Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 248

Sandfeld, Name der weiten, zum Kalaharibecken gehörigen Flächen Deutsch - Südwestafrikas, die sich zwischen dem Ambolande und den Hochländern des Grootfonteiner und des Waterberggebietes einerseits, dem Kaukauveld (s.d.) andrerseits ausdehnen. Das ganze Gebiet ist außerhalb der Dünengegenden außerordentlich flach, auch fehlt ihm der Kalk der Kalahari in größerem Maßstabe, dagegen überwiegt ein tiefgründiger Sand in fast allen Teilen des Landes. Der bei den Herero gebräuchliche Name "Omaheke" gibt diesen Gesamteindruck der Bodenbedeckung gut wieder, denn er bedeutet angeblich so viel wie "steinloses Land". Eine Folge dieser Sandbedeckung ist die Schwierigkeit, in diesem an und für sich niederschlagreichen Gebiet Wasser zu erhalten. Dagegen wei ist die Pflanzenwelt der Omaheke keineswegs auf Trockenheit hin. Fast das ganze Gebiet bis zum 19° s. Br. und darüber hinaus ist ein stark mit Dornbüschen untermischtes Grasfeld. Stellenweise, zumal im Süden, ist die Bebuschung so stark, daß der Bestand den Charakter dichten Dornbuschwaldes annimmt. Zugänglicher ist das mit hohem Trockenwald bestandene Grasgebiet nördlich von dem angeführten Breitengrade. Auch ist durch Abbrennen des alten Grases und des jungen Holzwuchses an vielen Stellen die Fläche zugänglicher geworden. So war die Omaheke nicht nur ein gutes Weideland für die an den Omuramben (s.d.) gehaltenen Rinderherden der Herero (s. d.), sondern sie ist in ihren nördlichen Teilen auch ein einigermaßen ergiebiges Jagdfeld für die dort hausenden Buschmänner (s.d.). Indessen ist das von den Omuramben entferntere Gebiet durch die große Tiefe des Grundwasserspiegels benachteiligt. Selbst im nördlichen, bis in die Nähe des westlichen Okawango reichenden Teile des großen S. gibt es Durststrecken (s.d.) von außergewöhnlicher Länge, so eine früher benutzte Wegstrecke zwischen den nördlichsten Truppenposten und dem Okawango, die während eines halben Jahres auf 165 km kein Wasser führt und daher außer für Kamele so lange unbenutzbar ist. - Die Armut der Omaheke an Oberflächenwasser außerhalb der Omiramben ist auch den nach ihrer Niederlage am Waterberg nach Osten flüchtenden Hererotrupps verhängnisvoll geworden. Da nur an wenigen Stellen, meist in Kalkpfannen, auch während der Trockenzeit Wasser erhältlich ist und neue Aufschließungsarbeiten von Verfolgten, die stets auf ein Herannahen des Gegners rechnen müssen, wegen der dazu erforderlichen Zeit kaum geleistet werden .können, wurde der Aufenthalt in der Omaheke den zersprengten, monatelang hin- und herziehenden Hererohaufen ebenso verderblich wie ihren Herden. Durst und Hunger haben ihnen in diesem Gebiet, zumal da ihr Aufenthalt in der Omaheke in die trockenste Zeit des ganzen Jahres fiel, weit schwerere Verluste beigebracht als die Kämpfe der ersten Jahreshälfte (s. Hereroaufstand).

Literatur: Fischer, Eine Erkundung des Gebiets zwischen Omuramba u Owambo und Okawango, Mitt. a. d. d. Schutzgeb. Berl. 1910.

Dove.