Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 246 f.

Sanaga, der größte der Kameruner Küstenflüsse. Er entspringt auf dem Hochland von Jadé und heißt in seinem Quellgebiet Lom. Die vorherrschende Richtung seines Laufes geht von Ostnordosten nach Westsüdwesten. Nur zweimal macht er einen großen Bogen, zuerst in Westen von Kunde und dann in der Gegend der Einmündung des Djerem (s.d.). Er entspringt also auf dem Hochland von Südadamaua, zu dem das Hochland von Jadé gehört und fließt dann im Südosten der Stufe, die zum Hochland von Südkamerun abfällt, im Bereich der breiten S.mulde. Diese Mulde wird durch die Keperreschwelle, die den südlichen Lauf des Djerem und der folgenden Strecke des S. verursacht, in zwei Teile geteilt. Mit einer Reihe von Schnellen, unter denen die Nachtigal-Schnellen die bekanntesten sind, fällt dann der S. zur S.bucht ab, die hier tief in das Plateau eingreift und wo das Streichen des Hochlandrandes zugleich von nordnordöstlicher in nordwestliche Richtung übergeht. Die Schnellen hören erst da auf, wo der S. das kristalline Vorland, oberhalb Edea verläßt, und jetzt erst beginnt die Schiffbarkeit bis zur Küste. Die Hauptmündung des S. geht in westsüdwestlicher Richtung zum Meere. Doch wird angenommen, daß er früher sein Wasser zur Kamerunmündung schickte, daß das ganze Kamerunästuar (s.d.) dem S. seine Entstehung verdankt. Noch steht der S. mit dem Astuar durch eine Reihe von Krieks in Verbindung, von denen der Kwakwa der wichtigste ist. Die Nebenflüsse des S. von links sind kleiner und unbedeutender als von rechts. Letztere entwässern das ganze Innere des Hochlandes von Südadamaua, (s. Adumaua), während die ersteren nur von der S.schwelle her abfließen, die sich im Süden des S. vom Südkameruner Randgebirge bis zum Baiaplateau hinzieht. Die Zuflüsse von links sind der Long, der Tete und der Sele, der Mfam und der Ngoba, letzterer bereits auf dem Rande des Plateaus entspringend. Zu erwähnen ist noch, daß der S. auch mit dem Njong durch einen Kriek verbunden ist. Die Nebenflüsse des S. von rechts sind der Mba, der Mbuku mit dem Pangar, die von der Ndumbischwelle herunterkommen, dann der Djerem (s.d.), der Ligene, der Djam, der Dorong, die beiden letzteren von dem Dommegebirge kommend, der Mbam (s.d.) und vom Ebomassiv kommend, der Jape und Uem, neben einer großen Anzahl kleiner Flüßchen. - Die Vegetation des S.gebiets ist zur Hauptsache Grasland. Besonders die S.mulde ist zum größten Teil mit offener Grassteppe bestanden. Der Urwaldgürtel reicht von der Küste bis zum Einfluß des Ngoba, während Galeriewälder die, Flußläufe bis fast zu ihren Quellen begleiten. Die Völker, die am S. wohnen, sind zahlreich. Er war der Schauplatz von ganz gewaltigen Völkerschiebungen. Jetzt sitzen am Unterlauf, soweit das Waldland reicht, Bantuneger, besonders Bakoko (s.d.). An der Grenze von Wald und Grasland sitzt noch ein Stamm von Fang (s.d.), die Etun (s.d.). Dann beginnt das Gebiet der Sudanneger, teilweise allerdings mit Bantu noch gemischt. An der Mündung des Mbam sitzen die Bati (s.d.), dann folgt das große Volk der Wute (s.d.), im Süden des S. eine Anzahl von Mischvölkern und Fangstämmen. Westlich des Djerem folgen die Keperre (s.d.), südlich von ihnen Bantustämme, die Maka (s.d.). Dann beginnt das Gebiet der Baia (s.d.), die im Osten des Djerem bereits sitzen und das ganze. Quellgebiet des S. einnehmen. Der Wert des S. für die Schiffahrt ist gering. Außer seinem Unterlaufe bis Edea, ist nur ein kleiner Stück des Mittellaufes schiffbar, und zwar in der Gegend der Longmündung auf eine Erstreckung von 50 km. An Siedelungen im Gebiete des S. sind zu erwähnen: Kunde, etwa 10 km vom oberen Lom, am Endpunkt der S.straße von Jaunde gelegen, ferner an der gleichen Straße nicht weit vom S. gelegen, Dengdeng, Ndo, Nanga - Eboko und Mbo - Gendame, letzteres an dem Treffpunkte der Straße von Kunde, Jaunde und Tibati liegend. Am Unterlauf liegen Sakbajeme und Edea, letzteres am Endpunkt der Schiffahrt.

Passarge.