Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 251 f.

Sansane - Mangu, Ort in Nordwesttogo, Hauptstadt des Tschokossireiches (s. Tschokossi), Sitz der Lokalverwaltung des gleichnamigen Bezirks. Das Wort Sansane - Mangu bedeutet "Kriegslager von Mangu" oder "der Mangu"; die Mangu- (Tschokossi-) leute hatten dort ihr Kriegslager aufgeschlagen, als sie von ihrem früheren Wohnsitz "Mango" in der französischen Elfenbeinküste in das heutige Tschokossi einfielen. Die Tschokossibezeichnung für S. ist Nsara.

1. Die Stadt S. ist als Durchgangsstation eines Teiles des Sudanhandels (s. Togo, 12. Handel) ein ziemlich wichtiger Handelsplatz. Die Einwohnerzahl beträgt rund 5000 Köpfe. Die Bevölkerung der Stadt S. gehört zum größten Teil dem Stamm der Tschokossi (s.d.) an; unter den mohammedanischen Händlern sind aber zahlreiche Stämme des Sudans vertreten. - Die Station S. wurde 1896 gegründet. Mit ihr ist eine Telegraphenhilfsstelle und eine meteorologische Beobachtungsstation höherer Ordnung verbunden. Bei S. befindet sich eine größere Regierungsversuchspflanzung. Seehöhe 160 m. Mittlere jährliche Regenmenge 1077 mm (Mittel aus 6 - 7 Beobachtungsjahren).

2. Der Verwaltungsbezirk S. umfaßt den nordwestlichsten Teil Togos; im Süden wird er begrenzt durch die Südgrenze von Dagomba, ein Stück des Otiflusses und seines rechten Zuflusses, des Dakpe, im Osten durch eine in nordwestlicher Richtung fließende Strecke des Kara und seines rechten Zulusses, des Tangbua und durch den Westuß des Difáleund Tambermagebirges. Außer der Station S. befindet sich im Bezirk noch die Verwaltungszwecken dienende, dauernd von einem Europäer. besetzte Nebenstation Jendi (s.d.), welche dem Bezirksleiter in S. unterstellt ist. Im Bezirk S. leben rund 225 000 Eingeborene. Auf 1 qkm treffen 10,3 Personen. Die wichtigsten Stämme sind die Tschokossi (s.d.), Dagomba (s.d.), Konkomba (s.d.), Moba (s.d.), Kusas (s.d.), Gurma (s.d.), Namba und Tamberma (s.d.). Die sämtlichen genannten Stämme sind Heiden. Mohammedanischer Einfluß macht sich besonders bei den Tschokossi und Dagomba bemerkbar, wo der Islam sich langsam ausbreitet; geringer ist der mohammedanische Einfluß bei den Gurma. Die Vegetation im Bezirk S. ist typische Baumsteppe. Der fruchtbarste Landesteil ist das gebirgige Moba. Großvieh wird last überall gezüchtet. Die Zahl der vorhandenen Rinder beträgt rund 50 000 Stück. Viel unbedeutender ist die Pferdezucht, welche vorzugsweise von den Gurma betrieben wird. , Im ganzen sind 230 Hengste und 240 Stuten vorhanden. Klimatabelle s. Togo.

v. Zech.