Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 260

Schari, der bedeutendste Zufluß des Tsadsees. Er entsteht aus dem Zusammenfluß einer großen Anzahl von bedeutenden Flüssen, von denen der Uam (s.d.) nach Lenfant als der Quellfluß anzusehen ist. Er entspringt auf deutschem Gebiet in Kamerun auf dem Plateau von Jadé und wendet sich östlich, bis er sich mit dem Fafa von rechts vereint nach Norden wendet. Er trägt im Unterlauf den Namen Bahr Sara und vereinigt sich unterhalb Fort Archambault mit dem zweiten Hauptstrom, der hier schon den Namen Schari führt und sich aus vielen Quellflüssen zusammensetzt, darunter Gribingi und Bamingi, die alle aus Süden vom Hochland von Dar-Banda kommen. Schon bei der Vereinigung ist der Sch. von ansehnlicher Breite, 600 m bis 1 km, sein Lauf ist gewunden und hat viele Inseln und Sandbänke. Unterhalb Miltu beginnt die Ebene, in der sich der S. ein Bett in seinen eigenen sandigen und lehmigen Ablagerungen gegraben hat und oft ziemlich hohe Steilufer besitzt. Von der Mündung des Logone bei Kusseri ab bildet er die deutsche Grenze. Schon kurz danach teilt er sich in eine Menge von Mündungsarmen; so sendet er den 50 m breiten Sserbeal nach Westen. Mit diesem und den kleineren Flüssen vom Mandaragebirge, wie auch mit dem Jadseram verbinden ihn viele Arme. Der westlichste bedeutendere Mündungsarm ist der Ebeji mit der Stadt Wulgo. Am Hauptarm, der ein Delta weit in den Tsadsee vorschiebt, liegen Mara, Gulfei und Schaui auf dem Steilufer. Das Hochwasser des S. fällt in den Oktober, vor Beginn der Regenzeit im Mai hat er seinen Tiefstand. Dann ist der undurchlässige Tonboden des Deltas trocken und staubig, während er sonst sumpfig ist.

Passarge - Rathjens.