Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 247

Sanagamulde, daß breite Tal des Sanaga (s.d.), auf der Grenze des Hochlandes von Südadamaua und des Hochlandes von Südkamerun gelegen. Zu ersterem führt eine Stufe aus der S. hinauf, die durch folgende Linie von Schwellen und Gebirgen gebildet wird: das Ebomassiv im Westen, den aufgebogenen Westrand des Hochlandes bildend, weiterhin das Bafiabergland, das durch den Mbam durchbrochen wird, das Nguttebergland, das Dommegebirge und die Ndumbischwelle. Im Süden steigt die S. zur Sanagaschwelle (s.d.) an, die Wasserscheide gegen die Njemplatte bildend. Die S. wird durch die Keperreschwelle, die zwischen Dommegebirge und Ndumbischwelle einen ]Riegel quer über das Tal legt, in zwei Teile getrennt. Die S. hat etwa eine Höhe von 500 m im Westen, bis 700 und mehr Meter im Osten, wo sie allmählich ansteigt, hügeliger wird und dann in das Baiahochland übergeht. - Die S. ist mit weiten Grasflächen, die weithin die welligen Ebenen bedecken, bewachsen. Dieses Gras erreicht oft eine bedeutende Höhe, wie z. B. das Elefantengras, das 4 m hoch wird, so daß man tagelang ohne etwas zu sehen, im tiefen Grase reitet. Die Flußläufe sind überall mit Galeriewald umsäumt. - Die Völker der S. sind zur Hauptsache Sudanvölker, die Bati (s.d.), die Wute (s.d.) und die Baia (s.d.). Fangstämme (s. Fang) sitzen teilweise im Süden auf dem Übergang zur Sanagaschwelle, und Mischstämme sitzen auf der Keperreschwelle, die Keperre. - Die S. bietet eine vorzügliche Verbindung des Westens mit dem Osten. Der Aufstieg aus dem Küstenvorland ist im Tal des Sanaga ein geringer, und in der S. kommt man ungehindert durch Gebirge bis an den allmählichen Anstieg zum Baiahochland oder ins Flußgebiet des Ssanga. Eine Straße von Jaunde nach Kunde benutzt bereits diesen Weg.

Passarge - Rathjens.