Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 258

Schakale (s. Tafel 48), Gruppe hundeartiger Tiere. Man bezeichnet als solche diejenigen Wildhunde, welche kleiner sind als der Wolf und kürzere Schwänze haben als die Füchse. Innerhalb der deutschen Schutzgebiete sind sie nur in Afrika zu finden, sonst vom Kaplande bis Südungarn und bis zum Kaukasus, nach Osten bis Vorderindien verbreitet. Sie fehlen in den Urwaldgebieten von Kamerun und in Südtogo. Man unterscheidet in Afrika mehrere Untergattungen und Arten, die Schabracken- S. (s. Tafel 48), Lupulella, die Streifen- S., Schaeffia, die echten S., Sacalius, die Windhund-S., Thous, und die Zwerg- S., die man Microcyon nennen könnte. Aus Deutsch-Südwestafrika sind nur Schabracken- S. und Streifen- S. bekannt geworden, erstere beißen dort Gold- S . (s.d.), letztere Grau - S. Die Gold- S. oder Schabracken - S. bewegen sich fuchsähnlich; sie zeichnen sich dadurch aus, daß sie zu manchen Jahreszeiten eine schwarzgraue, scharf abgesetzte Schabracke auf dem Rücken und rotbraune Ohren haben; ihre Schenkel sind rostgelb. Diese S., deren Felle vielfach zu Karossen (s.d.) verarbeitet werden, sind über ganz Deutsch- Südwestafrika verbreitet, und zwar in mehreren Rassen. Die Streifen- S., die in der Regenzeit eine weiße Seitenbinde haben und silbergrau mit grauen Ohren sind, scheinen nur im Ovambolande und im Caprivizipfel vorzukommen. In Deutsch-Ostafrika sind Schabracken- S. in den Massailändern und Streifen- S. in den Küstengebieten und westlich vom Victoria-Njansa vorhanden, im Küstengebiete auch an mehreren Stellen Zwerg - S. Aus den Tsadseeländern von Kamerun ist ein Streifen - S. nachgewiesen worden, über die Togo - S. weiß man noch nichts.

Matschie.