Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 303

Schnalzlaute finden sich in den Sprachen der Buschleute, Hottentotten, Kaffern (einschließlich der Zulu) und Süd - Basuto in Südafrika, ferner bei den Sendaui und den Nachbarsprachen in Ostafrika. Lepsius (Standard Alphabet 1863) nannte sie Inspiraten. Sie werden aber nicht durch Einatmung, sondern durch eine Saugbewegung der Zunge hervorgebracht, wobei allerdings Luft von außen in den Mund eindringt. Je nach der Artikulationsstelle unterscheidet man labiale, dentale, alveolare, laterale Schnalze. Außerdem kann man den folgenden Vokal in verschiedener Weise beginnen, mit leisem, festem und gehauchtem Einsatz, auch mit einer Frikativa. Gleichzeitig mit dem Schnalz kann auch ein Nasal gesprochen werden. Über die Entstehung der Schnalze lassen sich noch keine sicheren Angaben machen.

Meinhof.