein, das von größter Bedeutung für die weitere Geschichte von S. werden sollte, die schon erwähnte Gründung der Hamburger Handelsfiliale. Zu den zwei rivalisierenden Konsuln von England und Amerika kam ein dritter, erst ein hamburgischer, der 1868 in einen solchen des Norddeutschen Bundes, 1872 des Deutschen R eiches umgewandelt würde. Nach dem Tode des ersten Direktors der Firma J. C. Godeffroy, Unshelm, im Jahre 1864, war es der erst 20jährige Theodor Weber, der mit sicherer Hand das Geschäft vergrößerte und, in enger Fühlung mit den Samoanern, einen großen Einfluß auf diese ausübte, durch Güte und Klugheit. Sein Name ist unauslöschlich mit Samoa verbunden. 1868 war Malietoa Talavou (s. oben) zum König ausgerufen worden von dem Vorort von Tuamasaga. Es war gar kein Zweifel, daß der Sohn des Vaiinupò in der Malietoafamilie der geeignetste war. Der englische Konsul Williams aber, ein Sohn des Südseeapostels, hatte dessen Neffen Laupepa sozusagen adoptiert, und als Maluazögling wurde er von dem Missionar Turner vorgeschoben, die beide ihn als Gegenkönig ausrufen ließen. Hieraus entstanden die politischen Wirren, die 32 Jahre lang die Diplomatie in Unruhe versetzten und nicht zum mindesten Samoa selbst. Tuisamau beantragte wegen dieser Unbill bei der englischen Regierung die Abberufung von Williams und griff unter Talavous Führung den zu Apia verschanzten Laupepa an, wobei die englischen Konsulatsgebäude in Mitleidenschaft gezogen wurden, was zu einer Schadenersatzforderung und zu einem der vielen Annektionsversuche führen sollte, die in den folgenden Jahrzehnten an der Tagesordnung waren. Diese Vorgänge zogen amerikanische und deutsche Kriegsschiffe herbei, die ein wachsames Auge auf die Gelüste der Engländer hatten. Da England die Hände gebunden waren, versuchte es 1872 Neuseeland mit der Annektion, weshalb die Vereinigten Staaten am 17. Febr. dieses Jahres durch die "Narranganset" den Hafen von Pagopago auf Tutuila durch einen Vertrag an sich zu bringen trachteten. Zugleich kam der berüchtigte "Colonel" Steinberger, der als Premierminister des Königs Talavou eine moderne Verfassung, ein Ober- und Unterhaus, Taimua und Faipule, organisierte, aber bald durch Übergriffe sich mit seinem Herrscher entzweite, den er stürzen wollte. S. M. S. Gazelle 1875 war Zeuge jener Gewalttätigkeiten. Durch die Macht der von ihm geschaffenen Körperschaften hielt er sich noch eine Zeitlang. Aber Englands Eifersucht duldete ihn nicht. H. M. S. "Barracouta" hob ihn am 13. März 1876 nach einem harten Kampf, wobei mehrere englische Matrosen fielen, auf, und brachte ihn nach Amerika zurück. Er hatte sich allgemein unbeliebt gemacht; nur die Taimua und Faipule ließen ihn nicht gern ziehen und setzten den Talavou als König ab, weil er für Steinbergers Entfernung gewesen war. Die Folge war, daß 1877 die Vereinigten Staaten von Amerika und England auf einmal annektieren wollten. Als der englische Konsul Liardet hohe Schadenersatzansprüche stellte, schlug die Stimmung für Amerika um. Er hißte deshalb am 24. Mai die Flagge, was aber sofort von Konsul Weber und Kapitän "Hassenpflug" von S. M. S. "Augusta" beanstandet wurde. Als die Augusta aber am 11. Aug. abgesegelt war, begann der Kampf. Die Taimuapartei, also die amerikanische Sache, kam in Vorteil, was zu neuem englischen Vorgehen führte. Dies veranlaßte die Amerikaner, den des Englischen mächtigen Schreiber Mamea zwecks Abschluß eines "Handelsund Freundschaftsvertrages" nach den Vereinigten Staaten zu nehmen, wo ein solcher am 12. Jan. 1878 auch tatsächlich abgeschlossen wurde. Am 29. Juni kehrte Mamea mit einem neuen Minister, Bartlett, dem er 24000 M Gehalt zugesagt hatte, zurück; auch sollte jetzt Pagopago den Vereinigten Staaten als Kohlenstation zufallen. Dies veranlaßte den Kapitän v. Werner (s.d.) mit S. M. S. "Ariadne" am 16. Juli (1878) Saluafata und Falealili für Deutschland zu besetzen, und diese Besitzergreifung wurde erst wieder im folgenden Jahre (1879) aufgehoben, als die Taimua sich herbeigelassen hatten, mit Deutschland einen Gleichberechtigungsvertrag zu schließen. Nun wandten sich die Taimualeute den Tuiaana zu und wollten Tamasese zum König machen. Bartlett agitierte gegen Malietoa. Dessen Anhängerschaft vertrieb mit Hilfe des inzwischen eingetroffenen "Bismarck" unter Kapitän Deinhard (s.d.) die in Apia verschanzten Taimualeute. Talavou wurde König, Laupepa Vizekönig. Aber wenige Wochen später wurde der König, der den deutschen Vertrag nicht anerkennen wollte, von den "Taimua" an Bord des deutschen Schuner "Apia" gefangen genommen. Da der deutsche Konsul diese Gefangennahme auf deutschem Boden nicht duldete, zeigte sich Malietoa entgegenkommend und war bereit zur Anerkennung. So kam am 2. Sept. 1879 der Vertrag zustande, nach welchem Apia als neutrales Gebiet unter dem Schutze der 3 Konsuln stehen sollte. Apia als neutrales Gebiet und Gleichberechtigung der drei Mächte waren die beiden Hauptergebnisse des Jahres 1879. Der Berliner Vertrag 10 Jahre später w ar im Grunde nur eine Erneuerung der Abmachungen von 1879. - Im Jahre 1880 starb Malietoa Talavou. Am 27. April selben Jahres lehnte der Reichstag die Besitzergreifung Samoas seitens des Deutschen Reichs ab, die allein Ordnung hätte bringen können und von den beiden andern Mächten in Anbetracht unserer überwiegenden Interessen sicher gutgeheißen worden wäre. -Bambergers unglückselige Rede war mit Schuld. -Am 19. März 1881 wurde Malietoa Laupepa als König ausgerufen, Tamasese als Vizekönig. Am 12. Juli folgte die Anerkennung seitens der drei Mächte. Zembsch war damals deutscher Berufskonsul, nachdem Weber zurückgetreten war. - Trotz des Wohlwollens Deutschlands kam Laupepa aber bald wieder durch Wühlereien in englisches Fahrwasser. Annektionsgesuche folgten nun wieder reihenweise. Malietoa vergaß so sehr seine Zugeständnisse und Verträge, daß Konsul Stübel (s.d.) am 23. Jan. 1885 die deutsche Flagge in Mulinuu hißte, um zu zeigen, daß wir auch noch da waren. Tamasese dankte ab und erklärte den Krieg gegen Malietoa, dessen Fahne im neutralen Apiagebiet unser Konsul durch Mannschaften S. M. S. "Albatros" entfernen lassen mußte. 1886 kam das deutsche Geschwader unter Admiral Knorr (s.d.). - Die Amerikaner hißten als Gegenmaßregel ihre Flagge zu Apia und setzten die Malietoas darunter. Dies machte Malietoa so unverschämt, daß Konsul Becker ihn mit Hilfe unserer Kriegsschiffe 17. Juli 1887 gefangen setzen ließ. Seine Deportation über Kamerun, Hamburg nach Jaluit ist bekannt. Beim Abschied übergab er seine Rechte an Mata'afa. Durch deutschen Einfluß wurde aber jetzt Tamasese zum König gewählt. So sammelte Mata'afa langsam seinen und Malietoas Anhang, um ihn zu stürzen. Die Amerikaner unterstützten Mata'afa. Am 9. Sept. 1888 wurde er zum König ausgerufen. Tamasese hatte sich in Mulinu'u verschanzt, wurde aber von dort verjagt und ebenso von Luatuanu'u, wo er ein zweites festes Lager bezogen hatte. Als sich nun aber die Mata'afaleute anläßlich ihrer Erfolge große Frechheiten gegen die Deutschen zuschulden kommen ließen, requirierte Konsul Knappe (s.d.) die Mannschaften des deutschen Geschwaders S.M.S. "Adler", "Olga" und "Eber" (Kommodore Fritze), um die S. zu entwaffnen. Am 18. Dez. (1888) erfolgte dann die Landung bei Fagali'i und Vailele, unter Führung des Kapitänleutnants Jaeckel, die den Leutnants Sieger und Spengler, sowie 15 Matrosen das Leben kostete; 37 waren verwundet. Der Plan mißlang, die Feindseligkeiten hielten an. Am 9. Jan. des folgenden Jahres (1889) brannten die Mata'afaleute das deutsche Konsulat nebst 12 andern Gebäuden nieder. Diese Vorgänge, welche in England und Amerika große Erregung hervorriefen, führten zur Abberufung des Konsuls Knappe; und dann trat ein Ereignis ein, welches durch seine Ungeheuerlichkeit die aufgetürmten Leidenschaften rasch vollends in sich zusammenbrechen ließ: der Orkan vom 15. - 17. März, der Apia heimsuchte. Die schon genannten deutschen Kriegsschiffe "Adler", "Olga" und "Eber" lagen im Hafen, von den Amerikanern "Trenton", "Vandalia" und "Nipsic", und am weitesten außen die zuletzt eingetroffene englische "Calliope" und die Deutsche Bark "Peter Godeffroy". Am 1. Tag flaute der Südwind allmählich ab, bis zur Windstille 4 Uhr nachmittags, Minimum 742 mm. Darauf folgten die Nordstürme, die eine ungeheure See in den nach Norden offenen Hafen hineintrieben, besonders am 16. März. Bis nach Mittag hielten die Schiffe Stand. Dann trieb zuerst die Bark aufs Riff. Darauf stießen "Olga" und "Nipsic" zusammen, und es ist merkwürdig, daß die beiden durch ihre Bewegung in dem engen Raum alle übrigen (außer "Calliope", die außen lag und hinausdampfen konnte) zugrunde richteten, aber selbst nicht untergingen: "Eber" zerbrach am Mittelriff , Kommandant Wallis und 93 Mann ertranken, "Adler" wurde auf dasselbe Riff hinaufgeworfen, wo sein Eisengerippe heute noch weithin sichtbar liegt; "Trenton" und "Vandalia" scheiterten gleichfalls. Nur die beiden Störer liefen auf den Strand und konnten wieder abgeschleppt werden. In Berlin trat auf diese Unglücksnachrichten hin am 14. Juni die bekannte Konferenz zusammen, die zwar in der Hauptsache nur die Gleichberechtigungs- und Neutralitätsverträge von 1879 erneuerte, aber durch die Einführung eines Oberrichters und eines Munizipalitätspräsidenten neue Momente hinzu brachte. Daß Englisch Gerichtssprache wurde und australisches Recht galt, dient zur Charakterisierung. In der Tat sollte am Schluß des Jahrhunderts alles bis dahin an politischer Terrorisierung Geschehene überboten werden. Im September wurde Malietoa Laupepa aus der Verbannung heimgebracht und von den drei Signaturmächten zum König eingesetzt. Erster Oberrichter war der Schwede Baron v. Cedernkrantz, erster Präsident Senfft v. Pilsach. Die Ruhe dauerte nicht lange. Laupepa hatte ja bei seiner Abreise alle seine Rechte auf Mata'afa übertragen, und nach seiner Rückkehr hielt er dies aufrecht. Als aber der Beschluß der Mächte durchgeführt worden war, zog sich Mata'afa beleidigt nach Malie zurück, um eine Nebenregierung zu gründen. Im April 1891 starb der ältere Tamasese zu Lufilufi und hinterließ das Vermächtnis, daß seine Anhänger gemäß dem Beschluß der Mächte zu Malietoa stoßen sollten. So lehnte Saluafata Mata'afas Einladung ab, und viele folgten diesem Beispiel. Trotzdem war Mata'afas Partei nicht schwach; ein Teil von Atua, Aana, Savai'i und ganz Manono hielt zu ihm. Am 7. Juli 1893 kam es zum Kampfe bei Vaitele, wo die Malietoapartei 13 Köpfe erbeutete. Mata'afa zog sich nach Aana, dann nach Manono zurück. Als ihm aber der Fa'asaleleagadistrikt auf Savai'i seine Hilfe versagte, ihm sogar eine Landung verweigerte, und die Kriegsschiffe Manono blockierten, blieb ihm nichts anderes übrig als sich mit 20 Häuptlingen zu ergeben. Im September wurde er dann an Bord S. M. S. "Sperber" nach Jaluit in die Verbannung geschickt. 1894 versuchte dann noch einmal der jüngere Tamasese die Gewalt an sich zu reißen. Er wurde aber im Aug. durch das Bombardement der Kriegsschiffe und die Malietoatruppen aus seinem befestigten Lager in Luatuanu'u vertrieben, und als er nach Lufilufi sich zurückzog, folgte ihm die Regierung dorthin, von neuem den Angriff beginnend. Tamasese zog sich darauf nach Aana zurück, wo nach einigen Scharmützeln bei Mulifanua wieder Ruhe eintrat. Die Gegensätze blieben erhalten. Laupepa hatte aber wenigstens noch das Glück, die letzten vier Jahre seines Lebens in Frieden zu genießen. Er war Vertragskönig, aber nicht Vierbetitelter. Er starb am 22. Aug. 1898 in Mulinú'u. Gerade als er beerdigt wurde, traf die Nachricht mit dem Postdampfer ein, daß ein deutsches Kriegsschiff den Mata'afa, mit dem man allmählich zu Hause, Mitleid bekommen hatte, zurückholen solle. Alsbald taten der englische Konsul Maxse und der amerikanische Vertreter alles, um dies zu verhindern. Aber die militärischen Befehle sind strikt. S.M.S. "Bussard" brachte ihn am 19. Sept. Er wurde verpflichtet, ruhig in Mulinu'u zu leben. Es handelte sich nun darum, wer der Nachfolger Laupepas werden solle. Die Berliner Akte sahen im Art. I vor: "sein Nachfolger soll geziemend erwählt werden nach den Gesetzen und Sitten von Samoa". Erst ließ man die Samoaner gewähren. Am 12. Nov. war ein großer fono in Mulinu'u, der Mata'afa zum König wählte. Da war aber schon die englische Mission an der Arbeit, denen der Katholik nicht genehm war. Am 15. Nov. erklärten 11 beliebige Häuptlinge ohne Rechte und Befugnisse, die Wahl sei ungültig, und am 27. Nov. stellten dieselben den Sohn des Laupepa, den jungen Tanumafili ihrerseits als Königskandidaten auf, zur Entscheidung für den Oberrichter Chambers. In der Folge erhielt Mata'afa alle 4 Königstitel verliehen, soweit er sie schon besaß zum zweiten Mal, und zwar durch die befugten Rednerschaften der Hauptorte; dem Tanumafili verlieh der junge Tamasese, der aus Ärger über Deutschland zu den Engländern übergegangen war, alle vier Titel auf einmal, wozu er natürlich nicht die geringste Berechtigung hatte. Selbst den Titel Malietoa erhielt Mata'afa, zum Ärger des Laupepasohnes. Der Oberrichter ließ sich durch dies in seiner vorgefaßten Meinung nicht beirren; selbst einer Zählung der Gefolgschaft beider Kandidaten, die 5/6 für den Alten, 1/6 für den Jungen ergab, verschloß er zwar nicht seine Augen, aber seine Seele. Am 19. Dez. begann die Gerichtsverhandlung in der Königsfrage. Die 2 englischen Rechtsanwälte waren auf seiten des Tanumafili, Mata'afa hatte keinen. Das Urteil fiel am 31. Dez. wie erwartet: Tanumafili ist rechtmäßiger König. Am folgenden Tage, am 1. Jan. 1899 schloß die beleidigte Mata'afapartei Apia ein; nach kurzem Kampfe war die ganze Partei des Tanu gefangen, er selbst saß mit Tamasese sicher auf dem englischen Kriegsschiff. Schwere Zerwürfnisse zwischen den Konsuln folgten; denn der Engländer und Amerikaner wollte die provisorische Regierung mit dem Munizipalpräsidenten, Raffaels an der Spitze nicht anerkennen. An Stelle der Deutschen von 1889 traten Amerikaner, und Engländer im Jahre 1899, von denen am 23. März bei der Beschießung Apias und späterhin mehrere im Kampfe gegen Mata'afa fielen. Darauf kam wieder die Ruhe nach dem Sturm. Die heimische Diplomatie setzte ein und diesmal mit einem positiven Ergebnis. Am 25. Nov. traf die Nachricht in Apia ein, daß Deutschland Upolu und Savai'i, die Vereinigten Staaten von Amerika Tutuila und Manu'a unter ihren Schutz nehmen solle. Am 1. März 1900 erfolgte die Flaggenhissung auf Mulinu'u. (S.a. 17. Geschichte.)

e) Sitten und Gebräuche (hierzu die Tafeln 173 -75). Die Frau kommt im Hause ihrer Eltern nieder. Während der Schwangerschaft und nach der Niederkunft erhält die Frau gelegentlich Geschenke von der Familie ihres Gemahls. Der Name des Kindes wurde meist zuerst nach dem Schutzpatron der Familie gewählt, später gab irgendein Vorfall das Wort. Während der Schwangerschaft ist der Verkehr nicht verboten, aber während des Stillens sehr streng. Stillen beginnt nicht sofort, meist nach 3 Tagen, dann ist die Frau auch wieder auf. Milchprobe. Abtreiben durch Kneten. Formen des Schädels der Neugeborenen durch Steine und Pressen. Feste für das Sitzen, das Kriechen, Stehen des Kindes usw. Heiliges Verhältnis zwischen Bruder und Schwester. Adoption unter Verwandten sehr verbreitet. Mutterrecht. Nachfolger des Vaters ist der Schwestersohn. Ungefähr im 12. Jahr Beschneidung durch Einschnitt. Tätowierung, richtiger Tatauierung, gegen das 16. Jahr. Tätowieren ist englische Verstümmelung von tatau eigentlich tà tatau "schlagen richtig" und sollte nicht mehr gebraucht worden. Die Form der Tatauierung ist die einer Kniehose bei Männern, bei Frauen einzelne Sternchen und Zeichen an Oberschenkel, Kniekehle und Händen. Das dazu verwendete Werkzeug ist in Tafel 175 Abb. 18 zusammengestellt. Es besteht 1. aus den Tatauierinstrumenten selbst, meist 4 recht winklig gestielten Knochenkämmchen von verschiedener Breite, deren scharfe Spitzenreihen mittels eines etwa 40 cm langen Stäbchens in die Haut eingeschlagen werden; 2. dem Behälter für diese Kämme in Form eines bodenlosen Holzbechers (rechts auf dem Korb); 3. dem Farbentopf mit dem Stößel zum Anrühren der Farbe, die aus dem Ruß von Aleuritesnüssen hergestellt wird; 4. dem Korb aus Pandanusblättern, in dem alle Geräte aufbewahrt werden. Die Arbeit teilt sich folgendermaßen: Männer machen Haus, Boot, Holzschüsseln, Trommeln, Schmucksachen, Keulen, Speere, Netze, Fischhaken, tatauieren, beschneiden, kämpfen, ja sie kochen und pflanzen und züchten die Tiere. Frauen flechten Matten, Fächer, machen Rindenstoffe (s. Tapa), Stärke, Curcumagelb, Lampenruß, halten Haus und Hof in Ordnung. Unter den in den Formen außerordentlich mannigfaltigen Keulen gibt es drei alteinheimische Arten, die in den Abb. 1 - 3 wiedergegeben sind. Die einfachste ist die stockförmige Keule (Abb. 2). Etwa die Form eines Ruders zeigt die Keulenart Abb. 3. Vielzinkig (ursprünglich achtzinkig) ist die Art Abb. 1. Sie besitzt einen Fangzahn, um einen gefallenen Feind aus dem Gedränge herauszuholen. Mit den gegenüberstehenden Zähnen soll man ihm dann den Kopf abgeschnitten haben. Eine höchst saubere Arbeit sind sodann die vielzinkigen Speere (Abb. 9). Sie sind im Querschnitt stets dreieckig. Die Widerhaken stehen einander zugerichtet. Die Samoaner nennen diese kurze Art Rednerstäbe wie die eigentlichen, vollkommen glatten Rednerstäbe auch, doch sind sie in Wirklichkeit Prunkspeere, die man bei Tanz und Festen mit sich trägt. - Sind schon die Keulen und Speere Schnitzwerke von musterhafter Sauberkeit, so gilt das noch mehr von den aus Pauholz gefertigten Fächern (Abb. 5) und Kämmen (Abb. 6 - 8) und den Kawaschüsseln (Abb. 19). Diese werden hauptsächlich aus dem Holz von Afzelia bijuga hergestellt, am meisterhaftesten auf Savaii, wo sie von besonderen Handwerkern aus dem Vollen gearbeitet werden. Die Zahl der Beine beträgt 4 - 14 und mehr; sie steigt stets in gerader Zahl an. Besondern Wert erreichen die Schalen wie auch die dazu gehörigen Kokosbecher (Abb. 20) durch den sog. Kawaspiegel, einen gelbweißen, matten, perlenähnlichen Glanz auf dem Boden, der erst durch langen Gebrauch der Stücke erzeugt wird. - Bei anderen Stücken geht die Technik über das Herausarbeiten aus dem Vollen hinaus. So bei den Nackenstützen (Abb. 17), wo die hölzernen Beine mit dem Bambusrohr durch Schnüre verbunden si nd. Die Nackenstützen sind ein- bis vierschläfrig, indem die etwas unbequeme Kopfunterlage in der Länge zwischen 30 cm und mehreren Metern schwankt. So auch bei den Schab schemeln für Kokosnüsse (Abb. 15), wo das wirksame Prinzip in der Gestalt eines muschelähnlichen Stückes Kokosnußschale ebenfalls mit Schnüren am Bock selbst festgebunden wird. Auf dem Sattel sitzend, schabt der Koch - Kochen ist Männersache - den Kern der Nuß in ein untergestelltes Gefäß oder auf ein Blatt. Statt des Kokosschabers verwendet man auch solche aus Spondylusmuschel. - Hübsche Arbeiten sind auch die Fliegenwedel (Abb. 14), deren bis 40 cm langer Behang fast immer aus zusammengeflochtenen Kokosfasern besteht. Sie werden von den Sprechern als Zeichen ihrer Würde getragen, von den Häuptlingen nur dann, wenn sie als Sprecher auftreten. Als Abwehrmittel gegen Fliegen kommen nur kleinere Formen in Betracht. - Zum Handwerkszeug der Männer gehört außer schneidenden Muscheln und Steinen und Steinaxten auch der Drillbohrer (Abb. 16). Heute mit eiserner Spitze versehen, trug er früher eine solche aus spitzen Schneckenschalen oder einen Dorn des Seeigels. Die Bohrmethode ist bekannt: man dreht das Schwungrad mit der Linken, während die Rechte den Querstab hält. Dann rollen auch die beiden Schnüre, von denen die eine oben vorn, die andere gegenüber befestigt ist, am Längsstab auf. Ein Zug mit der Rechten nach unten bringt das Rad so sehr in Schwung, daß die Schnüre nach der Abwicklung von selbst nach der anderen Richtung aufrollen, usf. - In der Wirtschaft der Samoaner spielt die Fischerei die größte Rolle. Krämer unterscheidet die kleine Fischerei, die Korb- und Netzfischerei und die Angelfischerei. Die kleine Fischerei wird mit dem Stock zum Suchen der Tiere, der Hand zum Ausräumen der Felsenlöcher, dem Vergiften, dem Speeren, durch Schießen mit Pfeil und Bogen betrieben. Die Korb- oder Reusenfischerei tritt gegen die mit Netzen betriebene sehr zurück. Die Form und Größe der Netze ist sehr bedeutend, je nach dem Fangobjekt und den Wasserverhältnissen. Einen Fischhaken stellt Abb. 4 dar. Der Blänker ist meist aus Perlmutterschale, zuweilen auch aus der Schale der braungetupften Konusschnecke geschnitten, der widerhakenlose Haken aus Schildkrötenschale. Für sehr große Fische, auch Haie, fertigt man derbe Haken aus festem Holz. - Für den von Tintenfischen bedient man sich der Fanggeräte von der Form des in Abb. 10 wiedergegebenen. Der Körper des Geräts besteht aus einem Stück Kalkspat, das einem Fischkopf ähnlich sieht, zumal es auch noch einen augenähnlichen Fleck auf der Seite trägt. Darauf festgebunden sind zwei Stücke der Cypraea tigrina. Nach hinten endet der Körper in einen Schwanz in der Gestalt eines biegsamen Stabes, der mit Fransen aus Hibiscusfasern versehen wird. Vor dem Gebrauch fügt man dem Ganzen noch etliche rote Ti - Blätter hinzu, die durch ihr Hin- und Herflottieren den Tintenfisch besonders zu reizen geeignet sind. Der Fang geschieht in der Weise, daß der Mann in kleinem Auslegerboot aufs Riff hinausfährt. Mit der Linken hält er das Ruder; mit der Rechten fährt er, alle Sekunden zuckend, die Angel an den Riffhöhlen vorbei. Hat sich der Octopus festgesaugt, so trägt ihn die Hand des Fischers schnell ins Boot. Bereits mehr zum Sport als zur eigentlichen Wirtschaft gehört der Fang etlicher Taubenarten. Abb. 11 stellt das Fangnetz für die große Fruchttaube (lupe) dar. Deren Fang war früher der Hauptsport der samoanischen Großen. Er geschah in der Zeit vom Juni bis Oktober auf bestimmten Fangplätzen, die freigeholzt waren und in deren nächster Nähe sich die Laubhütten für die Jäger befanden. Die Jäger selbst bedeckten sich obendrein noch ganz mit Schlinggewächsen, um möglichst einem Busch zu gleichen. Jeder hatte seine gezähmte Taube bei sich, deren eines Bein an einem dünnen Bindfaden festgebunden war. Auf ein Zeichen des Führers ließen alle Jäger ihre Tauben fliegen, und zwar so hoch, daß alle höher als die Wipfel der Waldbäume über der Lichtung flatterten. Gewahrten die wilden Tauben diese Ansammlung, so kamen sie in der Annahme, daß hier viel Futter sei, herangeflogen. Dadurch entwickelte sich bald ein Streit zwischen den zahmen und den wilden Tieren. Die Jäger holten mit einem Ruck an der Leine ihre Tauben ein; die wilden stürzten im Kampfeseifer nach und wurden von den Jägern mit großer Geschicklichkeit in den Netzen gefangen. - Leichter, aber im Prinzip ähnlich, ist der Fang der kleinen Taube manutagi (Ptilopus fasciatus). Dieser Vogel ist sehr streitsüchtig. Darauf bauend, setzt man im Walde Käfige von der Form der in Abb. 12 wiedergegebenen aus. Auch hier ist der zahme Lockvogel an einer Leine gefesselt, jedoch so kurz, daß er den Korb nicht verlassen kann. Der Korb selbst hängt auf einer Querstange frei beweglich an einer mit Gegengewicht versehenen Schnur. Der Jäger beobachtet von einem aus Bananenblättern rasch hergestellten Häuschen seinen Lockvogel. Ruft dieser, so kommen bald wilde Vögel. Von der Querstange aus stürzen sie sich schließlich in den Korb, den der Fänger rasch mit einem Bananenblatt zudeckt. Dann nimmt er den gefangenen Vogel heraus und wartet auf den nächsten. Die Tierchen werden nicht gegessen, sondern verschenkt oder zum Fang selbst abgerichtet. - Eine ganz besondere Spezialität des samoanischen Wirtschaftslebens ist schließlich der Fang des Palolowurms. Dieser (Eunice viridis Gray) ist ein Borstenwurm von etwa 2 - 3 Fuß Länge, wovon ungefähr ein Viertel auf den stärkeren Vorderteil, drei Viertel auf den nur 1 - 1 1/2 mm starken Hinterteil kommen. Um den Fang dieses Hinterteils handelt es sich, wenn der Wurm zu seiner Hochzeitsfahrt aus dem toten Korallenfels in der Nähe der Brandungszone an die Oberfläche kommt. Das geschieht nur einmal im Jahr, acht Tage nach dem Oktobervollmond auf Savaii, einen Monat später auf Upolu. Die mit Eiern gefüllten grünen Weibchen wie die mit Samen gefüllten braunen Männchen stoßen dann bestimmte Körperglieder ab, die die Befruchtung vermitteln. Man fischt diese Körperglieder vom Boot aus mit Fangkörben von der. Art der Abb. 13 oder solchen aus Kokosblattscheide in großen Mengen, allerdings nur 3 Tage lang. - Wenn Geschenke gemacht werden, bringen die Männer 'oloa, d. h. alles was sie anfertigen und hervorbringen, während man unter dem tònga der Frauen alle ihre Erzeugmisse versteht, insbesondere die feinen. Matten 'ie tòga. Die Herstellung dieser aus einer pandanusähnlichen Blattpflanze nimmt oft viele Jahre in Anspruch, wenn die Matte sehr fein geflochten wird. Der Regierungsbeamte J. Henniger in Apia hat 1912 in der Samoanischen Zeitung einen "Beitrag zur Kenntnis der Herstellungsweise der feinen Matten in S." gebracht, der recht ausführlich den Gang der Arbeit und die Feste, "das Baden der Matte" usw. beschreibt. Diese Matten sind von größter Bedeutung im Leben. Die Braut trägt und gibt sie als Hochzeitsgabe, der Häuptling beschenkt damit seine Diener, der Großhäuptling bezahlt durch sie die ihm zuteil gewordenen Titel, und nach seinem Tode schenkt sie seine Familie an seine treuesten Untertanen. Auch die weißen Zottenmatten 'ie sina sind wertvoll. Geringen Wert dagegen haben die Rindenstoffe siapo, die aus dem Bast des Papiermaulbeerbaums geklopft, mit Stärke geklebt und bemalt werden, mit Matrizen oder aus freier Hand. Von großer Bedeutung ist auch die Kawa (sam. 'ava). Schon beim täglichen Genuß wird Feierlichkeit beobachtet, besonders aber bei hohen Gästen und bei Festen. Die Titelhäuptlinge hatten ehedem eine eigene Kawakauerschar 'aumaga, aus Jünglingen bestehend, welche die Wurzel des Piper methysticum kauten. Es ist aber unrichtig, wenn angegeben wird, daß die gekaute Kawa in die Kawaschüssel gespuckt werde. Es ist eine besondere Kunst, im ausgespülten Mund möglichst speichellos zu kauen; eine rollbare Kugel soll das Ergebnis sein. Bei kleineren Festlichkeiten wird die Kawa von der Dorfjungfer (taupou [s. Tafel 174]) bereitet. Sie sitzt vor der Schüssel, rechts und links ein Mädchen, eine Wasser zugießend, die andere den Seiher ausschlagend, mit dem die Rückstände der Wurzel aus der gelblich trüben Flüssigkeit gehoben werden. Ist das Getränk fertig, wird in die Hände geklatscht und dann wird mit dem Seiher, der wie ein voller Schwamm über die Schüssel gehoben wird, der Kokosbecher ipu gefüllt. Ein Jüngling oder ein Mädchen bietet ihn mit graziösem Schwung dem an, den ein Sprecher feierlich ausruft. Bei den großen Häuptlingen sind besondere Bechernamen und Zeremonien im Gebrauch. An den Zeremonien und Festen beteiligt sich die Dorfjungfer, meist als Staatsperson; sie bereitet Kawa, empfängt die Gäste, führt den Tanz an oder die Essenshuldigung, dabei geschmückt mit dem Kopfputz aus gebleichten Haaren und Trauben von roten Papageifedern, welche durch einen Dreistab zurückgehalten werden; darunter schimmert auf der Stirn das mit Nautilusschalstücken besetzte Band, und um den Hals reiht sich wie ein Strahlenstern die Walzahnkette. Der mit duftendem Öl gesalbte Körper glänzt, und in den Händen wirbelt eine Keule. Als Tochter des Häuptlings (in wahrem oder adoptiertem Sinn) wird die Dorfjungfrau wie eine Königin in ihrem Dorf, wo sie die erste der Mädchengemeinschaft (aualuma) ist, und bei hoher Abkunft in weiterem Umkreis gehegt und gepflegt. Sie hat zum Schutze ihrer Jungfrauschaft ein Gefolge von älteren Frauen, und wenn ihre Eltern und der Dorfrat gemeinsam einen passenden Jüngling von Geblüt finden, der sie freit, so wird sie auf öffentlichem malae, dem Dorfplatz, vor versammeltem Volke defloriert, und die mit Blut getränkte weiße Zottenmatte bildet den Stolz der Familie. Mißlang die Probe, so wurde das Mädchen oft erschlagen. - Jede Familie hat einen Ältesten, matai, der den Familiennamen besitzt; alle übrigen haben nur kleine Namen. Der Älteste sitzt im Rundteil des großen Hauses; hinzukommende Leute gehen gebückt ins Haus und lassen sich sofort nieder in kreuzbeinige Sitzstellung. Der Älteste begrüßt zuerst. Er ißt für sich und z uerst. Die Jugend ißt hinterher, sozusagen was übrig bleibt. Es ist Sitte, den andern etwas abzugeben, besonders Gästen. Man ißt nie etwas für sich allein. Bei Reisegesellschaften gilt dreitägiges Gastrecht. Man macht nicht Lärm in der Nähe des Häuptlinghauses, singt nicht im Vorübergehen, nimmt eine Last von den Schultern und eine Kopfbedeckung ab, Kinder werden vom Rücken genommen usw. Hai, Schildkröte, Bonito, Flußaale sind die 4 "heiligen Fische" der Häuptlinge, die zuerst vor sie gebracht werden. Achtungsverletzungen ziehen je nach dem Grade Prügel bis Totschlag nach sich. Rechtlich gibt es keinen Schutz, aber es sind Zufluchtsstätten, Asyle, vorhanden, deren Erreichung rettet; besonders sind solche einige Häuser berühmter Häuptlinge, gelegentlich auch ein Baum. Gottesurteile waren im Schwang, z. B. das Beißen in eine giftige Frucht, Auffangen giftstacheliger Esche usw. Strafen durch Zauber bei Bruch von Tabù (tapui) waren Krankheit, Dämonenbiß, Hornhechtangriff und unzählige andere. -Selbstmord geschieht fast immer durch Erhängen. Todesstrafe bei Mord durch Festschnüren an eine Kokospalme. - Als Testament gelten die Abschiedsworte (mavaega), die bei den großen Titelhäuptlingen sehr beachtet wurden, namentlich innerhallb der Groß - Familien, von denen die Salevalasi und Safenunuivao in Atua und die Satuala und Taulagi in Aana die bekanntesten sind. Das Erbrecht ist agnatisch. Erbberechtigt sind in erster Linie nicht die eigenen Kinder, sondern der Bruder oder dessen Kinder (Dr. Schultz). Das heilige Verhältnis zur Schwester und zum Schwestersohn (tamasà) wurde schon berührt.Bei Tod von Häuptlingen wird das Haus von Gästen nicht mehr besucht, und die Dorfstraße wird nicht mehr begangen; ebenso war, die Lagune tabù. Die Trauernden schnitten die Haare kurz, schlugen sich blutig, brannten sich Wunden und schnitten Fingerglieder ab. Aufbahrung auf Mattenthron. Früher Einbalsamierung. Leichenfeuer, Spiele, Tänze, Essen, Demolierung von Dorfgut durch die Leibgarde. Danach Austeilung von leinen Matten an die Diener und Häuptlinge, vor allen Dingen an die Schwester. -Die Seele von Unbeerdigten oder Verlorengegangenen wurde sinnbildlich in Tieren gefangen, die auf ein ausgebreitetes Stück Zeug flogen, um dann mit diesem beerdigt zu werden. Nachher wanderte sie nach dem Westkap von Savai'i, wo bei Falealupo der Eingang im Meere zur Totenwelt, zum Pulotu, ist, zum Elysium oder in den Tartarus Salefe'e.

f) Boot und Haus (s. Tafel 29, 174). Beide weisen für S. eigenartige Typen auf. Das Auslegerboot wechselt an Größe. Der Bug ist immer vorne vierkant, achtern spitzig, also nicht an beiden Enden gleich. Ausleger an Backbord. Für Lagunenfahrzeuge ist der Raum völlig offen; die Hochseeboote zwecks Bonitofang werden an beiden Enden gedeckt. Kleine Decke gleichsinnig haben auch die "Zweibug"boote taumualua, weil sie nämlich vorn und achtern gleich sind. Diese Zweibug haben aber keinen Ausleger. Es ist durch Literaturangaben belegt, daß sie Nachbildungen europäischer Walboote sind. Es waren Schlachtschiffe, zuerst im Neunjährigen Kriege um 1850 verwendet. Dagegen gehört das große Doppelboot alia zu den Auslegerbooten; denn an Stelle des Schwimmers ist hier ein Bootsleib, nahezu von gleicher Größe wie das Hauptboot. Beide sind verbunden durch ein viereckiges Deck, das ein Haus trägt. Mit dem alia wurde in alter Zeit der Verkehr zwischen S., Fidji und Tonga vermittelt, es ist also diesen drei Inselgruppen gemeinsam in der Form. Das Segel ist dreieckig und bietet nichts Besonderes. - Das Haus hat man mit einem umgekehrten Kahn, auf Pfosten liegend, verglichen. Es sind zwei Hauptarten vorhanden: das rundliche "Große Haus" für Gäste und das mehr in die Länge gezogene Schlafhaus. Bei beiden ist mitten ein im Grundriß viereckiges Satteldach, an das sich beiderseits halbkreisförmig ein Rundteil anschließt. Beim "Großen Haus" ist der Mittelteil immer nur sehr schmal; der Firstbalken ruht deshalb auf 3 hohen, nahe beieinander stehenden Säulen. Beim Langhaus wird der Mittelteil von einem inneren Rahmen mit Stuhlsäulen getragen, der auf Pfosten ruht, wie bei jedem Haus. Dadurch nur, daß der überstehende Dachrand auf Außenpfosten ruht, wie beim Großen Haus, sieht es äußerlich diesem in der Konstruktion ähnlich. Der äußere Pfostenkreis ist unbekleidet, so daß der Wind frei durchs Haus kann; es sind allerdings Matten vorhanden, die jalousienähnlich herabgelassen werden können, aber das richtet sich ganz nach dem Belieben der Insassen. Der Hausboden besteht aus kleinen Korallenkieseln, auf denen die Matten zum kreuzbeinigen Sitzen und Schlafen ausgelegt werden. Kochhäuser sind kleine Dächer auf 4 Pfählen. Boothäuser fehlen, sind höchstens für Doppelboote vorhanden.

g) Krankheiten. Der Gesundheitszustand ist ein sehr guter. Lepra (s.d.) ist selten. Nur Elephantiasis (s. Filarien) tritt hervor namentlich an den Gliedmaßen, an den Genitalien, Brüsten usw. Filarien sind häufig im Blute auch von Weißen, ohne daß Gewebsverdickungen bestehen. Framboesie (s. d.) ist als Kinderkrankheit verbreitet, aber nur von geringer Bedeutung; ebenso die Hautkrankheiten, Pityriasisversicolor; der Schuppenringwurm Tinea imbricata, und der Borkenringwurm Tinea ircinata (s. Ringwurm). Von Infektionskrankheiten kommt nur die Ruhr (s. Dysenterie) nach Hungersnot in Betracht; sie trat auch schon nach einer Masernepidemie auf, die eingeschleppt worden war. Typhus scheint nur eingeschleppt vorzukommen. Malaria fehlt völlig. Dagegen kommt gelegentlich Tetanus (s. Starrkrampf) vor, und die Tuberkulose (s.d.) scheint durch unvernünftiges Kleidertragen befördert worden zu sein. Näheres bei Krämer, Die Samoainseln, II. Bd., S. 111 und Anhang dazu: Die wichtigsten Hautkrankheiten der Südsee.

Krämer.

8. Bevölkerungsstatistik. Die Zahl der im Schutzgebiet S. lebenden Weißen beläuft sich nach der letzten Aufstellung (1. Jan. 1913) auf 415 männliche und 142 weibliche, zusammen 557 Personen. Unter ihnen befinden sich 73 Kinder. Der Nationalität nach sind darunter 329 Deutsche, 132 Engländer (meist Kolonial - Engländer), 35 Nordamerikaner, 25 Franzosen, 8 Dänen, 5 Schweden, 1 Luxemburger, 1 Österreicher, 9 Schweizer und 1 Japaner. - Die Mischlingsbevölkerung hat im Jahre 1912 1025 Personen, und zwar 504 männliche und 521 weibliche betragen. - Die samoanische Bevölkerung beläuft sieh nach der letzten Statistik (Ende 1912) auf 34 432, 1906 wurden 33 478 Eingeborene gezählt; es ist also seitdem eine Zunahme von 78 Personen eingetreten. - Die fremde Farbige Bevölkerung, abgesehen von den chinesischen und melanesischen Kontraktarbeitern, beläuft sieh nach der letzten Zählung vom 1. Okt. 1911 auf 507 Köpfe, die ausnahmslos in der Südsee beheimatet sind. Melanesische Kontraktarbeiter (s. Melanesier und Arbeiter) waren am 1. Jan. 1913 im ganzen 786 im Schutzgebiet tätig mit 100 Frauen und 20 Kindern. Die Zahl der Chinesen beträgt 2355 Personen, von denen 2343 Kontraktarbeiter (s. Kuli) und 13 freie Chinesen sind. - Die Bevölkerungsdichtigkeit, alle auf S. lebenden Weißen und Farbigen inbegriffen, beträgt auf 1 qkm 14,7 Einwohner.

9. Eingeborenenproduktion. Unter den Eingeborenenkulturen nimmt die Anlage von Kokospalmenpflanzungen den weitaus größten Raum ein. Eine genaue Statistik, entsprechend der von Europäern angelegten Plantagen, kann bei der Regellosigkeit, mit der die Bäume im allgemeinen bisher gepflanzt worden sind, nicht gegeben werden. Nach den vorhandenen Schätzungen wird man aber den Bestand an Kokospalmen, die von Eingeborenen angepflanzt worden sind, auf rund 850 000 Bäume veranschlagen dürfen. Soweit die Nüsse nicht unmittelbar als Nahrungsmittel Verwendung finden, wird der getrocknete Kern der Kokosnuß als Kopra (s. Kokospalme) an die zahlreich bestehenden Handelsstationen verkauft und von den Kaufleuten exportiert. Der Gesamtanteil der Eingeborenen an der Kopraausfuhr (s. 11. Handel) betrug 1912 rund 7700 t. Pailmwein wie in anderen tropischen Gegenden, wird von. den Samoanern nicht hergestellt. Dagegen bereiten sie aus dem Kern der Kokosnüsse Öl, das sie zu kosmetischen Zwecken verwenden. Eine Ausfuhr dieses Öls findet jedoch nicht statt. Die Blätter der Palme werden außer zu Bedachungszwecken vor allem zur Anfertigung von Körben, Fächern und Matten verwendet. Soweit diese Gegenstände nicht zum eigenen Gebrauch bestimmt sind, werden sie von den Samoanern meist an die Passagiere der in Apia anlaufenden Dampfer verkauft. Nennenswert ist jedoch dieser Handel mit einheimischen Erzeugnissen nicht. - Die Anpflanzung von Kakao durch die Eingeborenen ist im Verhältnis zur Kokospalmenkultur nur sehr gering. Auf der Insel Upolu sind keine nennenswerten Bestände vorhanden. Dagegen wurden auf der Insel Savai'i 1910 ca. 21 000 tragende und 7588 noch keinen Ertrag liefernde Kakaobäume gezählt. Ein beträchtlicher Teil der von den Eingeborenen in Savaii im sog. Lealatele - Distrikt angelegten Kakaopflanzungen sind durch den im Jahre 1905 dort ausgebrochenen Vulkan leider zerstört worden. Eine weitere Ausdehnung der Kakaokultur steht nicht zu erwarten, da die Eingeborenen im allgemeinen der Anpflanzung der einfacheren und reichen Nutzen abwerfenden Kokospalme den Vorzug geben. - Der Ertrag der Kawa - Pflanzungen (s. Kawa) war eine Zeitlang infolge Raubbaues ziemlich zurückgegangen. Im letzten Berichtsjahr (1912/13) betrug die Ausfuhr jedoch wieder nahezu 18 t. - Außer Kopra und Kakao sind noch in kaum nennenswerten Mengen (s. 11. Handel) Tabak und Kaffee ausgeführt worden. Die sonstigen Erzeugnisse samoanisehen Ackerbaues, wie Taro, Yams, Brotfrucht, Bananen und Bataten, werden von den Eingeborenen lediglich für den Bedarf im Lande selbst angepflanzt. - Unternehmungen europäischen Stils werden von den Samoanern nicht betrieben, doch befinden sich unter ihnen gute Bootbauer und Zimmermeister. - Die Viehzucht der Eingeborenen erstreckt sich der Hauptsache nach nur auf Schweine und Hühner. Daneben wird noch etwas Pferdezucht betrieben, doch ist das Material zurzeit noch ziemlich minderwertig. Die Regierung hat, um die Pferdezucht zu heben, die Einfuhr von Hengsten aus der benachbarten Tongagruppe verboten und neuerdings selbst einen geeigneten Deckhengst sowie Zuchtstuten aus Neuseeland eingeführt. - Die Aufzucht von Rindvieh und Schafen ist bis jetzt von den Eingeborenen so gut wie noch gar nicht betrieben worden.

10. Europäische Unternehmungen. Eigentliche europäische Unternehmungen datieren auf S., wenn man von den Niederlassungen der Missionen absieht, erst aus dem Ende der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Damals gründete (1857) das Hamburger Haus Job. Caesar Godeffroy & Sohn (s.d. u. 11. Handel) die erste Handelsniederlassung auf Samoa. Ihr folgten später auch englische und amerikanische Unternehmungen. Regelrechte Pflanzungen wurden von Europäern erst Ende der 60er Jahre angelegt und zwar zunächst auch wieder von der ebengenannten Hamburger Firma. Ursprünglich wurde fast nur Baumwolle angepflanzt. Die großen Arbeiterschwierigkeiten und wohl auch die für die Baumwolle ungünstige Regenverteilung auf den Inseln bestimmten die Firma später, die Baumwollkultur ganz aufzugeben und dafür Kokosnußplantagen anzulegen. Auch die Nachfolgerin der Firma Godelfroy & Sohn, die Deutsche Handels- und Plantagen-Gesellschaft der Südseeinseln zu Hamburg (s.d.), die 1879 das gesamte Geschäft der Firma übernahm, legte den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit auf die Kultur der Kokosnußpalme. - Außer den Plantagen der eben genannten Gesellschaft sind nennenswerte Palmpflanzungen von Europäern. im Schutzgebiet früher nicht angelegt worden, vielmehr befassen sich die Pflanzer seit der Flaggenhissung hauptsächlich mit der Kultur des Kakao, neuerdings aber auch mit der Anpflanzung von gummiliefernden Bäumen, namentlich der Hevea brasiliensis, sowie endlich von Ananas. - Im Schutzgebiet sind im ganzen 109 Kaufleute und Händler tätig, welche sich auf 10 größere Handelsgesellschaften und 27 kleinere Handelsbetriebe verteilen. - An Pflanzungsbetrieben befanden sich nach der Statistik von 1912 im ganzen 35 im Schutzgebiet, darunter sind 9 größere Pflanzungsgesellschaften und unter diesen wieder 2 Kolonial - Gesellschaften. 82 weiße Beamte, ca. 2600 chinesische und 786 melanesische Arbeiter sind in diesen tätig. Der Bestand an Palmen bedeckt 4888,6 ha mit 545 647 Bäumen; mit Kakao und 3613 ha bepflanzt. Die Zahl der Kakaobäume beträgt (1912) 1 162 400. Ertragsfähig sind 3878 ha Palmen mit 398 163 Bäumen und 1513 ha Kakao mit 636 000 Bäumen. Die mit Kautschuk bepflanzte Fläche beträgt 1160 ha mit 438 167 Bäumen, wovon 413 511 auf Hevea entfallen. - An gewerblichen Unternehmungen und sonstigen Berufen sind bis 1912 zu verzeichnen: 10 Bäckereien, 49 Tischler und Zimmerleute, 12 Schmiede und Stellmacher, 3 Wirtschaften und 2 Erholungsheime, 1 Photograph, 1 Apotheke, 1 Mineralwasserfabrik, 1 Buchdruckerei, 1 Reederei, 1 Baugeschäft, 1 Druckerei, 1 Uhrmacher und noch einige Schlosser, 2 Sattler und 1 Schneider, 4 Anstreicher und ein Mechaniker und ein Barbier. -Ärzte sind in S., einschließlich der 2 Regierungsärzte, 4 tätig, daneben befinden sich daselbst 2 Zahnärzte. Rechtsanwälte sind zurzeit in Samoa nicht tätig, dagegen übt daselbst 1 Rechtsagent seine Tätigkeit aus. Auktionatoren und Agenten sind im ganzen 3 im Schutzgebiet ansässig. - Die Viehzucht erstreckt sich in der Hauptsache auf die Haltung und Aufzucht von Rindvieh. Daneben wird etwas Pferde-, Schweine- und Geflügelzucht betrieben. Die Deutsche Handels -und Plantagen - Gesellschaft hat auch mit Erfolg Maultiere gezüchtet. - Der Bestand an Rindvieh betrug nach der letzten Zählung (1911) 5456 Stück. Krauß.

11. Handel.

a) Der Handel folgte der Mission (s. 16. Missionswesen). Es waren allerdings bei der Ankunft der ersten Missionare im Jahre 1830 schon mehrere Weiße unter den Eingeborenen ansässig, aber einen nennenswerten Handel dürften diese Leute kaum getrieben haben. Es waren meist entwichene Sträflinge von Australien oder weggelaufene Matrosen. Namentlich die Schiffe der Walfänger waren es ja, welche um jene Zeit vorzüglich den Hafen von Pagopago auf Tatuila heimsuchten. Sehr früh wurde auch der Hafen von Apia schon besucht. Wie die Engländer die kommerzielle Lust der Eingeborenen weckten, geht daraus hervor, daß der Kapitän Drinkwater -Bethune vom H. M. S. "Conway" 1838 den Häuptling Pea Pongui zu Apia ermächtigte, einen Hafenzoll zu erheben, was freilich von D'Urville nicht anerkannt wurde. Die Engländer setzten um jene Zeit schon einen Landsmann namens Cunningham zum Konsul ein, und Wilkes schuf einen Vertreter der U. S. im Jahre 1839, so daß also 7 Jahre nach der Entdeckung Apia schon zwei Konsuln hatte. Den dritten, deutschen, Konsul gab es erst 20 Jahre später. Im Jahre 1857 beschloß nämlich das Handelshaus J. C. Godeffroy (s.d.) in Hamburg, seine Interessen, die von Indien nach Südamerika hinüberreichten, auf S. zu zentralisieren. Die treibende Kraft scheint der Agent August Unshelm zu Valparaiso gewesen zu sein, der denn auch bald darauf in Apia sich niederließ, um die Kokosölbereitung zu überwachen und zu fördern. Im Jahre 1864 ging er aber bei einem Schiffbruch im Fidjiarchipel zugrunde, und nur die schwimmenden Ölfässer gaben Kunde von dem Vorfall. Theodor Weber trat an seine Stelle, welcher statt der Ölbereitung die Trocknung des Kokoskerns einführte, die jetzt den Weltmarkt beherrscht. Er war 1862 achtzehnjährig nach Apia gekommen und übernahm nach Unshelms Tod provisorisch die Leitung der Firma und die Hamburger Konsulatsgeschäfte, beides mit solchem Geschick, daß er schon nach einem Jahre definitiv damit betraut wurde. 1868 wurde er Konsul des Norddeutschen Bundes, und 1872 Konsul des Deutschen Reichs für S. und Tonga. Ab er aber die Handelsbeziehungen über die ganzen Südseeinseln ausgebreitet hatte und so die Arbeit ins Ungemessene wuchs, überdies die politischen Gegensätze sich steigerten, mußten in den achtziger Jahren Berufskonsuln an seine Stelle treten. - Wie groß der deutsche Handel, wie übermächtig er schon vor 1970 war, zeigt am deutlichsten ein Aufsatz eines Franzosen, Aube im Tour du monde 1871, der 1869 mehrere Wochen auf den Inseln weilte. Seit jener Zeit hat die Firma stetig sich vergrößert, namentlich nachdem sie unter der Initiative Webers zur Anlage von Pflanzungen übergegangen und 1879 in eine Aktiengesellschaft "Die deutsche Handels -und Plantagen - Gesellschaft der Südseeinseln zu Hamburg" (s.d.) umgewandelt. worden war. Alle andern geschäftlichen Unternehmungen blieben daneben geringfügig und in Abhängigkeit, zumal da die meisten Handeltreibenden und Ansiedler ehedem zuerst Angestellte der Firma waren oder sonst in näherer Beziehung zu ihr gestanden hatten. Erst nach der Besitzergreifung begann ein Wandel sich anzubahnen. - Die Hauptkonsumenten für den Handel sind die Eingeborenen, und zwar sind die gangbarsten Artikel: Salzfleisch, Fleisch und Fische in Dosen, Hartbrot, Manufakturwaren, Nähmaschinen, Lampen, Petroleum und Eisenwaren. -

b) Die gesamte Einfuhr belief sich 1912 auf 4 994 401 M Davon entfallen auf Verzehrungsgegenstände 1 874 658 M, auf Gewebe und Bekleidungsgegenstände 986 618 M; Metalle und Eisenwaren 184 761 M, auf Spirituosen rund 211 249 M, Tabak und Zigarren 83 326 M. Einen verhältnismäßig großen Betrag macht auch noch das Holz- und Baumaterial aus, das 1912 im Werte von 563 250 M eingeführt wurde. - Bezüglich der Einfuhr steht Australien mit den benachbarten englischen Kolonien mit 3 122 186 M noch an erster Stelle. Er erklärt sich dies aus der Zeit- und Frachtersparnis, bei manchen Waren, wie namentlich Verzehrungsgegenständen auch daraus, daß sie die lange Reise von Deutschland nicht vertragen könnten. In zweiter Linie kommt für die Einfuhr Deutschland in Frage, das 1912 für 986 016 M Waren nach S. verkauft hat. Aus den Vereinigten Staaten von Amerika gingen Artikel im Gesamtwerte von 459 090 M und aus England im Betrage von 163 010 M ein. - Der Hauptartikel für die Ausfuhr ist die Kopra (s. 9. Eingeborenenproduktion), deren Ausfuhrwert 1912 4 069 919 M für 11 201 t betrug. Der Ankauf erfolgt teils in Apia, teils von den über die ganzen Inseln zerstreuten Handelsstationen. Außer Kopra wird vor allen Dingen noch Kakao ausgeführt. Die Menge des ausgeführten Kakaos belief sich im Jahre 1912 auf 733 718 t im Werte von 839 654 M. - Die Ausfuhr von Kautschuk (s. 10. Europäische Unternehmungen) belief sich 1912 auf 12 168 t im Werte von 110 750 M. - Die vierte Stelle im Ausfuhrhandel nimmt die Kawawurzel ein (s. 9. Eingeborenenproduktion). Dieselbe wurde früher meist nach den Fidschiinseln, verschifft, neuerdings aber auch zu medizinischen Zwecken nach Deutschland ausgeführt. Der Ausfuhrwert belief sich im Jahre 1911 auf 22 596 M. Die Menge der ausgeführten Kawawurzeln betrug 12 912 t. Der Rest der Ausfuhr verteilte sich auf etwas Kaffee und Eingeborenentabak. Im ganzen betrug die Ausfuhr des Jahres 1912 5 044 485 M, wovon allein auf die Kopra 4 069 919 M entfallen. Hauptausfuhrländer für S. sind Deutschland mit 2 535 768 M und Australien mit 2 044 477 M. Im übrigen verteilt sich die Ausfuhr auf die Vereinigten Staaten von Amerika, sowie in geringem Maße auch auf, andere Länder, wie Rußland und Frankreich. - Der Gesamthandel belief sich 1912 auf 10 338 860 M, während er im Jahre 1899 vor der Flaggenhissung nur 3 439 830 M betrug. - An gesetzlichen Bestimmungen über den Handel ist zu nennen die GouvV. vom Jan. 1911 (Samoan. Gouv. - Bl. Bd. IV Nr. 2 S. 718), wonach der Handel mit Kopra an eine besondere Erlaubnis geknüpft ist, und Kopra nur aus abgefallenen reifen Kokosnüssen hergestellt werden darf. Sodann ist noch geregelt der Kleinverkauf alkoholischer Getränke (GouvV. v. 2. März 1903, Samoan. Gouv. - Bl. Bd. III Nr. 20 S. 64 ff und Bek. v. 14. April 1907, Samoan. Gouv. -Bl. Bd. III Nr. 54 S. 174). Der Verkauf von alkoholischen Getränken in Flaschen ist hiernach lediglich den konzessionierten Gastwirten gestattet. Gänzlich verboten ist im Schutzgebiet der Handel im Umherziehen, soweit es sich nicht um den Verkauf von Landesprodukten handelt (GouvV. v. 18. Jan. 1911, Samoan. Gouv. - Bl. Bd. IV Nr. 2 S. 8/9). Polizeiliche Bestimmungen über die Zeiten, in denen die öffentlichen Läden geschlossen zu halten sind, enthalten die GouvV. v. 25. Mai 1903 (Samoan. Gouv. - Bl. Bd. III Nr. 24 S. 75) und vom 21. Okt. 1907 (Samoan. Gouv. - Bl. Bd. III Nr. 58 S. 186). Krämer, Krauß.

12. Verkehrswesen. Das Schutzgebiet hat durch die Dampfer der Neuseeländischen Dampfschiffahrts - Gesellschaft, Union Steamship Co., vierwöchentliche Verbindung mit Neuseeland (Auckland) und Australien (Sydney). Unterwegs berühren diese Dampfer noch die Tonga- sowie die Fidschi-Inseln, so daß auch mit diesen britischen Kolonien ein direkter vierwöchentlicher Verkehr besteht. Seit Juli 1912 hat Samoa auch wieder Verbindung mit den Vereinigten Staaten von Nordamerika, und zwar durch die Schiffe der Oceanie Steamship Company in San Francisco, deren Dampfer gleichfalls vierwöchentlich zwischen San Francisco und Sydney expediert werden, und dabei unterwegs Honolulu und die in amerikanischem Besitz befindliche Samoainsel Tutuila (Pagopago) anlaufen. Von dem letzteren Hafen vermittelt ein Lokaldampfer in ca. 6-8 Stunden den Verkehr mit Apia. Die Fahrt mit dem Dampfer der Union Steamship Company nach Apia dauert von Sydney ca. 12 Tage, von Auckland ca. 8 Tage, von den Tongainseln ca. 2 Tage und v on den Fidschi - Inseln ca. 3 Tage. Von San Francisco wird Pagopago (Apia) in rund 14 Tagen, und von Honolulu in einer Woche erreicht. Der schnellste Verkehr mit der Heimat geht über die Vereinigten Staaten von Nordamerika. Bei direktem An schluß ist es auf dieser Route möglich, Apia von Deutschland aus in ca. 25 - 26 Tagen zu erreichen, während die Fahrt durch den Suezkanal via Australien infolge der ungünstigen Anschlüsse zurzeit nahezu 60 Tage dauert. Vom Oktober 1914 ab erhält Samoa auch noch Verbindung mit Deutsch - Neuiguinea und Niederländisch - Indien durch acht wöchentlich verkehrende Dampfer des Norddeutschen Lloyd. Der Schiffsverkehr im Hafen von Apia hat sich nach der letzten Statistik (1912) auf rund 80 902 t, die Kriegsschiffe nicht mit einbegriffen, mit 86 Dampfern und 32 Segelschiffen, belaufen. Nur 5 Segelschiffe waren deutscher Nationalität, dagegen 85 englischer und 28 amerikanischer Herkunft. - Der Lokalverkehr zwischen den einzelnen Inseln der Samoagruppe wird nach Bedarf durch kleine Küstendampfer unterhalten. Daneben lassen die Handelsfirm en zur Bedienung ihrer Außenstationen Motorboote und Segelkutter verkehren. - Der Inlandverkehr vollzieht sich, soweit Fahrstraßen und Reitwege vorhanden sind, zu Wagen oder Pferd, im übrigen unter Benutzung der die Insel durchziehenden zahlreichen Fußpfade. Eisenbahnen, mit Ausnahme einiger kleiner Feldbahnen, sind bis jetzt auf den Inseln nicht vorhanden. Flußschiffahrt kommt. bei dem gebirgsbachartigen Charakter der meist kurzen Wasserläufe nicht in Frage. - Fahrbare Straßen befinden sich in der Hauptsache im Stadt- und Pflanzungsbezirk Apia und zwar in einer Länge von ca. 76 km. Sodann ist ein fahrbarer Weg an der Nordwestküste entlang bis an die westlichste Spitze der Insel Upolu (Mulifanua und Fatuosofia) angelegt. - An der Nordost- sowie der Südküste Upolus sind nur geringe Strecken fahrbar, da hier der Wegebau infolge der Boden und Küstenverhältnisse (Steilküste) mit erheblichen Kosten und Schwierigkeiten verbunden ist. - Auch die Insel Savaii hat einen sich rings um die Küste ziehenden Weg, der auf einzelnen kleineren Strecken fahrbar ist. Der Wagen- und Fahrradverkehr unterliegt in Samoa einer Steuer, die für jeden 4rädrigen Wagen 20 M, für jeden 2rädrigen Wagen 10 M, für jedes Fahrrad 6 M beträgt (GouvV., betr. die Erhebung einer Wagen- und Fahrradsteuer, vom 17. Sept. 1908, Sam. GouvBl. Bd. 3, Nr. 69, S. 221 und KolBl. XIX Nr. 23 S. 1146). - Das Mietsfuhrwesen ist geregelt durch die GouvV., betr. das Mietsfuhrwesen für den Personenverkehr, vom 31. Dez. 1907 (Sam. GouvBl. Bd. 3, Nr. 64, S. 201 und KolBl. XIX, 1908, Nr. 6, S. 278). -Polizeiliche Bestimmungen über den Verkehr auf den öffentlichen Wegen des Schutzgebiets enthält eine unter dem 17. Febr. 1912 erlassene GouvV., die durch Bekanntmachung vom gleichen Tage zunächst für die Insel Upolu in Kraft gesetzt ist, und unter Berücksichtigung der einfacheren Verhältnisse im wesentlichen den heimischen, Vorschriften entspricht (Sam. GouvB1. Bd. 4, Nr. 25, S. 106 und 107 und KolBl. XXIII, 1912, Nr. 11, S. 477/78).

13. Geld- und Bankwesen. In S. war bis zum Jahre 1891 hauptsächlich der chilenische Silberdollar in Umlauf. Daneben kursierte aber auch englisches und amerikanisches Geld. Amtlich wurde gemäß Artikel VI, Sektion 4 der Generalakte der Londoner Konferenz vom 14. Juli 1889 nach Dollars und Cents in der in den Vereinigten Staaten von Nordamerikm gültigen Währung gerechnet. Anderes fremdes Geld war aber nach der ebenerwähnten, Bestimmung der Generalakte noch ausdrücklich zugelassen. Der chilenische Dollar war im allgemeinen nicht beliebt, weil er zu sehr den Schwankungen des Silberwertes auf dem Weltmarkte ausgesetzt war und somit den Kaufleuten zu sehr die Kalkulation der Warenpreise erschwerte. Es versuchte deshalb z.B.. die deutschen Handels- und Plantagen - Gesellschaften der Südseeinseln, als im Jahre 1891 infolge des Steigens des Silberwertes viel Silber außer Landes ging und damit Geldknappheit eintrat, deutsches Geld in Samoa einzuführen. Allein dieser Versuch schlug fehl, denn es gelang nicht, das Geld dem Lande zu erhalten. Das Gold ging meistens nach Australien und St. Francisco, das Silber nach den benachbarten Tongainseln, da es dort mit dem englischen Silber im Kurse gleichstand. So war zur Zeit der Flaggenhissung in Samoa fast nur englisches und amerikanisches Geld im Umlauf. Das Wertverhältnis schwankte, im allgemeinen wurden aber 1 L = 4,86 Dollar, 20 M = 4,76 Dollar, 7 chilenische Dollar = 5 Dollar berechnet. Nach der Übernahme der deutschen Schutzherrschaft ließ die Verwaltung zunächst, um Schädigungen der Interessenten zu vermeiden, den alten Zustand bestehen. Durch GouvV. vom 15. Juni 1901 (KolGG. Bd. 6 S. 345) wurde sodann mit Wirkung vom 1. Juli 1901 ab die deutsche Reichsmarkwährung im Schutzgebiet eingeführt. Von da ab galten als gesetzliches Zahlungsmittel die 20 M - Stücke, 10 M - Stücke, 2 M - Stücke 1 M -Stücke, 50M - Stücke sowie das in Deutschland geltende Nickel und Kupfer. Die deutschen 5 M -Stücke und 3 M - Stücke, sowie 1000 M - Scheine wurden vom Umlauf, weil für die Verhältnisse des Schutzgebiets nicht geeignet, ausgeschlossen. Dagegen wurden noch die folgenden nichtdeutschen Goldmünzen als gesetzliches Zahlungsmittel angenommen und zwar 1 Pfund Sterling englisch = 20,42 M; 10 Shilling = 10,21 M; 20 Dollar der Vereinigten Staaten von Amerika = 83,80 M; 10 Dollar 41,90 M; 5 Dollar = 20,95 M; 2 1/2 Dollar = 10,45 M. Weiter war in obiger Verordnung bestimmt, daß die öffentlichen Kassen des Schutzgebiets noch auf die Dauer von 2 Jahren englisches und amerikanisches Silbergeld in Zahlung nehmen sollten, jedoch mit der Maßgabe, daß der Shilling nur einer Reichsmark und der Silberdollar = 4 Reichsmark angerechnet wurde. Mehr als 20 Shilling oder 5 Silberdollar waren jedoch die öffentlichen Kassen nicht verpflichtet anzunehmen. Das fremde Silbergeld floß infolge dieser Maßnahmen verhältnismäßig rasch aus der Kolonie ab, während fremdes Gold sich noch in größeren Beständen in Umlauf hielt. Bei diesem Zustand verblieb es bis zum 1. Aug. 1911. Mit Wirkung von diesem Tage wurde sodann durch Bekanntmachung des Gouverneurs vom 5. Juli 1911 (Sam. GouvBl. Bd. IV Nr. 11 S. 41; KolBl. Bd. XXII 1911 Nr. 19 S. 704) die V. des RK., betr. das Geldwesen der deutschen Schutzgebiete außer Deutsch-Ostafrika und Kiautschou, vom 1. Febr. 1905 (KolBl. 1905 S. 103) in Kraft gesetzt. Seitdem sind gesetzliche Zahlungsmittel die sämtlichen Münzen, die auf Grund reichsgesetzlicher Bestimmung im Reichsgebiet zugelassen sind, jedoch mit der Maßgabe, daß neben den Reichsgoldmünzen und den Talern auch die Reichs - Silbermünzen für jeden Betrag in Zahlung genommen werden müssen und daß die Nickel- und Kupfermünzen sowohl im Privatverkehr wie mit den amtlichen Kassen gesetzliches Zahlungsmittel bis zum Betrage von 5 M sind. Die fremden Goldmünzen dürfen von den amtlichen Kassen bis auf weiteres noch zu dem bereits oben erwähnten Kurse in Zahlung genommen werden. - Bankinstitute bestehen zurzeit in S. noch nicht. Die größeren Firmen, namentlich die Deutsche Handels- und Plantagengesellschaft, besorgen jedoch gegen entsprechende Provision einzelne Bankgeschäfte, wie z. B. Geldüberweisungen, Annahme von Depots u. dgl.

14. Verwaltung und Rechtsprechung. An der Spitze der gesamten Verwaltung steht ein vom Kaiser ernannter Gouverneur. Seit der Übernahme der deutschen Schutzherrschaft über die S.inseln, d. h. seit dem 1. März 1900, bekleidete dieses Amt der frühere Munizipalitäts - Präsident von Apia und jetzige Staatssekretär Dr. Solf. Zu seinem Nachfolger ist im Juli 1912 der bisherige Oberrichter und erste Referent von S. Dr. Schultz ernannt worden. - Der Sitz des Gouvernements ist Apia auf der Insel Upolu. Die verschiedenen Dienstzweige, in die das Gouvernement gegliedert ist, sind das eigentliche Gouvernementsbureau, die Gouvernements - Hauptkasse, das Ksl. Zoll- und Steueramt, die Dienststelle für Öffentliche Arbeiten, die Pflanzenuntersuchunggstelle und die Hospitalverwaltung. Als beratende Körperschaft ist dem Gouvernement ein sog. Gouvernementsrat (s. d.) beigegeben worden, der aus mehreren amtlichen und außeramtlichen vom Gouverneur benannten Mitgliedern besteht und in wichtigeren Angelegenheiten, namentlich bei den Beratungen des Haushaltsvoranschlages, gehört wird. Die Lokalverwaltung für die Inseln Upolu, mit Ausnahme des Südens der Insel, für Manono und Apolima ist dem im Jahre 1911 errichteten Bezirksamt in Apia übertragen, Die Verwaltungsgeschäfte für die Südküste von Upolu sind. einem Stationsleiter mit dem Sitze in Falealili übertragen. Für die Insel Savai'i besorgt gleichfalls ein Stationsleiter, der seinen Sitz in Matautu im Nordosten der Insel hat, die Geschäfte. - Die standesamtlichen Befugnisse werden durch den Ksl. Bezirksrichter wahrgenommen. Die oberste Stelle der Eingeborenen - Selbstverwaltung hat bis zu seinem im Februar 1912 erfolgten Tod der frühere König von Samoa Mataafa, unter dem Titel Alili Sili (hoher Häuptling), innegehabt. Seine Hauptaufgabe bestand darin, das Gouvernement in samoanisehen Angelegenheiten zu beraten und dessen Befehle und Wünsche dem samoanischen Volk zu übermitteln. Nach dem Ableben Mataafas ist dieser Posten indessen nicht wieder besetzt worden. Der Gouverneur hat vielmehr im Juni d. Js. auf Grund einer ihm erteilten Allerhöchsten Ermächtigung die förmliche Abschaffung der Ali'i Sili - Würde verkündet und 2 Häuptlinge der beiden einflußreichsten Parteien auf Samoa, nämlich der Tamasese- und Tanu - Partei, zu Ratgebern (Fautua) der Regierung ernannt. - Entsprechend dem Gouvernementsrat für die Angelegenheiten der Weißen besteht für die samoanische Selbstverwaltung ein Rat von 27 Mitgliedern (Faipule), die aus den 14 Distrikten, in die Samoa eingeteilt ist, vom Gouverneur ernannt sind und jährlich zweimal in Apia tagen. Während der Zeit, in der keine Beratungen stattfinden, wohnen diese Räte in ihren Distrikten und sind dort ihrerseits wieder die Vermittler, durch die die Anordnungen der Regierung an die einzelnen Dorfschaften gelangen. Die Vorsteher der einzelnen Dörfer (Dorfschulzen) sind die sog. Pulenu'u, denen die nötigen Ortspolizisten (Leoléo) und Schreiber (Failautusi) beigegeben sind. - Die Überwachung und Einhaltung der Vorschriften über die samoanischen Pflanzungen wird von besonders hierfür ernannten samoanischen Pflanzungsinspektoren besorgt. - Die Aufsicht über die chinesischen Kontraktarbeiter wird von einem durch den Gouverneur hierzu besonders bestellten Kommissar ausgeübt, der im übrigen dem Ksl. Bezirksamtmann in Apia unterstellt ist (GouvV., betr. die chinesischen Arbeiter, vom 6. Jan. 1912; Sam. GouvBl. Bd. IV Nr. 21 S. 72 ff). Die Gerichtsbarkeit über Weiße und Chinesen wird durch den Bezirksrichter, das Bezirksgericht und das Obergericht ausgeübt, die sämtlich ihren Sitz in Apia haben. Die Zuständigkeit dieser Behörden, die mit den heimischen Verhältnissen verglichen, etwa der des Amtsgerichts, Landgerichts und Reichsgerichts entspricht (s. Gerichte und Gerichtsverfassung), erstreckt sich auf die sämtlichen deutschen S.inseln. - Eine Staatsanwaltschaft im Sinne der heimischen Organisation besteht nicht. Die Mitwirkung des Staatsanwalts, der diese Funktionen im Nebenamt versieht, beschränkt sich in Strafsachen auf das eigentliche Hauptverfahren (s. Staatsanwalt). - Die Rechtsprechung in samoanischen Angelegenheiten ist je nach dem Gegenstand verschiedenen Behörden übertragen. - Die Freiwillige und streitige Gerichtsbarkeit in Land-, Namens- und ähnlichen Angelegenheiten des samoanischen Immobiliar-, Familien- und Erbrechts obliegt für die Inseln Upolu, Manono und Apolima dem Bezirksamtmann in Apia und für die Insel Savaii dem Stationsleiter daselbst. Doch hat sich der Gouverneur vorbehalten, die Verhandlung und Entscheidung auch bereits anhängiger Sachen selbst zu übernehmen und ergangene Entscheidungen abzuändern. Für den Fall, daß er diese Befugnisse nicht selbst ausüben will, kann er sie einer für diesen Zweck besonders eingesetzten Kommission übertragen, die aus dem Gouverneur oder dem von ihm bestimmten Beamten als Vorsitzenden und einer Anzahl vom Gouverneur ernannter Weißen und samoanischer Beisitzer besteht (GouvV. vom 15. Juli 1913, betr. die Landund Namensstreitigkeiten der Samoaner; GouvB1. IV Nr. 45 S. 209). - Die Zuständigkeit für Ehesachen, die früher in den Händen der eingeborenen Richter lag, ist seit 1904 dem Ksl. Referenten und Oberrichter beim Gouvernement übertragen. - Soweit in einem Zivilrechtsstreite oder in einer Strafsache Eingeborene und Weiße beteiligt sind, unterstehen die Eingeborenen der gleichen Gerichtsbarkeit wie die Weißen. - Die Aburteilung von Verbrechen und Vergehen Eingeborener liegt in erster Instanz gleichfalls dem Bezirksgericht ob. -Im übrigen sind für die Rechtsprechung in rein samoanischen Angelegenheiten mit den oben gemachten Einschränkungen besondere Eingeborenenrichter (Fa'amasino) in einzelnen Distrikten bestellt. Gegen deren Entscheidungen ist die Berufung an den Bezirksrichter, gegebenenfalls auch an den Gouverneur zulässig. Daneben können die Samoauer in wichtigen Fällen auch unmittelbar den Bezirksrichter anrufen.

15. Kirchen- und Schulwesen. Besondere Kirchengemeinden im heimischen Sinne bestehen in S. noch nicht. Seelsorge und Gottesdienst werden auch hinsichtlich der in S. lebenden Fremden ausschließlich von den, dort tätigen Missionsgesellschaften (s. 16. Missionswesen) ausgeübt. Regelmäßige Gottesdienste, die von Europäern besucht werden, läßt die Londoner Missionsgesellschaft in Apia in der sog. Fremdenkirche und die Katholische Mission ebenda in ihrer Kathedrale abhalten. Eingeborenen - Gotteshäuser, meist in einfacher Weise aus Stein im europäischen Stile, zum Teil aber auch im Stile der samoanischen Häuser gebaut, bestehen fast in sämtlichen Dorfschaften S.s. - Das gesamte Schulwesen in S. mit Ausnahme der Regierun gsschulen ist auf das engste mit den verschiedenen auf den Inseln tätigen Missionen verknüpft. Die ältesten Schulen auf S. sind die im Jahre 1830 von der Londoner Missionsgesellschaft gegründeten 4 Schulen auf der Insel Savai'i, denen bald weitere Lehranstalten auch seitens der beiden anderen Missionsgesellschaften, nämlich der Wesleyaner und der katholischen Maristenmission, folgten. So errichtete die Londoner Mission 1844 ein theologisches Institut für die Erziehung eingeborener Priester und Lehrer in Malua. 1875 gründeten die Maristenbrüder eine von Ordensschwestern geleitete Schule in Apia, und 1890 wurde von der Londoner Mission eine höhere Schule für eingeborene Mädchen in Papauta bei Apia ins Leben gerufen. Bis zur Flaggenhissung war in diesen Missionsschulen der englische Einfluß vorwiegend. Es bestand zwar auch bereits vor der Übernahme S.s durch Deutschland eine deutsche Privatschule in Apia, die sich indessen im allgemeinen, obwohl sie technisch als eine der besten Schulen gelten konnte, nur geringen Zuspruchs erfreute, weil das englische Element dort nicht genügend Berücksichtigung fand. Nachdem S. deutsch geworden war, ließ das Gouvernement, um den Missionen zunächst Zeit zur Anpassung an die veränderten Verhältnisse zu geben, den alten Zustand vorläufig bestehen. Durch Rundschreiben vom 15. Mai 1901 (Sam. Gouv. - Bl. Bd. III Nr. 9 S. 29) wurde aber dann angeordnet, daß mit Wirkung vom 1. Juli 1901 ab die Unterrichtssprache in den Schulen für ingeborene das Samoanische sei, und daß im übrigen außer der deutschen eine andere europäische Sprache in den Lehrplan dieser Schulen nicht aufgenommen werden dürfe. Im Jahre 1903 wurde sodann die deutsche Privatschule in eine Ksl. Regierungsschule für weiße und Mischlingskinder umgewandelt und mit 2 Lehrern, 1 Lehrerin und 1 Kindergärtnerin mit 50 Schülern eröffnet. Am 1. Mai 1909 wurde auch noch eine Regierungssehule für Eingeborene ins Leben gerufen, in der 60 befähigtere Schüler aus anderen Schulen Aufnahme fanden. - Im ganzen bestehen heute in S. ca. 320 Schulen mit ungefähr 470 Lehrern und 9- bis 10 000 Schülern. Der Schulbesuch umfaßt ungefähr 33 % der gesamten Bevölkerung, und man kann wohl sagen, daß die gesamte heutige samoanische Jugend Lesen, Schreiben und Rechnen lernt. Mit Ausnahme der Regierungsschule für weiße und Mischlingskinder und der beiden Brüder- und Schwesternschulen der Maristenmission in Apia sind sämtliche Schulen Eingeborenenschulen, die sich in Dorfschulen, gehobene Schulen und Predigerseminare gliedern. Ein Schulgeld wird, abgesehen von den Missionsschulen für Nichteingeborene, mit wenigen Ausnahmen nicht erhoben. Der Lehrplan umfaßt in der Hauptsache die Elementarlächer, entsprechend dem Unterricht in den deutschen Volksschulen, daneben Handfertigkeitsunterricht, Anweisung im Ackerbau und an den gehobenen Schulen auch fremde Sprachen. Deutscher Unterricht wird, abgesehen von den Regierungsschulen, in 18 Missionsanstalten erteilt. Von den Schulen standen nach der letzten Statistik 167 mit 6843 Schülern im Eigentum der Londoner Missions - Gesellschaft, 69 mit 1741 Schülern im Eigentum der Wesleyaner Mission und 80 Schulen mit 1353 Schülern wurden von der katholischen Mission unterhalten. Daneben besteht noch eine Schule, die von der Amerikanischen Mormonenmission geleitet wird. Für die Regierungsschule für weiße und Mischlingskinder ist unter dem 18. Febr. 1904 eine Schulordnung, sowie am gleichen Tage eine Bekanntmachung über die Unterrichtsgegenstände und die Stundenzahl erlassen worden (Samoan. Gouv. - Bl. Bd. III Nr. 35 S. 109 -111). Schulgeld wird seit 1909 in der Regierungsschule für weiße und Mischlingskinder nicht mehr erhoben. Dagegen ist die Beschaffung der notwendigen Lehrund Lernbücher sowie der Schreibmaterialien Sache der Eltern und Vormünder. Die Regierungssehule für Weiße wurde 1912 von 89 Kindern, darunter 45 deutschen, besucht. Es wirken an ihr 3 Lehrer und 1 Lehrerin. An der Regierungsschule für Eingeborene ist ein fachmännischer Lehrer für die allgemeinen Unterrichtsfächer tätig; daneben erteilt ein Handwerkermeister Unterricht an der ihr angegliederten Handwerkerschule, und ein Pflanzungssachverständiger unterweist die Schüler in der Anlage von Kulturen. Im ganzen ist der Kursus für die Schüler auf 5 Jahre berechnet. Der Zweck der Schule ist in erster Linie, brauchbare eingeborene Gehilfen für die Regierung (Dolmetscher, Sekretäre, Heilgehilfen u. dgl.) heranzubilden. Krauß.

16. Missionswesen (s. Tafel 131, 133 u. 135). Die Geschichte der Missionierung S.s ist mit dem Südseeapostel John Williams (s.d.) aufs engste verknüpft. Schon daß er im Jahre 1796 geboren war, im selben. Jahr, als die London Missionary Society (s. Londoner Missionsgesellschaft) begründet wurde, erschien als segenverheißend. Zuerst ein Eisenhandlungslehrling, wandte er sich bald der Mission zu und trat mit 20 Jahren die Reise nach Tahiti an, wo damals der Hauptplatz genannter Gesellschaft war. Williams widmete sich bald den Herveyinseln. Er entdeckte das Eiland Rarotonga, wo er, weil es an einem brauchbaren Fahrzeuge mangelte, weitblickend einen großen Schoner baute, den "Messenger of Peace". Mit diesem Schiffe, das mangels eines Experten schief und krumm war, fuhr er dann in Begleitung des Missionars Barff im Jahre 1830 nach den Samoainseln, nachdem er vorber Tonga angelaufen und einen dort weilenden Samoaner, Faula, mitgenommen hatte. Im August selben Jahres lief das Schiff Matautu auf Savai'i an, und sie wandten sich zu Fuß dann nach Sapapali'i, der Residenz des Malietoa Vaiinupò, der bald darauf in der Taufe den Namen Tavita (David) annahm. Der Tyrann Tamalaigà von Manono war wenige Tage vorher in Aana erschlagen worden, und nun raste dort der Rachekrieg der Malietoapartei. Williams und Barff ließen 8 farbige Lehrer an Land und segelten dann wieder fort. Im Oktober 1832 kehrte Williams wieder, diesmal zuerst Manu'a anlaufend, wo durch einen im Sturm vertriebenen Tahitier das Christentum schon bekannt geworden war. Die Südseite von Tutuila wurde dann berührt und dort ein Weißer William Gray gefunden, der schon 3 Jahre unter den Eingeborenen lebte. Auf Upolu waren gar schon zwei Weiße. Die Fahrt ging nach Sapapali'i, und dann fand Williams auf der Suche nach einem guten Hafen die Bucht von Apia, die er als erster gegen Ende des Jahres 1832 mit dem "Messenger of Peace" besuchte. Über Manono verließ er dann den Archipel, um erst im Jahre 1838 wiederzukehren. Er weilte 4 Jahre in England, um eine Bibel in Tahitisprache drucken zu lassen und um Geld für ein neues Missionsschiff zu sammeln, was ihm durch die Begeisterung, welche sein daselbst verfaßtes Buch "Missionary enterprises in the South -Seaislands" erweckte, in reichem Maße gelang. Mit der "Camden", unter der Führung des Kapitäns Morgan, kam er im November 1838 nach Tutuila und Upolu, wo er in Fasito'otai weiterhin zu bleiben gedachte. Eine Fahrt nach den Neu - Hebriden im November 1839 sollte nun die dortige Missionierung anbahnen. Die Unternehmung endete aber mit der Ermordung des Apostels auf Erromanga. Während der Abwesenheit des John Williams von 1832/38 ging das Missionswerk mit Riesenschritten weiter. - 1833 besuchten die Missionare Barff und Buzacott auf einem gecharteten Schoner die Samoainseln vorübergehend, und 1835 kamen Platt und Wilson von Raiatea und Tahiti, um an Land zu bleiben. - Im Juni 1836 kam dann die "Dunnottar Castle", welche die 6 weißen Missionare brachte: Buzacott, Heath für Manono, Mills für Apia, Hardie für Sapapali'i, Barnden und A. W. Murray für Tutuila, wo in Pagopago schon damals viele Walfänger einliefen. Letzterer war der Verfasser des Buches: Forty years mission work in Polynesia and New Guinea from 1835 -1875 (London 1876). Bald darauf folgte M'Donald. Barnden nahm das von Platt und Wilson übersetzte Matthäusevangelium nach Tahiti, und schon im Jahre 1837 war er mit 2000 gedruckten Exemplaren zurück. Er ertrank 1838 im Vaisigano zu Apia beim Baden. Im Jahre 1838 kam Stair, der eine Presse brachte, der Verfasser des Buchs: Old Samoa (London 1897). 1839 folgte Pratt, welcher während eines 45jährigen Aufenthaltes, vorzüglich in Matautu auf Savai'i, das berühmte Werk: Grammar and Dietionary of the Samoan language schuf, das 1912 in vierter Auflage, von Newell neu bearbeitet, herausgegeben wurde. Ein wichtiges Ereignis in der Geschichte der London Mission war die Gründung der Station Malua in Aana am 24. Sept. 1844 durch Hardie und den neu hinzugekommenen Rev. George Turner, welcher auch medizinische Kenntnisse besaß und 1861 sein bekannt gewordenes Buch: Nineteen Years in Polynesia usw. herausgab. Er war im ganzen 41 Jahre auf Samoa und Nisbet, der mit ihm gekommen war, 35. Malua wuchs mehr und mehr zum Hochstift der Eingeborenenlehrer und -prediger heran. Nach 25jährigem Bestehen hatte es 543 Zöglinge auf das Arbeitsfeld gesandt, nach der üblichen Schulzeit von 4 Jahren. Späterhin kamen jährlich ungefähr 25 zur Entlassung. Die erste samoanische Bibelausgabe wurde 1862 in einer Auflage von 10 000 gedruckt von der British and Foreign Bible, Soeiety in London. Sie wurde um 9 Shilling verkauft. 1870 war diese Ausgabe vergriffen, so daß ein Nachdruck erforderlich wurde. 1894 feierte Malua sein fünfzigjähriges Bestehen in Anwesenheit der drei Konsuln und der Kommandanten der Kriegsschiffe. Es war der Zentralpunkt der Londoner Missionare in der Südsee, und über 30 Bände waren dort gedruckt worden. - Heute (1912) unterhält diese Missionsgesellschaft in Deutsch - Samoa außer Malua noch 6 Stationen: auf Upolu Apia, Papauta (Mädchenstift), Falealili, Leulumoega, auf Savai'i Matantu und Safotulafai (Tuasivi), außerdem 161 kleine Plätze. Es sind 6 weiße Missionare mit 5 Frauen-vorhanden, 2 unverheiratete Missionarinnen und 185 farbige Gehilfen. In 167 Schulen werden 3400 Knaben und 3000 Mädchen unterrichtet. Die gesamte Gemeinde wird auf 23 770 Seelen berechnet. -Im selben Jahre, 1835, als nach 5jähriger Vorarbeit durch farbige Lehrer die ersten zwei London - Missionare auf S. sich ansiedelten, kam auch der erste Wesleyaner, Peter Turner, von Tonga aus hin, und M. Wilson folgte ihm bald als zweiter. Sie siedelten sich auf Manono und auf Savai'i in Satupaitea an, welch letzterer Platz Vorort dieser Mission wurde. Das war natürlich den London - Missionaren durchaus nicht angenehm, und da John Williams, der schon 1830 bei seinem Besuch in Tonga vor seiner Ankunft in Samoa auf Interessentrennung hingewirkt hatte, zu jener Zeit gerade in London weilte, dem Sitz der Leitung beider Missionen, so setzte er einen Vertrag durch, nach dem seiner eigenen Gesellschaft S. vorbehalten bleiben sollte, während die Wesleyaner sich auf Tonga und Fidji beschränken sollten. Die Weisungen an die beiden Wesleysendlinge wurden indessen nicht ausgeführt, und Williams vermochte dieselben nur durch die persönliche Überreichung ihres Reisebefehls am 1. Dez. 1838 zum Abzug zu bewegen, den anscheinend ihre Anhänger auf S. nur sehr ungern zuließen. In der Tat behaupten die Wesleyaner, schon vor Ankunft des John Williams Be ziehungen zu S. gehabt zu haben. Ihn Jahre 1828 sei ein tonganischer Eingeborenenmissionar vorübergehend auf S. gewesen; und die in Tonga weilenden Samoaner hätten längst den Ruf des Christentums in ihre Heimat getragen. - Den großen und raschen Erfolg, den die Wesleyaner auf S. hatten, kann man in der Tat nur so erklären, daß die kirchlichen Fäden schon sehr bald übers Meer von Tonga aus gesponnen wurden, das immer über S. zu dominieren getrachtet hat. So war denn auch der Abzug von Turner und Wilson im Jahre 1839 nur ein erzwungener; sollen sie doch nach 4 Jah ren 3000 Mitglieder und 13 000 Anhänger für ihre Kirche gewonnen gehabt haben, denen sie die Weisung gegeben haben sollen, der London - Mission sich anzuschließen. Aber trotzdem ließen sie einen tonganischen Katechisten, Barnabas Ahogalu auf Manono zurück, und 1841 sandte König Georg von Tonga, angeblich aus eigenem Antriebe, mehrere tonganische Familien unter Führung des Eingeborenenpriesters Benjamin Latuselu, ja im folgenden Jahre kam der König selbst, weitere 10 Familien selbst geleitend. Barnabas Ahogalu kehrte im Jahre 1852, nach 13 Jahren, in seine Heimat zurück, kehrte aber 1857 wieder, um dann bis zu seinem Tode im Jahre 1881 sein neues Wirkungsfeld nicht mehr zu verlassen. - Im Jahre 1857 nämlich sandte die Wesleyanische Mission, die nun von Sydney aus die Südseemission zu leiten beschlossen hatte und sich The Methodist Missionary Society of Australia nannte (s. Australische Methodisten), unbekümmert um die alten Abmachungen wieder einen weißen Priester, M. Dyson, nach S., und 1860 folgte ihm G. Brown, der segensreich wirkend bis 1874 in Satupaitea blieb und dann die Leitung der Gesellschaft in Sydney übernahm. Mit Begeisterung wurde die Rückkehr der weißen Missionare gefeiert, und eine neue Blütezeit begann, Aber sie hielt der energischen festeingesessenen Londoner Mission nicht die Wage. Es gibt heute nur noch 3 wesleyanische Stationen: eine in Lufilufi (Atua, Upolu) und zwei auf Savai'i, nämlich in Gaga'emalae und Satupaitea. Sie haben, 3 weiße Missionare, 4 eingeborene Pastoren und 140 farbige Gehilfen. Gemeinde ca. 6400 Mitglieder. In 82 Schulen werden gegen 1900 Kinder unterrichtet. - Von amerikanischen Missionen sind zu erwähnen The Mission Board of the Seventh Day Adventists von Washingt on (s. Adventisten), die in Apia ein Sanatorium unterhält, und die Mormonen von Salt Lake City, The Samoan Mission of the Church of Jesus Christ (s. Mormonen), die 1912 fünf Stationen besaß, auf Upolu, in Pesega im Dorf Faleata bei Apia, in Mutiatele (Ort Malaelà) und Mulifanua (Ort Lalovi), auf Savai'i in Falelima und Sauniatu. Es sind 12 weiße und ein eingeborener Missionar tätig. Gemeinde wird auf 960 Mitglieder angegeben, was viel zu hoch ist. - Endlich hat sich auf S. die katholische Mission der Väter der Gesellschaft Mariens (s. Maristen) niedergelassen, die in Meppen (Hannover) beheimatet ist. Der Bischof Bataillon sandte im Jahre 1845 von der nahen Insel U é a (Wallisinsel) die Patres Raudaire, der die Station zu Apia begründete, und Violette, der sich in Lealatele auf Savai'i niederließ, der Schöpfer eines guten Dictionnaires, das nur durch Pratts Werk nicht aufzukommen vermochte. Wahrscheinlich der Großvater Mata'afas war es, der im Jahre 1835 auf Uea strandete und bei den katholischen Priestern freundliche Aufnahme fand. Raudaire brachte eine Empfehlung des Oberhäuptlings der Wallisinsel und ein dort bekehrtes Ehepaar für seinen Einzug mit, und der alte Mata'ala nahm ihn denn auch freundlich auf, ließ sich aber erst 1859 taufen, während seine Nichte und sein Sprecher bald Katholiken wurden. - 1846 kamen 2 Patres zur Verstärkung, und auch der Bischof machte eine pompöse Besuchsreise über die Inseln, blieb sogar später einige Jahre (52 - 56) in Apia, wo er dem englischen Konsul W. T. Pritchard, dem Autor des wertvollen Buches: Polynesian Reminiscences (Lond. 1866), das Grundstück am Mulivaifluß 1852 abkaufte, auf dem heute die große Steinkirche und die Missionsgebäude stehen. Im Jahre 1856 kam der Pater, der spätere Bischof Elloy, dem als Bischöfe Lamare und Broyer folgten, denn Apia ist seit 1851 der Sitz des apostolischen Vikars über ganz S. und die Tokelauinseln. 1865 wurde Pagopago auf Tutuila besetzt. 1812 hatte die katholische Mission, deren französische Mitglieder jetzt durch deutsche ersetzt sind, folgende Stationen inne: auf Upolu: Apia, Aleipata, Falefà, Moamoa, Leulumoega, Lotofaga, Safata; die Station Manono; auf Savai'i: Falealupo, Palauli, Safotu, Safotulafai und Sataua. Außerdem noch 63 Nebenstationen. Es sind vorhanden 17 weiße und 4 eingeborene Priester, 2 Laienbrüder, 13 weiße und 10 farbige Schwestern, außerdem 78 eingeborene Katecheten, Gemeinde ca. 7900 Seelen und 170 Katechumenen. Das Apostolische Vikariat der Schifferinseln, wie die katholische Kirche ihr Missionsgebiet nennt, umfaßt neben Deutsch - S. a. Amerikanisch - S. - Die Summe der Gemeindemitglieder aller Missionen ist höher als 39 000, während die amtliche Zählung für Eingeborene 33 550, für Eingeborene und Weiße etwas über 34 000 angibt. Dies muß man bei der Beurteilung berücksichtigen. Krämer.

17. Geschichte (Politische Geschichte bis zur Flaggenhissung s.u. 7d).

a) Entdeckungsgeschichte. Der holländische Admiral Arend Roggeveen (s.d.) entdeckte die 3 Inseln von Manu'a am 14. Juni 1722, die er insgesamt Boumanns Eylanden nannte, nach dem Kapitän des zweiten Schiffes "Thienhoven", (das Admiralschiff hieß "Arend"). Als am folgenden Tage Tutuila gesichtet wurde, erhielt dieses den Namen "Thienhoven", und Upolu wurde "Groeningen" getauft., Niemand landete. Der zweite Besucher S.s war Louis Antoine de Bougainville (s.d.) mit den beiden Schiffen "La Boudeuse" und "L'Étoile". Auch er lief, von Osten kommend, zuerst Manu'a an, wo er am 3. u. 4. Mai 1768 weilte, ohne daß irgend jemand an Land gekommen wäre. Am 5. Mai wurde Tutuila gesichtet. Bougainville (s.d.), dessen Namen ja die deutsche Salomonsinsel trägt, galt lange als Entdecker S.s, bis Roggeveens Tagebuch bekannt wurde. Die dritte Expedition unter dem unglücksreichen französischen Grafen La P érouse (s.d.) mit den Schiffen "L'Astrolabe" und "Boussole" betrat zuerst auf Tutuila am 9. Dez. 1787 samoanischen Boden, nachdem sie vorher Manu'a passiert hatte. Der Verkehr war erst freundlich, nahm aber allmählich schroffere Formen an, bis am 11. Dez. der berüchtigte Überfall einiger Schiffsboote in der Bucht von Asu stattfand, dem der Kapitän de Langle und der Arzt de Lamanon zum Opfer fielen nebst 10 Mann von der Besatzung. Tutuila wurde Maouna getauft, Upolu sollte Oyolava, Apolima Calinassé und Savai'i Pola heißen. - Im. Jahre 1790 wurde, zum erstenmal der Hafen Pagopago an der Südseite von Tutaila durch den englischen Kapig, tän Edwards besucht mit der "Pandora". Auch hierbei kam es zu einem Zusammenstoß mit den Eingeborenen, aber ohne schlimme Folgen. Endlich stattete der russische Kapitän Otto von Kotzebue (s.d.) 1824 an Bord der "Predpriatie" dem Archipel einen Besuch ab, alle Inseln von Ost nach West berührend. Bald danach, wenn nicht schon früher, haben sich die ersten Weißen unter den Samoanem niedergelassen. Sicher waren solche um 1830 schon auf einer oder der andern Insel, als die ersten Missionare (s. 16. Mission) nach S. gelangten. Nun wurden plötzlich die richtigen Inselnamen bekannt, vor allem auch die Grundzüge der Fauna, Flora und Anthropologie, besonders durch die, Expedition des Kapitän Dumont d'Urville (s.d.), der mit den Schiffen "l'Astrolabe" und "La Zelée" und den Naturforschern Hombron und Jacquinot im Jahre 1836 eine Woche im Hafen von Apia blieb. Endlich führte der amerikanische Kommodore Charles Wilkes mit 4 Schiffen, die 7 Gelehrte an Bord hatten, im Jahre 1839 eine fliegende Vermessung des Archipels aus, so daß also ums Jahr 1840 Samoa als bekannt gelten durfte, freilich vielfach noch recht ungenügend. Über die Tätigkeit der Missionare, namentlich auch in wissenschaftlicher Hinsicht, s. den vorhergehenden Abschnitt. Hier seien die Forschungen durch vorübergehende Besucher weiter verfolgt. Zwischen 1830 und 1840 hatten zweifellos mehrere Walfänger, Handels- und Kriegsschiffe die neu erschlossenen Inseln angelaufen, so von letzteren H. M. S. "Conway" 1838, dessen Kommandant Drinkwater -Bethune einiges über S. veröffentlicht hat. Diese Besuche mehrten sich nach 1840 zusehends, nachdem auch ein englisches und amerikanisches Konsulat dort eingerichtet worden war (s. 8. Handel). Nur wenige sind bekannt. 1843 brachte H. M. S. "Daphne" den Konsul Pritchard von Tahiti nach S., dessen Buch "Polynesian Reminiscences usw." sehr viel des Interessanten aus dem alten S. brachte; 1848 kam H. M. S. "Collingwood", dessen Fahrt Walpole beschrieb, 1849 "Havannah", durch Erskine bekannt geworden und 1862 "Fawn", worüber uns der Geologe Hood wertvolle Aufzeichnungen hinterließ. Um diese Zeit hatte das Godeffroysche Handelshaus von Hamburg auf S. festen Fuß gefaßt, und es ist eine bekannte Tatsache, daß der. Senior des Hauses, Johann Cesar, zwecks naturwissenschaftlicher und völkerkundlicher Sammlungen geeignete Leute nach der Südsee sandte, unter denen nur Graeffe, Kubary (s.d.) und Storck genannt seien. Auch späterhin hat die Firma zu Apia den Forschern häufig Hilfe und Hausung gewährt. Aus der letzten Zeit, zu Ende des 19. Jahrh., sei der Botaniker Dr. Reinecke (s.d.) noch genannt, welcher, 1893/95 draußen weilte, zur selben Zeit, wie an Bord S. M. S. Kreuzer "Bussard" der Marinearzt Dr. Augustin Krämer (s. d.), der 1897/99 ein zweites Mal beurlaubt, auf den Inseln weilte, zwecks Ausarbeitung einer Monographie: Die Samoainseln, die 1902 und 1903 bei Schweizerbart in Stuttgart erschien.

b) Geschichte Samoas seit der Flaggenhissung. Nach der am 1. März 1900 erfolgten Hissung der deutschen Flagge war es die wichtigste Aufgabe des Gouverneurs, den dauernden Unruhen und Fehden unter den S.nern ein Ende zu machen und damit die Grundlage zu einer friedlichen wirtschaftlichen Entwicklung des Schutzgebiets zu schaffen. Dazu war aber vor allen Dingen die endgültige Beseitigung der samoanischen Königswürde nötig, denn um sie stritten sich seit Jahren die zwei mächtigsten Parteien, die sog. Malietoa- und die Mataafa - Partei (s. unter 7 d). Die Malietoaleute hatten ihre Hoffnung auf eine Übernahme der Insel durch England gesetzt, die Mataafapartei wünschte die Besitzergreifung durch Deutschland, um. unter dem Schutz der deutschen Flagge Mataafa auf den Königsthron zu erheben. Die letztere Partei war die mächtigere, sie betrug ungefähr 5/6 der ganzen Bevölkerung, und sie verlangte von dem Gouverneur nachdrücklichst, daß er den Häuptling Mataafa als König einsetze und anerkenne. Diesem Verlangen konnte indessen der Gouverneur nicht nachgeben, da dann mit Sicherheit nach kurzer Zeit Unruhen seitens der in diesem Falle unterlegenen Malietoapartei zu erwarten gewesen wären. Der Gouverneur mußte somit auf einen Ausweg sinnen, der beiden Parteien einigermaßen gerecht wurde, denn mit Gewalt hätte er gegenüber der über 30 000 Köpfe starken samoanischen Bevölkerung mangels jeglicher Militärischer Machtmittel nichts ausrichten können. Es gelang ihm dann auch nach langwierigen mühevollen Verhandlungen einen Kompromiß zustande zu bringen, mit dem sich, wenn auch widerstrebend, beide Parteien abfanden. Mataafa verzichtete endgültig auf die Königswürde, und als Gegenleistung hierfür wurde ihm der Titel Ali'i - Sili, d.h. hoher Häuptling, zugestanden. Auch die Einrichtung einer samoanischen Selbstverwaltung gelang im Anschluß daran nach weiteren langwierigen Verhandlungen. In einer feierlichen Versammlung vereidigte der Gouverneur unter Mitwirkung der verschiedenen Missionen den zum Ali'i - Sili eingesetzten Mataafa und die übrigen eingeborenen Beamten auf die deutsche Flagge und händigte ihnen ihre Anstellungsurkunden aus. Da. bei erließ er eine Proklamation in samoanischer Sprache, in der die Grundzüge der samoanischen Selbstverwaltung, sowie die Einsetzung des Ali'i - Sili und die Betrauung der übrigen Häuptlinge mit den einzelnen Ämtern feierlich verkündet wurden. Nachdem auf diese Weise Ruhe und Frieden im Lande hergestellt und die Grundlagen zu einer geordneten Verwaltung geschaffen waren, war es die nächste Aufgabe des Gouverneurs, durch dauernde Fühlungnahme mit den Eingeborenen für die Aufrechterhaltung der Ordnung zu sorgen, und dazu gehörte vor allen Dingen auch die bereits zur Zeit der Dreiherrschaft angestrebte Entwaffnung der S.ner. Bei dem Verlangen, die Waffen abzuliefern, konnte sich der Gouverneur auf ein bereits der internationalen Kommission gegebenes Versprechen beziehen, und nachdem die Auszahlung der von den drei Mächten seinerzeit zugesagten Entschädigung für die abgelieferten Feuerwaffen geschehen war, erließ der Gouverneur Ende 1900 eine Proklamation, in der er die Herausgabe sämtlicher Waffen verlangte. Noch vor Ablauf der festgesetzten Frist wurden am 27. Jan. 1901, also zu Kaisers Geburtstag, über 1500 Gewehre und eine beträchtliche Menge Munition abgeliefert. Bei dieser Sachlage konnte der Gouverneur einen Schritt weitergehen und versuchen, die S.ner zur Entrichtung von Steuern heranzuziehen. Er erließ eine Proklamation, in der er die Eingeborenen aufforderte, per Kopf der männlichen Bevölkerung 4 M Steuern zu zahlen. Als Zweck der Steuer wurde Verwendung der eingehenden Gelder für die Gehälter der samoanischen Beamten und für sonstige Zwecke der Eingeborenenverwaltung angegeben. Auch dieser Versuch gelang wider Erwarten gut, denn die Kopfsteuer ging pünktlich ein, und wurde, wie zugesagt, für die erwähnten samoanischen Zwecke verwendet. - Neben diesen Maßnahmen für die Eingeborenenverwaltung mußten sodann auch die erforderlichen Anordnungen für die Verwaltung der Angelegenheiten der fremden Bevölkerung in Samoa getroffen werden. Dem Gouvernement wurde diese Aufgabe dadurch erleichtert, daß in Apia in dem sog. Munizipal - Couneil bereits vor der Flaggenhissung eine geordnete Verwaltung bestanden hatte, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, in der Niederlassung der Fremden ein geordnetes Kommunalwesen einzuführen. Dieser Munizipalitätsrat konnte natürlich mit der Übernahme der deutschen Herrschaft in der bisherigen Form nicht weiter bestehen, der Gouverneur ließ aber die damit in Wegfall gekommene gesetzgebende Körperschaft unter dem Namen Gouvernementsrat (s. d.) wieder als beratenden Bügerausschuß, ins Leben treten. Um die nationalen Gegensätze auszugleichen, wurden in den aus 7 Mitgliedern bestehenden Rat auch 2 Engländer gewählt. Außerdem traf sodann der Gouverneur im Verordnungswege die nötigen Anordnungen wegen Einrichtung einer geordneten Rechtspflege, der Neuordnung der Zoll- und Finanzverwaltung sowie der Regelung des Grundbesitzes, von denen namentlich die letztere mit besonderen Schwierigkeiten v erbunden war. - In den nächsten Jahren wurde sodann die Organisation der Verwaltung sowohl hinsichtlich der Weißen wie auch der Eingeborenen weiter ausgebaut. Auch auf der Insel Savaii wurde ein weißer Beamter ernannt, dem die Aufgabe zufiel, für die Durchführung der Anordnungen auf dem Gebiete der samoanischen Selbstverwaltung Sorge zu traggen. - Eine erhebliche Rolle im Leben der Eingeborenen spielten noch in den nächsten Jahren die Land- und Titelstreitigkeiten. Um auch diese in geordnete Bahnen zu lenken, setzte der Gouverneur am 28. Febr. 1903 eine Land- und Titelkommission ein, die aus dem Kaiserlichen Richter als Vorsitzenden und mehreren, teils weißen, teils eingeborenen Beisitzern bestand (s. 14. Verwaltung u. Rechtsprechung). - Die Einrichtung hat sich bewährt und hat bis heute zur Zufriedenheit der beteiligten Eingeborenen gearbeitet. Bei dem unruhigen Charakter der Samoaner, die bis zur Flaggenhissung infolge ihrer Parteistreitigkeiten last dauernd in gegenseitiger Fehde lagen, war vorauszusehen, daß auch nach Herstellung geordneter Zustände Rückschläge nicht ausbleiben und da und dort Versuche gemacht würden, sich gegen die bestehenden Gesetze und Verordnungen aufzulehnen. So kam es einmal im Jahre 1904 anläßlich der wegen Unbotmäßigkeit erfolgten Verhaftung eines Häuptlings zu Ausschreitungen, indem die Anhänger des Häuptlings diesen mit Gewalt aus dem Gefängnis befreiten, doch gelang es auch hier der Geschicklichkeit des Gouverneurs, die Gemüter bald wieder zu beruhigen, und die unbotmäßigen Eingeborenen brachten den befreiten Häuptling wieder selbst zurück. - Zu einer weiteren Störung im politischen Leben der Eingeborenen gab 1904 der niedrige Stand der Kopra auf dem Weltmarkt Anlaß. Den Samoanern erschien der damals gezahlte Preis von 5 M pro Pfund so außerordentlich niedrig, daß sie glaubten, zur Selbsthilfe greifen zu müssen. Sie erörterten in zahlreichen aufgeregten Versammlungen den von dritter Seite ihnen zugebrachten Gedanken, das Kopra- und Warengeschäft selbst in die Hand zu nehmen und nach Art eines Konsumvereins eine Gesellschaft, "Oloa" genannt, zum Verkauf von Kopra und Einkauf von Waren zu gründen. Da sich die Gemüter über den gefaßten Plan immer mehr erhitzten und im übrigen angesichts der großen geschäftlichen Unerfahrenheit und Unzuverlässigkeit der S.ner die Gründung. eines derartigen Unternehmens als völlig aussichtslos erschien, so bemühte sich der Gouverneur mit allen Kräften, die Bewegung zugunsten dieser "Oloa" zu ersticken. Die von ihm angewandten Maßregeln hatten auch, zumal die Koprapreise wieder stiegen, den Erfolg, daß die Samoaner den Gedanken an die Gründung der Gesellschaft allmählich wieder fallen< ließen. Einige Häuptlinge, die den Ermahnungen des Gouverneurs am längsten Widerstand geleistet hatten, wurden durch Verbannung bestraft, und auch diese Maßregel wurde von den Samoanern ruhig hingenommen. - Dem Gouverneur gab der Vorfall einen willkommenen Anlaß, die samoanische Selbstverwaltung auf Grund der gewonnenen Erfahrungen umzugestalten. Er schaffte die Zentralvertretung, die die Samoaner bis dahin in dem ständig in Mulinuu bei Apia tagenden, aus Taimua (Oberhaus) und Faipule bestehenden Parlament, dem sog. "Maló", gehabt hatten, ab. Desgleichen hob er auch die Einrichtung der Distriktshäuptlinge auf und verlegte den Schwerpunkt der Lokalverwaltung in die einzelnen Ortschaften. An Stelle des alten "Maló" wurde ein neues, nur aus "Faipule" bestehende Körperschaft eingesetzt, die lediglich zweimal im Jahre zu Beratungen vom Gouverneur einberufen wurde. In dieser Form besteht das "Malò" bis heute fort und hat sich gleichfalls gut bewährt. - Die nächsten Jahre brachten eine ruhige Weiterentwicklung in der gesamten Verwaltung des Schutzgebiets. Zu erwähnen ist aus dieser Zeit die Einführung chinesischer Kontraktarbeiter, die erstmals im Jahre 1903 erfolgte und die erst die richtige Ausbeutung des in hohem Maße fruchtbaren Landes gestattete, sowie ferner die Regelung der Land- und Kreditfrage, die der Gouverneur im Jahre 1907 zum Schutze der Eingeborenen vornahm. Der Übergang samoanischen Landes an Nichteingeborene, sei es durch Verkauf, Verpfändung, Verpachtung oder auf andere Weise, wurde mit wenigen Ausnahmen verboten (die an Stelle der früheren Bestimmungen getretene V. vom 1. Nov. 1911, Samoan. Gouv. - Bl. Nr. 18 S. 61). Auch das Schuldenmachen wurde bei Strafandrohung verboten (Bek. vom 10. Jan. 1908, Samoan. Gouv. - Bl. Nr. 3 S. 208). - Im Jahre 1909 kam es nochmals zu einer Bewegung unter den Eingeborenen. Ein ehrgeiziger Häuptling aus Savai'i, namens Lauati, stellte sich an die Spitze einer reaktionär - samoanischen P artei, die von dem Gouverneur und zwar im Wege einer friedlichen Massendemonstration die Wiedereinsetzung des samoanischen Königtums mit seinen gesetzgebenden Körperschaften, "Tumua" und "Pule", verlangte. Diese Partei wollte damit den alten Einfluß, den sie infolge der Aufrichtung der deutschen Herrschaft verloren hatte, wiedergewinnen. Sie beabsichtigte zwar nicht die Abschaffung der deutschen Herrschaft, aber sie wollte Samoa nicht als Schutzgebiet, sondern als Königreich weiterbestehen sehen. Aber auch hier gelang es dem Gouverneur, ohne daß ein Einschreiten mit Gewalt erforderlich geworden wäre, nach langwierigen Verhandlungen eine Spaltung zwischen den beiden Parteien "Tumua" und "Pule" herbeizuführen und damit der Bewegung einen rein samoanischen Charakter zu geben. Den nunmehr sich entspinnenden politischen Kampf zwischen "Tumua" und "Pule" vermochte der Gouverneur gleichfalls friedlich beizulegen, und unterstützt durch das Gewicht einer Flottendemonstration von mehreren großen Kriegsschiffen, konnte er schließlich die ganze Bewegung unterdrücken und den Hauptstörenfried Lauati mit 10 seiner Anhänger nach der Marianeninsel Saipan verbannen. Diese Bestrafung der Lauatipartei und die im Zusammenhang damit erfolgte Flottendemonstration hatte einen nachhaltigen Erfolg, denn es ist seitdem zu Ausschreitungen auf S. nicht mehr gekommen. Die Beziehungen zu den Eingeborenen blieben vielmehr gute, und es gelang ohne Schwierigkeiten im Jahre 1910 eine Verdopplung der Kopfsteuer herbeizuführen. Daß die Beruhigung eine nachhaltige war, zeigt am besten, daß das am 6. Februar 1912 erfolgte Ableben des "Ali'i - Sili" (Oberhäuptling Mata'afa) keine Störung der Ruhe unter den Eingeborenen zur Folge hatte, während früher ein derartiges Ereignis nicht ohne schwere politische Erschütterungen vor sich gegangen wäre. Ja der Gouverneur konnte sogar bei diesem Anlaß in der Befestigung der deutschen Herrschaft einen Schritt weiter gehen, und den doch immer noch etwas an die Königswürde erinnernden Posten eines "Ali'i - Sili" ganz aufheben. Er erließ auf Grund einer zuvor eingeholten Allerhöchsten, Ermächtigung eine Proklamation, wonach die Stelle eines Oberhäuptlings endgültig aufgehoben wurde und statt dessen zwei einflußreiche Häuptlinge zu Ratgebern der Regierung ernannt wurden, ohne daß jedoch der Gouverneur an ihren Rat oder ihre Vorschläge gebunden wäre. Auch diese so einschneidenden Änderungen im politischen Leben der Samoaner, die für die Festigung der deutschen Herrschaft von der größten Bedeutung waren, wurden von den Eingeborenen ruhig hingenommen. -Was die wirtschaftliche Entwicklung des Schutzgebietes seit der Flaggenbissung anbelangt, so war diese dank der Einführung einer geordneten Verwaltung eine wider Erwarten günstige (s. 10. Europäische Unternehmungen und 11. Handel); und daß die Einrichtung der deutschen Herrschaft auch für die Eingeborenen selbst von segensreichster Wirkung war, geht aus der erfreulichen Tatsache hervor, daß die samoanische Bevölkerung seit einigen Jahren, wenn auch in langsamem, so doch stetigem Zunehmen begriffen ist.

Krämer, Krauß.

Literatur: Augustin Krämer, Die Samoainseln, 2 Bde. Stuttg. 190213, Schweizerbart (E. Nägele). - Ders., Hawaii, Ostmikronesien und Samoa. Stuttg. 1906, Strecker & Schröder. - Nach dieser Zeit ist besonders erwähnenswert die Sammlung "Sprichwörtliche Redensarten der Samoaner" von, dem Oberrichter, jetzigen Gouverneur Dr. Schultz, Apia 1906, im Verlag von E. Luebke, mit einem besonderen zweiten Nachtrag 1912, sowie "Samoanisches Familien-, Immobiliar- und Erbrecht". Apia 1911. Von demselben. - Ein neues amerikanisches Buch über "The fishes of Samoa" erschien im Bulletin of Fisheries. Vol. XXV. Washington, 1906. - Die neuen Arbeiten des Samoa - Observatoriums S. 4, Klima. Endlich sei nicht vergessen das neue Südsee - Handbuch des Reichs - Marineamts, Berl. 1911, sowie die jüngsten 2 Admiralitätskarten, über Savai'i und Upolu, die auch der Oro. graphie Rechnung tragen, nur einige unrichtige Distriktsbezeichnungen aufweisen. - W. T. Pritchard, Polynesian Reminiscenses. Lond. 1866. - W. B. Churchward, My consulate in Samoa. Lond. 1887. - B. v. Werner, Ein deutsches Kriegsschiff in der Südsee. 1889. - R. L. Stevenson, A footnote to history. Eight years of trouble in S. (1883 bis 1892). Neuyork, Scribner, 1893. - F. Reinecke, Samoa. Berl. 1902. - Moritz Schanz, Australien und die Südsee. Berl. 1901.